Gestern war der 27. Januar

Na und? Was bedeutet dieser Tag? Eigentlich nichts mehr. Dass es der Geburtstag des letzten deutschen Kaisers war, daran hat man sich im ehemaligen Deutsch-Südwest sicher länger erinnert als anderswo. Für Einige bedeutet das sogar heute noch etwas. Wichtiger ist aber eigentlich, dass dieses Datum immer der Startschuss der Großen Regenzeit gewesen sein soll. Aber auch das ist so bedeutungslos geworden wie Kaisers Geburtstag. Wenn man so will, ist auch sie nicht mehr kaisertreu. Wenn Wilhelm der Zweite gewusst hätte, dass die Erinnerung an ihn dem Klimawandel zum Opfer fällt…

Statistisch gesehen sind die letzten sieben Jahre in Namibia Dürrejahre. Dass einige Farmer Glück hatten – wir auch gelegentlich – ändert nichts an der Konkretisierung des Klimawandels auch in Namibia. Und im Übrigen hatten wir in den glücklicheren letzten  Jahren erst im März den ersten Regen. Und diesmal? Ein bisschen im Dezember und auch ein bisschen im Januar. Wenn nichts nachkommt, wird 2020 das achte Dürrejahr.

Natürlich freut man sich über jeden Tropfen, aber lange Pausen zwischen den Tropfen sind eher von Schaden, als wenn der Regen erst im März kommt – wenigstens bei uns im Westen. Unsere neue Weide – oder das, was einmal Weide werden soll – strahlt im Moment keinen Optimismus aus. Aber wie gesagt, es ist ja noch nicht März.

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Unser Christkind…

…ist doch eine Regengöttin. Haargenau zum heutigen Heiligen Abend hat sie es regnen lassen und uns damit das größtmögliche Geschenk gemacht. Eigentlich ist es eine Bestätigung dessen, was sich in dieser kleinen Regenzeit im Dezember schon angedeutet hatte. Der Bann scheint gebrochen. Das Rekorddürrejahr 2019 gerät so langsam in Vergessenheit. Natürlich gibt es Erfahrungen, die einen weiter skeptisch sein lassen. So sagen viele alte Farmer “grüner Weihnacht folgt schwarzes Ostern”. Gemeint ist damit, dass es immer mal wieder passiert ist, dass es in der Spanne zwischen kleiner und großer Regenzeit gar nicht mehr oder nicht mehr genügend regnete und das Gras verdorrt ist. Aber ehrlich gesagt, heute interessiert uns das nicht. Das durstige Land braucht jeden Tropfen – egal wann und wie oft. Und es gab für uns im Dezember schon einige Tropfen – im Schnitt etwa 6o mm. Das ist etwa die Hälfte von dem, was wir in der gesamten letzten Regensaison abbekommen haben.

Die 60 mm sind auf einen völlig ausgetrockneten, verdichteten Boden gefallen. Das hat Vor- und Nachteile. Im Moment freuen wir uns über die Vorteile. Das Wasser konnte gar nicht so schnell im Boden versickern und aufgehalten von Gras wurde es auch nicht, weil es kein Gras mehr gab. Das brachte Segen für einen Teil unserer Not. Nachteile sind Erosion und das mögliche Wegspülen der letzten Graspollen.

Der Tierposten war sofort randvoll und auch der Neudamm bekam wieder Zufluss.

Gerade der Tierposten ist besonders wichtig, weil der dortige Brunnen direkt vom Dammwasser nach einigen Wochen des Versickerns wieder aufgefüllt wird.

Auch unser Okandjou lief wieder einige Male und macht Hoffnung auf einen Anstieg des Grundwasserspiegels.

Wir sind sicher, dass sich unsere Freunde und Gäste mit uns über dieses erlösende Wunder der Natur zu Weihnachten freuen. Und wir sind auch sicher, dass uns viele von ihnen die Daumen gedrückt haben. Dafür ganz herzlichen Dank! Wir alle von Gross-Okandjou wünschen Euch ein friedliches und frohes Weihnachtsfest und ein 2020, dass für Euch ähnlich tolle Überraschungen parat hat, wie wir sie von unserer christkindlichen Regengöttin oder unserem regengöttlichen Christkind erfahren haben.

