Sie hat es verdient

Wie so viele Frauen in Namibia hat es Christofine nie leicht gehabt. Sie sorgte sich erst um ihre Kinder, trennte sich von ihrem Mann, betreute ihren alten Vater und betreut ihre Mutter heute noch, verlor ihren nächten Mann und kümmert sich um die Kinder der Kinder. Ein bisschen viel auf einmal. Ja, und dann hat sie ja auch noch bei uns gearbeitet. Nicht die ganzen letzten 30 Jahre, aber sie war da, wenn wir sie brauchten. So wie das letzte Jahr auch wieder, nachdem ihre Tochter Makie meinte, dass ihr die Arbeit, die ihre Mutter jahrelang bei uns leistete, zu anstrengend sei. Irgendwann reicht es, dachten wir. Christofine ist erst 49, aber wir merkten, dass ihr die Arbeit immer schwerer fiel und sie den Doktor immer häufiger aufsuchen musste. Ob der ihr gesagt hat, dass ein bisschen abnehmen auch nicht so verkehrt sei, wissen wir nicht. Auf jeden Fall hat sie Ruhe verdient. Deswegen haben wir sie gerne mit einer ansehnlichen Summe und einer monatlichen Rente in Höhe der Staatsrente verabschiedet. Das alles mit Brief und Siegel. Aletha – ihre Nachfolgerin – und Alina haben als Zeugen gegengezeichnet.

Es gibt bestimmt Farmerkollegen, die uns für verrückt erklären. Wir aber wissen, was wir tun und wofür wir es tun.

Ob Aletha jemals in den Genuss einer derartigen privaten Frührente kommt, steht in den Sternen. Natürlich liegt das auch an Aletha, mehr aber noch an der ungewissen Zukunft weißer Farmer in Namibia.

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Seine letzte Reise

Über 30 Jahre hat er durchgehalten, und es war wirklich nicht immer leicht für ihn. Als wir ihn mit der Farm mitkauften, hatte er auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Damals hieß er noch Datsun und sah auch etwas anders aus. Diverse gewollte und ungewollte optische und technische Veränderungen haben letztlich dazu geführt, dass aus seinen noch brauchbaren Resten ein Minimalauto wurde, das sich den Namen Blues Mobil verdiente. Mit einem Unterschied zum Original allerdings – bei diesem Blues Mobil konnte eigentlich nichts mehr abfallen und es fuhr trotzdem mehrere Jahre. Motor und Getriebe konnten wir jetzt sogar noch funktionsfähig verkaufen.

Der fachmännische Blick in den leeren Motorraum erkennt blitzschnell, dass dieses Gerät nicht mehr aus eigener Kraft fahrfähig ist. Was tun? Einfach so abschieben und vergessen?

Nee!! So ein Teil braucht noch eine Aufgabe. Schnell fanden sich zwei harte Eisenmänner, die mit ihm einen verantwortungsvollen Job übernahmen. Wegweiser, Aufpasser, Wildererschreck.

Hier geht´s lang, hier ist Schluss, gewildert wird woanders oder am besten gar nicht!! Eisenhart für die nächsten 30 Jahre. Harte Schale,weicher Kern.

Wenn ein Reiter sich verirrt hat, gibt es Trost und gute Ratschläge.

Der Blick aber bleibt professionell streng. Die geschlossenen Augen sind Taktik.

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Die andere Perspektive

Es ist immer wieder eine Überraschung und auch ein Genuss, zu sehen, wie gut manche unserer Gäste fotografieren können. Und es ist immer wieder der etwas andere Blick, der uns zeigt, man kann Gross-Okandjou auch mit anderen Augen sehen, als wir es täglich tun. Manches sehen wir möglicherweise auch gar nicht mehr. Heute sehen wir unser Farmleben und unseren vorletzten Erongotrail in diesem Jahr durch das Objektiv von Barbara.

 

 

 

 

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Der Schreck ließ nach

Das Senderhalsband “unseres” Geparden hatte schon eine Menge interessanter Informationen geliefert – und plötzlich war Sendepause. Was war passiert? Ausfall des Akkus? Erschossen und Halsband zerstört? Als das Halsband noch funktionierte, bekamen wir für uns wirklich Neues übermittelt. Vor allem die Strecken, die der Kuder zurücklegte, waren beeindruckend. Fast bis an die Küste verschlug es ihn. Waren wir bisher von einem Revier von maximal 10.000 Hektar ausgegangen, so erfuhren wir jetzt, dass es bis zu 30.000 Hektar sein können. Das bedeutet u.a., dass wir nicht mit gutem Gewissen von “unserem” Geparden reden können. Dass sie Vagabunden sind, war uns immer schon klar. Aber diese Strecken und Flächen sind uns neu.

