Nicht so lecker wie Perlhuhn

Athos macht gute Fortschritte und die Arbeiten werden schwerer – auch im doppelten Sinne. So ein Schakal wiegt schon seine 10 Kilo und riecht wesentlich unangenehmer als ein Perlhuhn. So war es nicht verwunderlich, dass er sich zunächst geweigert hat, diesen Burschen aufzunehmen und zu apportieren. Es dauerte aber nicht lange und seine Aversion schlug eher in Aggression um. Schließlich packte und apportierte er den verendeten Schakal.

Auffällig ist allerdings, dass Athos ständig unter Dampf ist. Er will ständig Action und ist oft übereifrig. Das liegt sicher auch an mir und den Jagdbedingungen hier. Ein guter Schweißhund muss unter deutschen Bedingungen ruhig am Riemen arbeiten. Hier ist es hauptsächlich seine Aufgabe, krankes Wild zu finden, zu hetzen und zu stellen. Und das meistens nicht am Riemen. In den letzten Wochen hat er das sechsmal auf Großwild erfolgreich getan. Zwei Stücke hätten wir ohne seine Hilfe nur schwer gefunden. Dazu muss man wissen, dass gerade Oryx trotz guter Schüsse fast nie am Anschuss liegen bleiben.

Jetzt stecke ich natürlich in einem Dilemma, weil ich mit Athos sowohl in Namibia als auch in Deutschland jagen möchte. Zudem will ich ja auch die für Vorstehhunde wichtigen Prüfungen mit ihm machen. Dafür muss er aber unbedingt ruhiger werden. Die Anlagen für das, was von ihm erwartet wird, hat er mehr als ausreichend. Gilbert aus Mulhouse im Elsass, von dem Athos und ich schon viel gelernt haben, wird uns wohl dabei helfen müssen. Schließlich will ich ja auch mein Versprechen einlösen, das ich dem Züchter Philipp gegeben habe, und ihn erfolgreich auf den Prüfungen führen.

 

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Schon eingeweiht

Es war höchste Zeit. Der alte Ansitz am Mittelposten ist im Laufe der Jahre unbrauchbar geworden. Erst haben die Erdferkel ihn derart untergraben, dass du Angst haben musstest, irgendwann einen Meter tiefer zu sitzen, und schließlich hat es den Schattenbaum nicht mehr gehalten. Auch den haben die Erdferkel so lange unterminiert, bis die Wurzeln ihn nicht mehr halten konnten.  Also musste ein neuer her. Der steht jetzt auf jeden Fall besser im Wind und gewährt einen Rundumblick. Robert hat diesen Vorteil bereits genutzt und ihn mit einem Oryx für die Küche zwei Tage nach der Fertigstellung eingeweiht.

 

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Ganz in Weiß

Wie sagen wir immer? Fleisch ist das Gold auf einer Farm. Wenn dem so ist, muss es auch entsprechend respektvoll behandelt werden. Nicht, dass wir das nicht bisher schon getan hätten, aber man kann sich bekanntlich immer noch verbessern. Die mitunter etwas sehr rustikale Art unserer Mitarbeiter, mit dem Fleisch umzugehen, hat uns letztlich die Feinarbeit machen lassen. Aber es gibt auch einen anderen Weg. Fortbildung! So haben wir Junias einen 1. Hilfe Kurs machen lassen und Hermann jetzt einen Kurs für Fleischverarbeitung. Unsere Freunde von Krumhuk, die auf ihrer Farm mittlerweile einen modernen Fleischbetrieb auf die Beine gestellt haben, hatten diesen Kurs angeboten. Hermann hat sich geschickt angestellt und gewissermaßen als Urkunde diesen weißen Kittel bekommen. Mal sehen, wie lange er weiß bleibt.

Der Oryxrücken ist auf jeden Fall sauber ausgebeint und für eine gute Suppe ist noch genug dran geblieben.