 

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Dann doch lieber Zahnarzt

Beim Zahnarzt tut es kurz – oder manchmal auch etwas länger – weh und dann ist aber gut. Beim Bohren nach Wasser tut es stundenlang weh. Es ist der Zweifel, der die ganze Zeit an dir nagt. Hat Albertos Wünschelrute richtig angezeigt oder nicht?  100 Meter bohren, 100 Meter Hoffnung. Die stirbt bekanntlich zuletzt.

Diesmal ist sie gleich einen doppelten Tod gestorben. Zweimal bis auf 100 Meter Tiefe und kein Wasser! So tief haben wir noch nie bohren lassen. Beim letzten Bohrloch kam das Wasser nach 60 Metern. Natürlich hat Alberto vorsorglich darauf hingewiesen, wie es alle Wünschelrutengänger tun, dass er nicht garantieren kann, dass wir tatsächlich auf Wasser stoßen. Das überhörst du aber gerne. Die Hoffnung eben…

Nun haben wir eine beachtliche Summe ausgegeben und sind so schlau wie vorher. Dabei kann es aber nicht bleiben. Wir brauchen unbedingt ein zweites Bohrloch am Haus als Reserve, falls das erste einmal ausfallen sollte. Genau genommen das zweite, denn das erste ist bereits ausgefallen. Wir müssen also -wie das hier immer so schön heißt – einen Plan machen. Nur was für einen? Das  Vertrauen in Wünschelrutengänger ist erst einmal erschüttert. Alberto war jetzt schon der dritte, bei dem die Rute an der falschen Stelle im falschen Moment gezuckt hat.

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Platz für Plätzchen

Es ist gar nicht so einfach, in der namibischen Hitze Adventsstimmung aufkommen zu lassen. Da fehlt ja doch so Vieles. Schnee, Frost, Tannenzweige, Adventskranz und vor allem der Duft. Der aber ist wenigstens zum Teil herstellbar. Und Nieke weiß ja auch noch gar nicht, was ihr fehlen könnte. Advent und Weihnachten in Deutschland kennt sie noch nicht. Also muss der Duft von Plätzchen für all das Andere herhalten.

Und es hat geduftet, was die Mädels der Farm da gezaubert haben. Fragt sich nur, wer so viel Platz hat, um all die Plätzchen auch zu essen.

Da fällt mir ein – es wird nichts übrig bleiben. Die Kinder unserer Angestellten und die Angestellten selbst werden keinen Krümel übriglassen. Also wissen Alina, Aletha, Selma, Renee, Miriam und Nieke natürlich jetzt schon, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Falls wir zu Weihnachten unter Wasser stehen sollten (Scherz!!!!) wünschen wir jetzt schon mal allen Freunden, Gästen und Sympathisanten eine friedliche Adventszeit und ein Frohes Fest! Und schon mal ein paar Plätzchen zum kosten…

 

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Augen zu und durch!

Jetzt ist genau die richtige Zeit. Es sind kaum noch Gäste da und jetzt gehört die ganze Zuwendung den Jungpferden. Manche haben fast schon zu lange auf ihre Ausbildung warten müssen. Dennoch werden sie nicht im Schnelldurchgang trainiert. Das rächt sich später. Wir lassen uns Zeit und die bestimmt das Pferd. Gelassenheit – das ist das Allerwichtigste – nicht nur für unsere Namibischen Westernpferde. Wenn es noch nicht richtig klappt und noch nicht verinnerlicht ist, geht es wieder von vorne los. Unsere Praktikantin Renee ist dabei eine große Hilfe.

Unser mittlerweile alter Hase Junias ist immer dabei und steht mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch so ein talentiertes Mädel wie Renee kann noch Einiges von ihm lernen – die Pferde sowieso.

Auch unser jüngster Spross muss schon ran – Namib Rose. Sie war in ihren jetzt sieben Monaten nur im Busch. Aber auch dort hatte sie schon gezeigt, dass sie eine coole Socke ist. Daran hat sich jetzt beim ersten Handling nichts geändert.

Zur Erinnerung:

So sah Namib Rose kurz nach ihrer Geburt aus. Ice ist ihre Mutter.

