Die Rinder sind die Dummen

Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit schlechtem Gewissen Rinder verkaufen. Im Grunde müssen sie dafür herhalten, dass wir bis zur nächsten Regensaison – vielleicht erst in einem Jahr – unsere Pferde irgendwie durchfüttern müssen. Schließlich züchten und halten wir unsere Pferde nicht für den Metzger sondern für unsere Gäste. Wie immer in Notzeiten fallen die Preise in den Keller. Im sogenannten freien Markt darf auch ein Farmer, der um seine Existenz bangt, nicht auf Solidarität hoffen. Und schon gar nicht in Namibia. Gerade in der Fleischbranche sitzen die Kriegsgewinnler. Also früher verkaufen, bevor die Preise ganz unten sind? Im Prinzip ja, aber wenn Du Deine Herde schon in der letzten Dürre radikal abgestockt hast, hoffst Du umso eher, dass der Regen doch noch kommt – gerade bei uns im Westen. Hier kommt er oft spät und lässt das Gras trotzdem noch wachsen. So wie es in den letzten beiden Jahren war. Diesmal aber scheint die Rechnung nicht aufzugehen. Im April ist kaum noch mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen.

Also müssen die Rinder, auf die wir schweren Herzens noch verzichten können, zur Versteigerung. Aber nicht um jeden Preis!!! Und so kam es dann auch. Die Preise für unsere Tollies waren so unverschämt niedrig, obwohl sie die beste Qualität der ganzen Versteigerung hatten, dass wir sie wieder eingepackt und nach Hause gefahren haben.

Ob das klug war und ob wir sie durchfüttern können, war uns in dem Moment egal. Diese Geier von Käufern wollten wir nicht noch fetter machen.

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Premiere!

Wir haben lange gezögert – mindestens zehn Jahre – Junias zum Einreiten unserer jungen Pferde Sporen zu geben. Den Kennern brauche wir nicht zu erklären, wie gefährlich Sporen in den falschen Händen bzw. an den falschen Stiefeln sein können. Junias hat sich aber längst unser Vertrauen verdient und weiß die Sporen ganz sicher richtig einzusetzen. Vor allem nämlich nicht als Strafe irgendwelcher Art.

Bei einigen Pferden – wie hier z.B bei Little Joe – erleichtert es ihm erheblich die Arbeit. Little Joe gehört zu den Pferden, die zu oft überredet werden müssen. Ein bisschen kitzeln mit den Sporen bewirkt da oft Wunder. Erhöhte Aufmerksamkeit, die Bereitschaft sich rund zu machen – das war im Grunde schlagartig da.

Das Abstumpfen durch ständigen Schenkeldruck für das Pferd und Ermüden für den Reiter ist somit Vergangenheit. Bei einem klugen Pferd und dem richtigen Reiter kannst Du Stück für Stück den Einsatz der Sporen und auch der Zügel zurücknehmen und im besten Falle auch ganz darauf verzichten.

Junias weiß längst, worum es geht und wird unser Vertrauen sicher nicht enttäuschen. Außerdem hat er ja nicht nur meine Sporen sondern auch meine Stiefel bekommen…(siehe oben!)

 

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Nieke wird´s schon richten

Im Moment bleibt uns nur – wie so oft – die Hoffnung. Es ist der 24. Februar und es hat noch keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Aber auch im Vorjahr und dem Jahr davor kam der Regen ja auch erst im März und hat uns im letzten Moment gerettet. Damals hatten wir auf unsere kleine Regengöttin Nieke gesetzt und tun es jetzt einfach wieder. Sie tanzt ihren Regentanz in dem bisschen Poolwasser, das ihr bleibt, und umtanzt die Solarpumpe, damit die ja nicht auch noch nur Luft pumpt.

Außerdem geht sie – wie es sich für eine richtige Göttin geziemt – mit gutem Beispiel voran.

Die Tränke für Pferde, Rinder und Wild muss auch für sie und Sando zum Planschen in der Hitze reichen. Es sind immerhin 37 Grad im Schatten.