 

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Halbseidenstraße

So schnell kann es gehen, dass man in der globalisierten Welt von einem Phänomen betroffen ist, das man weit, weit weg von sich selbst wähnte. Chinas Neuauflage der Seidenstraße ist so ein gigantisches machtpolitisches Projekt, dass man sich kaum vorstellen kann, davon auch im namibischen Busch betroffen sein zu können. In gewisser Weise sind wir das aber – wenn auch in viel kleinerem Maßstab. Deshalb nenne ich es auch “Halbseidenstraße”. “Halb” wegen der geringen Größe und “Halbseiden…” wegen des kriminellen Hintergrunds. Aber der Reihe nach:

Vor elf Jahren schon hatten wir uns dagegen gewehrt, dass unser wunderschöner Sundownerplatz mit Blick gen Westen über den Brandberg hinweg Opfer einer Minengesellschaft wird, die hier Granit abbauen wollte. Nachdem bereits einige Tonnen abgebaut waren, waren wir mit unserem Widerstand erfolgreich. Warum wissen wir allerdings bis heute nicht genau. Mitte dieses Monats – ausgerechnet zu meinem Geburtstag – bekamen wir den Hinweis, dass an der selben Stelle wieder schwere Maschinen aktiv sind.

Gesehen oder gehört hatten wir das nicht, weil dieser Granitberg an unserem nördlichsten Grenzzipfel etwas versteckt liegt. An diesem Zipfel haben fünf Farmen eine gemeinsame Grenze. Der Besitzer einer dieser fünf Farmen hat offensichtlich einem Joint Venture zwischen einem Namibier und einer chinesischen Firma die Erlaubnis erteilt, auf seinem Gelände eine aufwändige Infrastruktur für den späteren großräumigen Abbau zu erteilen. Das Problem ist nur, dass weder der Namibier noch die Chinesen eine gültige Lizenz haben – weder zum prospektieren noch zum abbauen.

Das nächste Problem ist, dass sowohl der benachbarte Farmer als auch die Chinesen vor ihren Aktivitäten laut Gesetz Kontakt mit den angrenzenden Farmern hätten aufnehmen müssen, um sich eventuell auf ein Vorgehen zu einigen.

Und das dritte und für uns im Moment gravierendste und ärgerlichste Problem ist, dass die Bauarbeiter mit ihren schweren Maschinen bereits auf unser Gebiet vorgedrungen sind, dabei den Grenzzaun, den gesamten Sundownerplatz und – noch viel schlimmer – Buschmannmalerein zerstört haben.

Gemeinsam mit unserem Nachbarn von Etendero leisten wir nun Widerstand. Zunächst einmal haben wir das Minenministerium, das Umweltministerium und die Behörde für den Erhalt nationalen Kulturguts über die Lage informiert. Bisher gab es keine Rückmeldung. Wie wir aus einigen Quellen erfahren haben, sei vor allem das erstgenannte Ministerium nicht ganz frei von Korruption. Zudem muss man wissen, dass die Chinesen seit sie den Freiheitskampf der Swapo unterstützt haben, in Namibia einen auch von der Regierung tolerierten oder auch gedeckten Sonderstatus genießen. Halbseidenstraße…

Wir haben uns für den geraden, rechtsstaatlichen Weg entschieden: Juristischen Rat eingeholt, Anzeige erstattet und unsere Grenze so markiert, dass sie niemand mehr übersehen kann.

Das mit der Anzeige war gar nicht so einfach. Es dauerte Tage, bis ich den Kommandanten der Polizeistation Omaruru davon überzeugen konnte, von welcher Dimension dieser Fall ist. Ich erinnerte ihn u.a. daran, in welchem Umfang ebenfalls chinesische Firmen im Norden Namibias ebenfalls illegal die wenigen uralten Edelholzbäume abholzten. Es gibt noch mehr Beispiele in diesem Land, wie Chinesen hiesige Ressourcen plündern.

Schließlich erklärte sich der Polizeichef sogar bereit, sich den Tatort persönlich anzuschauen. Er war sichtlich überrascht, dass ich nicht übertrieben hatte. Trotzdem neigte er eher dazu, mich von der Anzeige abzubringen. Müßig darüber zu spekulieren warum. Zwei Tage vor Monatsende war die Anzeige dann endlich in den Akten der Polizeistation. Sie war übrigens vom Polizeichef persönlich vorformuliert und in der Sache korrekt.