Nach gut zwei Wochen gab es plötzlich wieder Funksignale. Niemand weiß warum. Und das Halsband – also auch der Gepard – war wieder auf Wanderschaft. Für Ruben und auch für uns war es eine Riesenerleichterung. Das Wichtigste: Der Gepard lebt. Aber auch das Funkhalsband ist nicht verloren. Auch wenn man hierzulande gerne meint, die Organisationen in Europa und speziell die in Deutschland schwimmen im Geld, ist der Verlust eines teuren Senders auch für das Leibniz Institut in Berlin ein herber Verlust.

Ach ja, dabei geriet beinahe in Vergessenheit, dass es da ja noch den zweiten männlichen Geparden gibt, der doch tatsächlich denselben Baum bei uns markiert, wie der kurzzeitig verlorene Sohn.  Rubens Kamera hat ihn wieder eindeutig identifiziert. Eine Falle steht wieder bereit. Es wäre ein schöner Erfolg, wenn auch er einen dann hoffentlich lange funktionierenden  Sender bekommen könnte.

Die Bilder, die ihr hier seht, porträtieren diesen Kuder beim Markieren. Der Konkurrent soll wissen, mich gibt es hier auch noch!

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Lecker Kost von oben

Gerade haben wir gelesen, dass im Swakop- und Ugabrivier die Anabäume sterben. Fast 79 Prozent dieser herrlichen Bäume seien bereits tot. Das ist dramatisch. Anabäume gehören einfach an und in die Trockenriviere und prägen das einzigartige Bild dieser Landschaft. Über die Ursache kann im Moment nur spekuliert werden. Nahe liegend wäre der gesunkene Grundwasserspiegel. Die Pfahlwurzeln der Anabäume reichen immerhin 40 Meter tief. Offensichtlich reicht das aber in einigen Landesteilen nicht mehr. Wir sind zum Glück noch nicht betroffen. Unser schönster Baum am  bzw. im Tierposten ist so grün und hat so viele Schoten wie schon lange nicht mehr.

Kein Wunder, denn der Damm ist in der vergangenen Regensaison ja mehrmals vollgelaufen. Da muss er nicht bis auf 40 Meter auf Wassersuche gehen. Aber nicht alle unsere Anabäume sehen so üppig aus. Die im Okandjourivier sind in sehr unterschiedlichem Zustand. Jetzt hoffen wir einfach mal, dass das Anabaumsterben uns nicht auch noch erreicht.

Und noch einmal unser Prachtstück:

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Raus aus dem Flegelalter!

Jetzt wurde es aber auch Zeit. Sie sind nun gut fünf Jahre alt die vier Musketiere Little Jo, Jupiter, Feuerstein und Torro. Im vorigen Jahr wurden sie gelegt und gaben immer noch an, wie eine Tüte Mücken. Wer ist der Schönste und Stärkste? Wer ist der Boss? Da sie sich einfach nicht einigen und Sozialverhalten in der Herde lernen konnten, weil sie sich sonst über die Stuten hergemacht hätten, haben sie halt untereinander ständig ihre Kräfte gemessen. Und da will nun ein Menschenkind kommen und zeigen, wo es lang geht. Dieses Menschenkind war und ist Sabine, Sabine Schmidhammer. Pferdetrainerin aus Salzburg. Sie war schon einmal bei uns und wir hatten sehr schnell den Eindruck, sie könnte passen.

Normalerweise bilden wir unsere Pferde selber aus, aber wir mussten diesmal einsehen, dass uns die Zeit für vier Rohlinge einfach nicht reicht. Vielleicht haben wir auch geahnt, dass Sabine es vielleicht sogar besser kann. Und wie es aussieht könnte es auch so sein. Falsche Eitelkeiten im Umgang mit Pferden sind fehl am Platze.

Vier Wallache – zwei sehen sich auch noch recht ähnlich – und vier völlig unterschiedliche Charaktere. Das merkst Du eben erst, wenn Du mit ihnen arbeitest. Torro ist leider recht schnell ausgefallen, weil er sich eine böse Verletzung am Ohr zugezogen hat. Möglicherweise wieder mal in einer Auseinandersetzung mit einem seiner Kumpel. Torro war und ist aber auch der Schwierigste. Eigensinnig, unaufmerksam und immer auf der Suche nach seiner Lieblingsstute Wah-tah-wah. Die war es dann auch, die für ihn einspringen musste. Also nur noch drei Musketiere und eine Dame. Und die war dann auch schon die erste große Überraschung. Aber der Reihe nach.