 

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Das reicht nicht mehr lange

Alle Jahre wieder. Es ist und bleibt ein Nervenkrieg – zwischen Petrus und uns Farmern. Oder besser gesagt zwischen El Nino und den Farmern. Dass diese Regensaison unterdurchschnittlich vor allem wegen El Nino werden würde, haben die Metrologen vorausgesagt. Bisher haben sie Recht behalten. In einigen Teilen hat es zwar nennenswerte Niederschläge gegeben, aber in den meisten Gegenden – wie bei uns – gab es noch nichts Ernstzunehmendes. Nun ist die Regenzeit noch nicht zu Ende. Natürlich kann da noch Einiges kommen so wie in den letzten beiden Jahren auch. Da kam der Regen erst im März auf den letzten Drücker und wir waren gerettet. In diesen Jahren gab es aber auch keinen El Nino…

Unsere trockene Reserveweide wird uns kaum bis zur nächsten Regensaison reichen.

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Es geht doch!

Wie lange haben wir darauf gewartet, dass wir unsere wieder verwertbaren Farmabfälle in unserer Nähe abgeben können? Es gab Anläufe in Omaruru, die dann ihr Ziel aber nicht erreicht haben. Der letzte Anlauf scheint es geschafft zu haben. Die Annahmestelle gibt es immer noch und es sieht so aus, als ob sie sich etabliert hätte. Wir hatten unseren Müll als brave deutsche Müllmänner schon seit einiger Zeit getrennt. Aber was macht es für einen Sinn, wenn man nicht weiß, wohin damit. Jetzt wissen wir wohin damit und glauben auch sicher zu sein, dass der verwertbare Müll auch genutzt wird. So wird es zu einem wahren Vergnügen, den Schrott vom Hof zu schaffen.

Bei uns hat es zwar noch nie ganz so ausgesehen, wie auf der Abladestation, aber irgendwann kommst eben auch an Kapazitätsgrenzen.

Die alte Farmermethode in Form eines riesigen Lochs, in das Alles ungesehen gekippt wird, hätte schon längst der Vergangenheit angehören müssen.

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Weihnachten ein bisschen anders

Ja, so sehen bei uns die Weihnachtssterne aus. Die Bienen freuen sich.

Und so können bei uns Weihnachtsbäume aussehen.

Beide sind von uns Allen auf Gross-Okandjou als herzliche Weihnachtsgrüße für alle unsere Freunde, Gäste und Sympathisanten gedacht. Genießt – wo immer Ihr gerade seid – die hoffentlich etwas ruhigere Zeit, kommt gut ins Neue Jahr und bleibt gesund!

Das Neue Jahr??? Ich befürchte, Ihr müsst alle die Daumen drücken, dass es nicht zu heftig wird. Die Zeichen stehen eindeutig auf Dürre. Und das nach Jahren, die auch nicht so toll waren. In so einer Lage könnte man solchen Ignoranten wie Trump alles Mögliche an den Hals wünschen, damit sie begreifen, dass der Klimawandel kommt, nein, bereits da ist.

Aber jetzt ist ja erst einmal Weihnachtszeit. Einer unserer Gäste – Mathias – hat Bilder geradezu getüftelt, die in diese Zeit gut passen. Aufgenommen hat er sie allerdings im Juni. Egal, man bekommt irgendwie das Gefühl “vom Himmel hoch….”

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Der Übeltäter?

Manchmal ist es nicht leicht, sich treu zu bleiben. Wir haben immer gesagt, unsere großen Raubkatzen wie Leopard und Gepard gehören einfach dazu – auch wenn sie manchmal Schaden machen. Deswegen unterstützen wir u.a. auch das Gepardenprojekt, das Ruben bei uns mit großem Engagement betreibt. Aber wie groß darf der Schaden sein? Ich habe mich vor Jahren einmal dazu entschlossen, einen Leoparden zu erlegen, der innerhalb eines halben Jahres 17 Kälber von uns gerissen hatte. Ich denke, das versteht fast jeder.