Der vorläufige Höhepunkt des Projekts “Halbseidenstraße” war ein überraschender Anruf ebenfalls am 30. August. Er kam von dem Mann, der vor elf Jahren schon einmal an der selben Stelle den Granit abbauen wollte. Er teilte mir mit, dass er mit der chinesischen Firma eine heftige Auseinandersetzung führe, weil er immer noch im Besitz einer gültigen aber ruhenden Lizenz für unseren Sundownerplatz sei. Da kam mir eine alte Militärtaktik in den Sinn “Der Feind meiner Feinde ist mein Freund” – natürlich nur so lange, bis die Schlacht geschlagen ist. Das kann noch spannend werden.

Und da gibt es noch eine interessante Beobachtung. Das mag Jeder für sich einschätzen, wie er will. Zu der neu installierten Infrastruktur gehören auch moderne Wohncontainer mit Küche, Wohnräumen, sanitären Einrichtungen.

Als wir dort waren, waren sie ausschließlich von chinesischen Arbeitern genutzt. Die afrikanischen Arbeiter hausten außerhalb des eingezäunten Camps in Zelten bzw. unter freiem Himmel.

 

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Auf dem Rücken der Pferde….

…und hinter dem Rücken der Mama. Nieke ist gerade drei Jahre alt und wächst mit Pferden so auf, als wären sie die ganz natürlichen Partner des Menschen. Sie sind es ja eigentlich auch, aber in unseren modernen Zeiten kann man manchmal den Eindruck gewinnen, sie seien  Sportgerät, Statussymbol oder auch Kompensation für gescheiterte Beziehungskisten bzw. Mangel an menschlicher Zuwendung. Für Nieke ist das Alles noch kein Thema. Sie genießt einfach ihren ersten Ausritt mit den Tieren und Menschen, die sie lieb gewonnen hat.

So ganz bequem ist es auf Dauer hinter dem Rücken der Mama dann doch nicht. Für wen wohl geht es dann zu Fuß weiter?

Als Dank dann in der Pause ein Bierchen für die großen Reiter – auch der Fotograf bekommt eins – und für Nieke gibt´s den von ihr so geliebten Farmdudler.

Heimwärts kurz vor Sonnenuntergang.

 

 

 

 

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Die Rekordjägerin

Sie war jetzt schon das neunte Mal bei uns. Und wie es aussieht, wird es auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Moni ist einfach eine treue Seele. Irgendetwas scheint ihr bei uns besonders zu gefallen. Ich nehme mal an, dass es vor allem die familiäre Atmosphäre ist. Sie liebt die Menschen ob klein oder groß und die Menschen lieben sie. So einfach kann das manchmal sein.

Ganz dicht auf ihren Fersen sind Katrin und Holger. Jedes Jahr seit 2012 kommen sie und gehen wieder schweren Herzens.

Diesmal allerdings ist es ihnen doch etwas leichter gefallen, weil sie kurz vor ihrem Flug nach Windhoek zum ersten Mal Großeltern geworden sind. Aber dank WhatsApp sind sie natürlich auf dem Laufenden geblieben über die Entwicklung des Sprösslings. Katrin und Holger kommen selten zur Ruhe. Höchstens wenn Katrin sich wieder einmal eine Zigarette anzündet. Sonst packen sie überall mit an, obwohl sie doch eigentlich Reiturlaub machen.

Motorrad reparieren, Quadbike testen, Pferde und Rinder suchen, Wanderkarten erstellen – um nur Einiges zu nennen.

Es gibt eben Menschen, die sich im Aktivurlaub am besten erholen. Wir können und wollen sie nicht bremsen. Denn wer sich bei uns nützlich macht, ist hoch angesehen.

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Das kann er jetzt auch

Junias ist in der Tat ein vielseitiges Talent. Er kann phantastisch Spuren lesen, mit Pferden umgehen und reiten und auch mit Gästen umgehen. Und jetzt kann er sogar im Falle eines Falles verletzten Gästen helfen. In dieser Lage waren wir in den vielen Jahren zum Glück noch nicht – aber man weiß ja nie. Unsereins macht alle drei Jahre einen First Aid Auffrischungskurs, um auf dem Laufenden zu bleiben. So werden wir das mit Junias in Zukunft auch halten. Auch andere Arbeiter werden wir animieren, diesen Kurs zu machen. Es müssen ja nicht nur die Gäste sein, denen geholfen werden muss. Im Busch bei der Arbeit kann immer etwas passieren.