 

 

 

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Im Doppelpack

Das passiert wirklich selten bei uns – Zwillinge! Bei Pferden hatten wir das noch nie. An die letzten Zwillinge bei Rindern kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Normalerweise sagt man, dass es Zwillinge eigentlich nur unter besonders guten Bedingungen gibt. Die Eltern topfit und Futter bis zum Abwinken. Aber davon kann zur Zeit bei uns nun wirklich nicht die Rede sein. So freuen wir uns im doppelten Sinne doppelt. Bei so einem kleinen Wunder werden die Kälbchen wohl wieder einmal Namen bekommen. Noch ist die Phantasie gefragt.

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…und noch ein Versuch

Ich weiß gar nicht mehr, wie viel Wassersucher wir schon auf der Farm hatten. Wünschelrutengänger und Geologen und auch Bohrmeister, die vorher wünschelten. Die Erfolge waren von allen gleichermaßen bescheiden. Aber was willst Du machen? Wenn Du Wasser brauchst, musst Du es immer wieder probieren. Garantien gibt Dir keiner – die Unseriösen ohnehin nicht aber auch die Seriösen nicht. Niemand kann sagen, hier und dort gibt es auf jeden Fall Wasser. Sie sagen eben nur “hier müsste eigentlich” – meine Lieblingsformulierung! Hier müsste eigentlich eine Ader sein. So stark wie meine Rute ausschlägt. Eine Ader – ja – aber ob sie auch Wasser enthält und wie tief  sie ist, das kann ich Dir nicht sagen.

So hat es diesmal auch Alberto gehalten, der uns empfohlen worden ist. Besser tief- als hochgestapelt. Das Risiko tragen in jedem Falle wir. Lassen wir bohren,  wo lassen wir bohren und wie tief lassen wir bohren? Einmal hatten wir wirklich Glück, als ein Bohrmeister mit Wünschelrute in der Nähe des Hauses in 50 Meter Tiefe Wasser fand. Davon leben wir heute noch. Aber genau das ist das Problem. Wir haben am Haus nur noch dieses eine Bohrloch. Und das ist riskant. Also hatte Alberto zunächst den Auftrag, in der Nähe des Hauses nach möglichen Wasseradern zu suchen.

Es dauerte nicht lange und er hatte tatsächlich zwei Stellen gefunden. Weil er nun schon mal da war, haben wir ihn gebeten, auch noch am Neudamm und am Pipelineposten sein Glück zu versuchen. Auch dort hat er jeweils eine Stelle markiert.

Jetzt ist es an uns zu entscheiden, ob und wo wir bohren lassen. Hoffentlich nimmt uns diese Entscheidung nicht der Banker ab, weil wir das Geld bereits für den Graskauf ausgegeben haben und eventuell sogar noch mehr ausgeben müssen.

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Hoffnungstropfen

In so einem Dürrejahr ist man ja für jeden Tropfen dankbar. 0,5 Millimeter am 5.Oktober. Besser als gar nichts natürlich. Aber der eigentliche Wert dieser Erscheinung aus einer vermeintlich anderen Welt ist die überraschende Tatsache, dass es überhaupt noch Regenwolken am namibischen Himmel gibt. Signale einer kleinen Regenzeit, an die kaum noch jemand glaubte. Marten – einer unserer Nachbarn im Süden – muss wohl den Glauben an die kleine Regenzeit wiedergewonnen haben. Er bekam zum gleichen Zeitpunkt 45 Millimeter und einer seiner Dämme ist bereits vollgelaufen. Was für Marten auf jeden Fall ein Glücksfall ist, den ihm jeder gönnt, ist dennoch beunruhigend. Schon in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass der Regen immer launischer wird. Kurze heftige Schauer lokal begrenzt. Das hat es in dieser Deutlichkeit früher nicht gegeben.

Wie dem auch sei. Wir freuen uns über jeden Tropfen, auch wenn er nur den Staub für kurze Zeit bindet und eine Ahnung von dem gibt, was in der großen Regenzeit kommen könnte. Die Wetterfrösche meinen sie würde durchschnittlich bis unterdurchschnittlich werden. Nach diesem Jahr würde uns das schon mal reichen.