Nun schreckte Alina eines Nachts auf, weil sie im Rinderkral am Haus ungewöhnliche Geräusche hörte. Sie konnte gerade noch erkennen, wie eine gefleckte große Katze versuchte, ein Kalb zu würgen. Wie sich später herausstellte, war ihr das bei einem anderen Kalb bereits gelungen. Gepard oder Leopard? Vom Ergebnis her gesehen für mich eigentlich egal. Nicht aber für Ruben. “Seine” Geparden tun so etwas nicht! Eine durchaus sympathische Reaktion. Aber er kennt mindestens genauso gut wie wir den Unterschied zwischen einer Leoparden- und einer Gepardenfährte. Es war eindeutig ein Gepard. Ruben müsste eigentlich wissen, dass wir seinen Zöglingen deswegen nicht gleich an den Kragen gehen – anders als andere Farmer. Wie zum Beweis dafür war wieder ein paar Tage später einer seiner gefleckten Jungs in einer Falle, die er bei uns aufgestellt hat. Was haben wir getan?

Rausgelassen natürlich. Die Zahl 17 war ja längst noch nicht erreicht. Und die Geparden sind in der Tat eher nicht nachts auf Beutezug und trauen sich auch seltener als Leoparden so nah ans Haus. Zudem ist mittlerweile immer öfter keiner der Beiden der Übeltäter. Die Population der Braunen Hyäne hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Sie ist mindestens so räuberisch wie die beiden Katzen. Auch in diesem November ist eine dieser Hyänen in eine von Rubens Falle geraten, die er bei einem Nachbarn aufgestellt hatte.

Was ist mit ihr geschehen? Auch in die Freiheit entlassen, obwohl sie wesentlich weniger schön und elegant ist als ein Gepard und zu einem neuen Feindbild taugt – wenn man unbedingt eins braucht. Was übrigens schnell passieren kann. Die namibischen Wüstenpferde sind kurz vor dem Aussterben, weil Braune Hyänen keines ihrer Fohlen am Leben lassen und die Herde damit immer kleiner wird. Im Moment hat sie nur noch 40 Kopf. Zu guten Zeiten sind es etwa 300. Um die Herde noch zu retten, plant das Umweltministerium jetzt, die Hyänen einzufangen und umzusiedeln – nicht zu töten. Tierschutz in der Natur Namibias ist mit der Attitüde der Kuscheltierfraktion nicht sinnvoll zu betreiben. Ich muss bei der Erfahrung, die wir hier machen, an die mitunter von allen Seiten hysterisch geführte Wolfsdebatte in Deutschland denken.

Diese herrlichen Bilder stammen übrigens von unserer Praktikantin Michelle Schmalz.

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Ein schönes Gefühl

Auf den ersten Blick sehen sie so aus, als hätten sie nie etwas Anderes gemacht. Die vier Hengste aus unserer Zucht, die wir im August vorigen Jahres haben legen lassen, sind seit einiger Zeit im Training und offenbaren ihren wahren Charakter. Im Busch schienen sie alle gleich zu sein. Wild, selbstbewusst, streitsüchtig untereinander. Auch als sie ans Haus zu ihren Artgenossen kamen, glaubten sie, Alles und Jeden aufmischen zu müssen. Schon bei oder auch wegen Sabines Training zeigte sich, dass sie so wild nun auch wieder nicht sind. Wie eigentlich zu erwarten war, reagierten sie sehr unterschiedlich auf das, was Sabine von ihnen bei der Bodenarbeit forderte. Mal mehr, mal weniger bereit, mitzumachen. Mal mehr, mal weniger aufmerksam.

Die verschiedenen Charaktere und Talente wurden aber von Tag zu Tag deutlicher. So ist der dunkelbraune Feuerstein Derjenige, der am besten mitarbeitet und die meiste Freude daran hat.

Der Palominoschecke Jupiter ist ihm recht ähnlich und hat die schönsten Gänge.