Feuerstein ist offensichtlich der Talentierteste und am leichtesten zu führen. Er hört zu, weicht schon geringem Druck, macht mit und lernt schnell. Er ist dem Menschen gerne zugewandt, muss aber noch gelassener werden.

Jupiter ist eher der Dynamiker. Muss sich immer mal wieder überreden lassen mitzumachen. Wenn er mitmacht, tut er das allerdings vielversprechend. Er könnte ein Pferd für Reiter werden, die die Herausforderung lieben. Damit ist nicht gemeint, das er zickig wird oder ein Restrisiko darstellt. Er bewegt sich gerne.

Ganz das Gegenteil ist sein Palominokumpel Little Jo. Der bewegt sich gar nicht gerne. Wenigstens nicht, wenn ihn ein Mensch dazu auffordert. Interessanterweise hat er kein Problem damit, am Boden leichtem Druck zu weichen. Wenn Du drauf sitzt oder ihn im Roundpen treiben möchtest, testet er dich gnadenlos aus und versucht, dich zu dominieren. Wer ist der Stärkere? Mit seinen Musketieren hat er die Erfahrung gemacht, dass er es meistens ist und glaubt doch tatsächlich, es müsse bei den Menschen auch so sein. Da müssen wir durch – wir und er. Es wäre sonst unser erstes Pferd, bei dem es nicht klappt.

Die Überraschung Wah-tah-wah. Ich hatte sie als schreckhaftes, ängstliches und launisches Pferd kennengelernt. So wenig kooperativ, dass ich es zunächst mit ihr aufgegeben hatte. Ein völlig anders Bild bei Sabine. Sie war nach ein paar Tagen so happy mit ihr, dass ich nur staunen konnte. Das ist wieder mal ein Beleg dafür, dass die Chemie zwischen Pferd und Mensch auch stimmen muss. Zwischen uns hat sie offensichtlich nicht gestimmt. Sie hat zweifellos die schönsten Gänge von den Vieren und ist zudem ausgesprochen hübsch.

 

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Junge Leute – kleine Beute

Diejenigen, aus denen gute Jäger wurden, haben eigentlich immer so angefangen – klein. Das Perlhuhn – mühsam erarbeitet – ist Tobias`erste afrikanische Beute. Er freut sich darüber möglicherweise mehr, als der reine Trophäenjäger, der seinen dritten Elefanten für 50.000.-U$ erlegt hat. Aber – siehe vorige Meldung! – auch der hat bei der nachhaltigen Jagd in Afrika seinen Platz.

Der Natur entfremdete Stadtmenschen und die Jagdgegner sowieso werden sich womöglich angewidert schütteln, wenn sie sehen, wie unsere Nieke aufwächst. Mit toten Tieren – iigitt! Das ist aber nun einmal ein Teil des Lebens hier, ein Teil der Natur. Sie wird sich dann schon rechtzeitig entscheiden, ob das auf Dauer ihr Leben ist. In die Stadt kann sie immer noch “flüchten”. Dann weiß sie aber wenigstens, wie es draußen aussieht, und dass die Steaks nicht unter der Kühltheke wachsen.

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Entschuldigung – ich bin Jäger!

Zugegeben, es sieht manchmal schon komisch aus und hört sich oft ebenso an, wenn Jäger miteinander reden. Sonst aber ist kaum noch etwas komisch im Zusammenhang mit der Jagd. Die Jagdgegner werden immer maßloser und die Jäger selbst immer hilfloser im Zentrum des modernen Shitstorms. Ja, Jagd ist Töten und mitunter auch blutig. Nachhaltige Jagd hilft aber auch zu überleben. Das verstehen die meisten Stadtmenschen heute nicht mehr. Töten und Überleben – das passt doch nicht zusammen. Doch, es passt. Am Beispiel einer afrikanischen Farm wie der unsrigen ist das ganz einfach erklärt. Unsere Angestellten und wir essen unser Wildfleisch. Sind wir zu gierig und schießen wir zu viel, hätten wir bald kein Wild mehr. Also jagen wir schonend, wählerisch und eben nachhaltig.

