So war das nicht geplant

Ruben hatte sich das eigentlich ganz anders gedacht. Er hatte seine Falle ja bei uns aufgestellt, weil er dank eines Senders festgestellt hatte, dass einer seiner Geparden bei uns rumgeistert. Er wollte ihn fangen, um ihn untersuchen zu können. Ist er fit? Hat er zu- oder abgenommen? Ist er größer geworden etc. Es kam aber ganz anders. Schon nach einigen Tagen kamen Neugierige. Überraschenderweise als erstes ein junger Warzenschweinkeiler.

Auf diese Weise konnten wir nebenbei feststellen, dass wir doch noch Schweine haben. Ob Zufall oder Cleverness – die sagt man ja Schweinen nicht zu unrecht nach – schaute sich der Keiler die Falle zwar auch von innen an, kam aber heil wieder raus. Als nächstes tauchte ein Gepard auf. Rubens Gepard? Schwer zu erkennen. In die Falle ging er nicht.

Dann aber am 4. Juli kurz nach 18.30 Uhr war es soweit. Das Signal war eindeutig. Der Gepard saß fest.

Früh am nächsten Morgen war Ruben schon wieder bei uns. Und dann die große Überraschung! Wen hatte er da gefangen? Das war nicht „sein“ Gepard. Das sah er schon, ohne das fehlende Senderhalsband zu bemerken. Die Freude war dennoch groß – vielleicht sogar noch größer, weil er ein neues „Opfer“ für sein Projekt hatte. Dann lief für ihn die Routine ab. Betäuben, vermessen, wiegen, nach Problemen oder besonderen Kennzeichen schauen. Letztlich natürlich ein neues Halsband mit Sender.

Einer mehr, dessen Wege verfolgt werden können. Einer mehr, der seinen Beitrag dazu leistet, seine Artgenossen vor dem Aussterben zu bewahren. Für die gesammelte Mannschaft von Gross-Okandjou war das ein Riesenereignis. Für Nieke natürlich auch. Hätte uns mittlerweile auch überrascht wenn nicht.

Wie konnte Ruben feststellen, dass es nicht sein Gepard war? Natürlich weil er kein Halsband hatte. Das aber hätte er auch verloren haben können. Die Antwort ist so einfach wie überraschend. Es gibt keinen Geparden, der eine Fellzeichnung wie ein zweiter hat. Die beiden folgenden Bilder zeigen, wie deutlich das eigentlich ist – wenn man genau hinguckt.

Wir wissen jetzt, dass wir mindestens zwei von diesen wunderschönen Raubkatzen immer mal wieder auf unserer Farm haben. Und das sind sicher nicht die einzigen. Dank Ruben erfahren wir jetzt regelmäßig, wo diese Vagabunden sich rumtreiben. Wir wären keine Farmer mit Rindern und Pferden, Kälbern und Fohlen, wenn wir das nicht mit gemischten Gefühlen betrachten würden. Wir bekennen  uns aber dazu, dass diese Beutegreifer in die Natur gehören – und in unsere eben auch. Da wir aber wissen, dass das nicht jeder Farmer so sieht, werden wir ihre Wanderwege nicht veröffentlichen – weder hier noch anderswo. Beruhigen tut uns dennoch, dass immer mehr Farmer, die diese herrlichen Tiere früher als Schädlinge betrachtet haben, in unserem, im Sinne der Geparden und im Sinne der Natur umdenken.

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