Der Palomino Little Joe dagegen muss immer wieder animiert werden, weil er doch lieber seinen Kopf durchsetzen möchte, lässt sich schließlich aber immer überreden.

Der Fuchs Torro muss noch etwas nachholen, weil er wegen einer Verletzung am Ohr ins Hintertreffen geraten ist. Er hat noch das Meiste von der anfänglichen Widerborstigkeit.

Nach der Vorarbeit von Sabine im Round Pen ist es jetzt aber kein Problem, sich bei den Bengeln, wie wir sie nennen, in den Sattel zu schwingen. Junias hat zwar noch einige Arbeit vor sich, aber unsere Praktikantin Leni konnte ihm dabei auch schon behilflich sein.

Michelle – gewissermaßen ihre Nachfolgerin – traut es sich ebenfalls zu, die Bengel in unserem Sinne weiter einzureiten und uns dabei zu helfen, aus ihnen das Namibische Westernpferd zu machen.

Züchterisch scheinen wir auf einem guten Weg zu sein. Das beschränkt sich übrigens nicht auf die Ex-Hengste. Auch die dunkelbraune Stute Wah-ta-wah – Tochter von Hotline und Dolorit – ist fast schon so gut wie Feuerstein. Ein schönes Gefühl.

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Das Glück des Tüchtigen

Man könnte den Eindruck haben, dass es in unserer Gegend eine Überpopulation an Geparden gibt, weil schon wieder einer in die Falle ging. Diesmal allerdings nicht bei uns sondern bei Familie Traupe –  den Nachbarn auf Okarundu. Dieser Eindruck täuscht. Tatsache ist, dass die Geparden längere Wegstrecken zurücklegen und durch größere Reviere streifen , als wir bisher angenommen haben. Das ist bereits ein Ergebnis von Rubens Arbeit, das die von ihm besenderten Geparden geliefert haben.

Diesmal ist wieder ein Kuder – ein Männchen – in die Falle gegangen. Was dann abläuft, ist für Ruben Routine. Für unsere Gäste allerdings, die wir mitbringen durften, ist es höchst spannend. Betäuben, Senderhalsband, Blutabnahme, vermessen, wiegen.

Dieser Kuder wiegt übrigens nur 37 kg. Das ist wenig. Mit seiner Jugend alleine ist das nicht zu erklären. Es ist spät geworden und Rubens Arbeit muss schnell von der Hand gehen. Wir helfen ihm dabei, soweit wir dazu in der Lage sind.

Es ist alles gut verlaufen. Leider war es zum fotografieren schon zu dunkel, als er wieder aufwachte und aus der Falle taumelte. Aber es dauerte dann nicht lange, bis er in der den Geparden eigenen Eleganz und Geschwindigkeit im Busch verschwand.

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Jeder Tropfen zählt!?

Jeder Tropfen zählt, oder wie Hundertwasser das einmal künstlerisch ausgedrückt hat, jeder Regentropfen sei ein Kuss des Himmels. Aber stimmt das überhaupt? Namibische Farmer freuen sich in der Tat über jeden Tropfen. Kein Wunder, wenn man monatelang Staub schluckt. Meine Beobachtung ist allerdings, dass früher Regen – also in der sogenannten kleinen Regenzeit – durchaus problematisch sein kann. Die Weide bekommt einen kleinen grünen Schub und verdorrt in den nächsten trockenen Wochen wieder, um es dann in der großen Regenzeit – wenn sie überhaupt kommt – schwerer zu haben. Die beiden letzten Jahre haben mir gezeigt, dass guter, regelmäßiger Regen im März bei uns im Westen für eine satte Weide ausreichend ist. Ich kann nun nur hoffen, dass mich jetzt nicht alle Regengötter und Hundertwasserfans verteufeln und die große Regenzeit ausbleibt oder zumindest mager wird. Was durchaus passieren kann. Die Wetterfrösche haben schon gewarnt, dass El Nino wieder mal im Anmarsch ist. Ach so, wir hatten Anfang Oktober 2 mm Regen und gegen Ende 24 mm.

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