Warum stattdessen nicht vegetarisch? Weil wir so nicht ausschließlich essen wollten und weil wir zudem in der trockenen Buschsavanne nicht überleben sondern schlicht verhungern würden. Die Theken der Halbwüste sind nun mal nicht so reichlich bestückt wie die der Supermärkte in den Industrieländern. Ja,aber was soll dann dieses alberne Geprotze bei und mit der Trophäenjagd? Zugegeben, da gibt es Auswüchse und man muss sich mitunter auch fragen, mit welchen Motiven der Einzelne jagt. Das aber ist mir recht egal. Das muss jeder Jäger mit sich selbst ausmachen und eben auch aushalten, dass er ausgelacht und beschimpft wird. Fakt ist aber, dass die Trophäenjäger einen erheblichen Anteil am Überleben speziell des afrikanischen Wildes leisten.

Die Einnahmen aus der Trophäenjagd halten viele Farmen und Farmer z.B. in Namibia am Leben und wichtiger noch, ein Großteil der Gelder gehen unmittelbar in den Natur- und Wildtierschutz. Personal und Fahrzeuge werden finanziert, um gegen die weiter zunehmende Wilderei vorgehen zu können, der ein Vielfaches an Wild zum Opfer fallen als durch die Trophäenjagd. Zudem profitiert die lokale Bevölkerung sowohl von den Einnahmen wie auch von dem Fleisch. Was sie wiederum davon abhält, weniger oder gar nicht mehr selbst zu wildern. Jagdgegner, die kein ideologisches Brett vor dem Kopf haben, könnten jetzt doch mal ein bisschen darüber nachdenken – oder?

Warum ich mich gerade jetzt mit dem Thema auseinandersetze, wobei es mich doch eigentlich immer schon beschäftigt? Weil sich das namibische Ministerium für Umwelt und Tourismus, dem auch die Jagd untersteht, und das sehr auf den guten Ruf Namibias als Land für Jagdtouristen bedacht hat, sich zu einem drastischen Verbot entschlossen hat. Sie verbietet Jägern, Jagdfarmern, Jagdführern und Berufsjägern die Veröffentlichung von drastischen und unethischen Jagdszenen in den sozialen Medien. Das Motiv ist eindeutig und nachvollziehbar – keine weitere Munition für die militanten Jagdhasser! Nur, ist das der richtige Weg? Oder ist das nicht nur ein Verstecken, wenn es nicht dazu führt, die ethische Jagd – in Deutschland würde man sagen die waidmännische Jagd – weiter durchzusetzen? Und welches Bild und welche Szene ist noch tolerierbar und welche nicht?Beim Versuch, komplizierte Sachverhalte mit Verboten zu regeln, zucke ich erst einmal zusammen. Verbote ändern keine Gesinnung und in diesem Falle, können sie auch nicht wegleugnen, dass Jagd eben Töten und mitunter blutig ist. Eigentlich habe ich immer versucht, die Jagdfotos auf dieser Seite so dezent und manchmal auch so ästhetisch wie möglich mit Respekt vor dem Wild auszuwählen. Ist mir sicher auch nicht immer geglückt. Ab sofort werde ich noch mehr drauf achten. Als erstes “Opfer” musste unser Jagdgast Florian herhalten. Mit ihm war es allerdings leicht, weil er selbst mit den Trophäenprotzern nichts am Hut hat. Einen Bruch hat er aber schon gerne dort. Und warum auch nicht?

Mich würde Eure Meinung zu diesem Thema interessieren!!!

 

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So war das nicht geplant

Ruben hatte sich das eigentlich ganz anders gedacht. Er hatte seine Falle ja bei uns aufgestellt, weil er dank eines Senders festgestellt hatte, dass einer seiner Geparden bei uns oft rumgeistert und immer wieder eine bestimmte Stelle kreuzt. Das deutete darauf hin, dass es dort oder anderswo bei uns einen sog. Spielbaum gibt, den auch ein anderer Gepard aufsucht – ein Konkurrent gewissermaßen.  Es kam aber etwas anders. Schon nach einigen Tagen kamen Neugierige. Aber kein Gepard. Überraschenderweise als erstes ein junger Warzenschweinkeiler.