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….aber es beruhigt!

32 Tonnen über eine Strecke von 2000 Kilometer aus Südafrika. Das ist viel und ein Riesenaufwand. Vom Preis schweigen wir lieber. Und dennoch wird es nicht reichen, wenn die Katastrophe eintritt – aber es beruhigt! Zumal wir gar nicht so genau wissen, wie die Katastrophe aussehen könnte. Wir wissen nicht genau, wie lange die Restweide draußen im Busch noch reichen wird. Und wir wissen natürlich nicht, wie die nächste Regensaison aussehen wird. Kommt der Regen erst wieder im März oder gar nicht, dann wissen wir allerdings, was eine Katastrophe ist.

Jetzt aber freuen wir uns erst einmal über die 32 Tonnen Beruhigungspillen und die Hilfe von Gunnar, der  das Entladen des Siebenachsers  mit seinem Gabelstapler erst möglich gemacht hat. Bis zu 600 Kg wiegt so ein Ballen. Da geht mit Muskelkraft gar nichts.

Jetzt wird sich natürlich jeder fragen, wie viel Pferde und Rinder wir damit durchfüttern können. Auf jeden Fall erheblich weniger, als einem die Menge suggeriert. Wenn man davon ausgeht, dass auch ein genügsames Namibisches Westernpferd ca. 20 Kg Gras am Tag benötigt, dann können wir damit 15 Reitpferde 106 Tage in Kondition halten. Wir haben aber 60 Pferde und immer noch über 80 Rinder. Man bekommt also schon eine Ahnung davon, wie eine Katastrophe aussehen könnte…

 

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Rockys letzter Kampf

Er war der lebende Beweis für unsere These, dass die namibischen Farmpferde eine hervorragende Basis für die Zucht von Westernpferden sind. Rocky hatte fast alles, was der Westernreiter von seinem Pferd erwartet. Er war gelassen, zuverlässig, wendig, spurtstark und vor allem ausdauernd. Und er war das, was keinem hochgezüchteten Quarterhorse beigebracht werden kann. Er war zäh und angepasst an die harten Verhältnisse in Namibia. Aber leider verlieren auch diese Pferde ihren letzten Kampf. Als wir gesehen haben, dass es mit ihm bergab ging, haben wir seit langem wieder einmal über sein Alter nachgedacht und waren verblüfft. Vor gut zehn Jahren hatten wir ihn von der Rock Lodge gekauft, weil er uns von der Straße aus aufgefallen war. Immer stand er einsam aber stolz am Zaun. Damals schon meinte unser Tierarzt, dass er mindestens 20 Jahre alt ist – wahrscheinlich mehr. Wenn er jetzt also mit über 30 Jahren seine Ruhe gefunden hat, dann ist das auf die Dürre allein nicht zurückzuführen. Irgendwann reicht die Kraft eben nicht mehr.

Noch vor zwei Jahren schien er voll im Saft zu stehen und war bei unseren Gästen eines der beliebtesten Pferde.

Gerade beim Rindertreiben verschaffte er auch den Unerfahrenen ihr Erfolgserlebnis.

Für die, die ihn kannten und liebten noch einige Bilder aus Rockys erlebnisreichem und fleißigem Leben.

 

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Er gibt noch sein Letztes

Nach dem Datsun alias Blues Mobil war er das älteste Fahrzeug auf Gross-Okandjou. 1989 haben wir ihn von unserem leider längst verstorbenen alten Freund Kurt übernommen – gebraucht aber gut in Schuss. Immer wieder hat er sich aufgerappelt und den Fahrkünsten unserer Arbeiter erfolgreich Widerstand geleistet. Aber nach 35 Jahren war dann doch Schluss. Alles Schweißen und Schrauben machte keinen Sinn mehr. Namibia wäre aber nicht Namibia und ein Toyota Bakkie kein Toyota Bakkie, wenn da nicht doch noch irgendetwas ginge.

Kai hat ihn abgeschleppt, wird ihn ausschlachten und als Bezahlung bei uns die Dinge auf der Farm reparieren, für die wir zu ungeschickt oder zu bequem sind. Resourcenverschwendung sieht anders aus.

 

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