Entschuldigung – ich bin Jäger!

Zugegeben, es sieht manchmal schon komisch aus und hört sich oft ebenso an, wenn Jäger miteinander reden. Sonst aber ist kaum noch etwas komisch im Zusammenhang mit der Jagd. Die Jagdgegner werden immer maßloser und die Jäger selbst immer hilfloser im Zentrum des modernen Shitstorms. Ja, Jagd ist Töten und mitunter auch blutig. Nachhaltige Jagd hilft aber auch zu überleben. Das verstehen die meisten Stadtmenschen heute nicht mehr. Töten und Überleben – das passt doch nicht zusammen. Doch, es passt. Am Beispiel einer afrikanischen Farm wie der unsrigen ist das ganz einfach erklärt. Unsere Angestellten und wir essen unser Wildfleisch. Sind wir zu gierig und schießen wir zu viel, hätten wir bald kein Wild mehr. Also jagen wir schonend, wählerisch und eben nachhaltig.

Warum stattdessen nicht vegetarisch? Weil wir so nicht ausschließlich essen wollten und weil wir zudem in der trockenen Buschsavanne nicht überleben sondern schlicht verhungern würden. Die Theken der Halbwüste sind nun mal nicht so reichlich bestückt wie die der Supermärkte in den Industrieländern. Ja,aber was soll dann dieses alberne Geprotze bei und mit der Trophäenjagd? Zugegeben, da gibt es Auswüchse und man muss sich mitunter auch fragen, mit welchen Motiven der Einzelne jagt. Das aber ist mir recht egal. Das muss jeder Jäger mit sich selbst ausmachen und eben auch aushalten, dass er ausgelacht und beschimpft wird. Fakt ist aber, dass die Trophäenjäger einen erheblichen Anteil am Überleben speziell des afrikanischen Wildes leisten.

Die Einnahmen aus der Trophäenjagd halten viele Farmen und Farmer z.B. in Namibia am Leben und wichtiger noch, ein Großteil der Gelder gehen unmittelbar in den Natur- und Wildtierschutz. Personal und Fahrzeuge werden finanziert, um gegen die weiter zunehmende Wilderei vorgehen zu können, der ein Vielfaches an Wild zum Opfer fallen als durch die Trophäenjagd. Zudem profitiert die lokale Bevölkerung sowohl von den Einnahmen wie auch von dem Fleisch. Was sie wiederum davon abhält, weniger oder gar nicht mehr selbst zu wildern. Jagdgegner, die kein ideologisches Brett vor dem Kopf haben, könnten jetzt doch mal ein bisschen darüber nachdenken – oder?

Warum ich mich gerade jetzt mit dem Thema auseinandersetze, wobei es mich doch eigentlich immer schon beschäftigt? Weil sich das namibische Ministerium für Umwelt und Tourismus, dem auch die Jagd untersteht, und das sehr auf den guten Ruf Namibias als Land für Jagdtouristen bedacht hat, sich zu einem drastischen Verbot entschlossen hat. Sie verbietet Jägern, Jagdfarmern, Jagdführern und Berufsjägern die Veröffentlichung von drastischen und unethischen Jagdszenen in den sozialen Medien. Das Motiv ist eindeutig und nachvollziehbar – keine weitere Munition für die militanten Jagdhasser! Nur, ist das der richtige Weg? Oder ist das nicht nur ein Verstecken, wenn es nicht dazu führt, die ethische Jagd – in Deutschland würde man sagen die waidmännische Jagd – weiter durchzusetzen? Und welches Bild und welche Szene ist noch tolerierbar und welche nicht?Beim Versuch, komplizierte Sachverhalte mit Verboten zu regeln, zucke ich erst einmal zusammen. Verbote ändern keine Gesinnung und in diesem Falle, können sie auch nicht wegleugnen, dass Jagd eben Töten und mitunter blutig ist. Eigentlich habe ich immer versucht, die Jagdfotos auf dieser Seite so dezent und manchmal auch so ästhetisch wie möglich mit Respekt vor dem Wild auszuwählen. Ist mir sicher auch nicht immer geglückt. Ab sofort werde ich noch mehr drauf achten. Als erstes „Opfer“ musste unser Jagdgast Florian herhalten. Mit ihm war es allerdings leicht, weil er selbst mit den Trophäenprotzern nichts am Hut hat. Einen Bruch hat er aber schon gerne dort. Und warum auch nicht?

Mich würde Eure Meinung zu diesem Thema interessieren!!!

 

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