Auf diese Weise konnten wir nebenbei feststellen, dass wir doch noch Schweine haben. Ob Zufall oder Cleverness – die sagt man ja Schweinen nicht zu unrecht nach – schaute sich der Keiler die Falle zwar auch von innen an, kam aber heil wieder raus. Als nächstes tauchte ein Erdferkel auf. Dann aber doch ein Gepard. Ruben hatte also Recht. Hier ist ein Treffpunkt. In die Falle ging er aber nicht. Wenigstens nicht gleich.

Dann aber am 4. Juli kurz nach 18.30 Uhr war es soweit. Das Signal war eindeutig. Der Gepard saß fest.

Früh am nächsten Morgen war Ruben schon wieder bei uns. Und dann die große Überraschung! Wen hatte er da gefangen? Das war gar nicht der Gepard, der ein paar Tage vorher die Stippvisite gemacht hatte.  Die Freude war dennoch groß – vielleicht sogar noch größer, weil er jetzt von noch einem Geparden in unserer Gegend weiß. Dann lief für ihn die Routine ab. Betäuben, vermessen, wiegen, nach Problemen oder besonderen Kennzeichen schauen. Letztlich natürlich ein neues Halsband mit Sender.

Einer mehr, dessen Wege verfolgt werden können. Einer mehr, der seinen Beitrag dazu leistet, seine Artgenossen vor dem Aussterben zu bewahren. Für die gesammelte Mannschaft von Gross-Okandjou war das ein Riesenereignis. Für Nieke natürlich auch. Hätte uns mittlerweile auch überrascht wenn nicht.

Wie konnte Ruben feststellen, dass es nicht erste Gepard auf der Kamera war?  Die sehen doch alle gleich aus. Die Antwort ist so einfach wie überraschend. Es gibt keinen Geparden, der eine Fellzeichnung wie ein zweiter hat. Die beiden folgenden Bilder zeigen, wie deutlich das eigentlich ist – wenn man genau hinguckt.

Wir wissen jetzt, dass wir mindestens zwei oder gar drei von diesen wunderschönen Raubkatzen immer mal wieder auf unserer Farm haben. Und das sind sicher nicht die einzigen. Dank Ruben erfahren wir jetzt regelmäßig, wo sich zumindest zwei dieser Vagabunden herumtreiben. Wir wären keine Farmer mit Rindern und Pferden, Kälbern und Fohlen, wenn wir das nicht mit gemischten Gefühlen betrachten würden. Wir bekennen  uns aber dazu, dass diese Beutegreifer in die Natur gehören – und in unsere eben auch. Da wir aber wissen, dass das nicht jeder Farmer so sieht, werden wir ihre Wanderwege nicht veröffentlichen – weder hier noch anderswo. Beruhigen tut uns dennoch, dass immer mehr Farmer, die diese herrlichen Tiere früher als Schädlinge betrachtet haben, in unserem, im Sinne der Geparden und im Sinne der Natur umdenken.

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Es geht Alles so schnell

Gerade war sie noch ein Strampelmonster, dann ein Krabbelmonster und plötzlich lief sie schon. Nun entwickelt sich Nieke zu einem Farmmonster. Wie wenn sie es im Blut hätte, dass es sinnvoll ist, sich auf einer Farm nützlich zu machen. Nützlich machen… das ist unser Standardspruch. Und Nieke macht es oder versucht es zumindest, ohne jemals dazu aufgefordert worden zu sein. Gartenarbeit, Hunde füttern, putzen oder Wassertränken kontrollieren – Alles kein Problem. Gut, beim Reiten geht es ohne Mami noch nicht. Aber das wird bald.

Im Moment ist Manu noch interessanter. Das Enkelkind von Johannes. Eigentlich heißt es ja Immanuel, aber der Name ist für Nieke noch zu lang und zu schwer. Manu also ist ihr neuer Freund. Das passt gut. Sie verstehen sich und haben so gleichaltrige Spielkameraden. Ganz wichtig auf einer sonst einsamen Farm.

Am 18. Juni kam noch ein neues Großereignis auf Nieke zu – Kindergarten! Erst mal auf Probe. Schließlich ist sie ja noch keine zwei Jahre alt. Nach anfänglicher Skepsis hat es ihr aber großartig gefallen.

Andere Kinder und Action! Beim nächsten Versuch hat sie schon mit Wasserflasche und Rucksack bepackt den Papa gedrängt, sie doch endlich in den Kindergarten nach Omaruru zu fahren.

Auf unseren Hausberg kommt sie ohne Mamas Hilfe allerdings noch nicht. Aber abwarten – lange dauert auch das nicht mehr. Die Stiefel kann man ja schon mal anprobieren.

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