 

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Auf frischer Tat

Sie haben uns wochenlang terrorisiert und waren sich ihrer Sache wohl zu sicher. Sie haben den Fehler gemacht, dass sie auf unsere und auf Nachbarfarmen immer auf die selbe Weise und immer an ähnlichen Stellen eingedrungen sind, um zu wildern. Sie kamen am späten Abend mit einem weißen VW-Bus, ließen sich an der Uispad absetzen und kletterten mit ihren Hunden durch den Zaun. Das machte es uns leichter, einen erfolgversprechenden Plan zu machen. Wir, das waren benachbarte Farmer und das Einsatzteam der Bürgerwache von Omaruru. Die Polizei hatten wir sicherheitshalber nicht informiert, weil von dort nicht mit viel Unterstützung zu rechnen ist. Schlimmer noch, wir befürchten, dass es dort Mitwisser gibt. Denn wenn wir unsere Aktionen angemeldet hatten, war die Nacht ruhig.

Nach drei durchfrorenen Nächten waren wir schließlich in der Nacht vom 12. auf den 13. September erfolgreich. Unser Plan ging auf. Wir hatten verabredet, dass wir den VW-Bus abwarten und nur beobachten, wie die Wilderer ans Werk gehen. Wir wollten ganz sicher gehen, dass wir sie mit Beute und anderen Beweismitteln schnappen. Von zurückliegenden Fällen wussten wir, wie schwer es ist, Beweismittel zu sichern und die Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen, dass die Täter auch überführt werden können. Im aktuellen Fall haben sie das eigentlich selbst getan. Dazu aber später.

Der Bus hat die Wilderer so gegen 21 Uhr abgesetzt. Sie stiegen diesmal wieder über unseren Zaun. Es dauerte nicht lange, bis wir die Hunde hörten. Sie hatten einen Oryx gestellt. Die normale Reaktion wäre zwar, dass man die Tat verhindert, aber dann hätte es wieder an Beweismitteln gefehlt. Also warteten wir. Stundenlang. Dann endlich gegen vier Uhr morgens kam der VW-Bus wieder aus Richtung Omaruru. Vorbereitet war eine Straßensperre vor Omaruru. Auch in Richtung Okombahe hätten sie nicht entkommen können. Nachdem vier Wilderer, vier Hunde und der getötete Oryx eingeladen waren, fuhr der Bus in hohem Tempo Richtung Omaruru.  Jetzt konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Eigentlich.

Der Fahrer – angeblich von den Wilderen dazu gedrängt – durchbrach aber die Straßensperre und raste weiter in Richtung Omaruru. Das Einsatzteam hinterher. Irgendwann verlor der Fahrer die Nerven und die Gewalt über das Fahrzeug.

Der Rest war Routine. Handschellen und ab aufs Polizeirevier. Jetzt konnten die möglichen Mitwisser dort kaum noch helfen. Das wäre aufgefallen. Trotzdem mussten die Reservepolizisten der ODW den eigentlichen Job machen. Unter ihnen übrigens Niekes Vater Gunnar, auf den sie stolz sein kann.

Wichtig war u.a. die Sicherung der Fußspuren. Wie sich beim Vergleich herausstellte, waren mindestens drei der fünf Schuhsohlen identisch mit den Spuren, die wir seit Wochen bei uns gefunden hatten. Nachweislich fünf Oryx haben sie bei uns gewildert. 18 auf einer Nachbarfarm.

So, das war die spannende Story. Noch spannender ist aber eigentlich, was passiert jetzt? Bisher sind die Wilderer auf Kaution frei gekommen und von einer erfolgreichen Verurteilung war selten etwas zu hören. In unserem aktuellen Fall haben die Wilderer und der Fahrer die Tat zugegeben. Juristisch verändert das offenbar die Situation. Wenn sie eine Strafe von N$ 2.000 bezahlen – keine Kaution – kommen sie vorerst frei. Wenn sie sie nicht bezahlen, müssen sie für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Wo sie jetzt wirklich sind, konnte ich bisher nicht erfahren. Für normale Polizeiarbeit gibt es da interessante Ansatzpunkte. Denn wenn bezahlt wurde, wer hat bezahlt? N$ 10.000.- bringen normale Wilderer nicht so einfach auf. Die Omaruru District Watch zumindest geht davon aus, dass hinter dieser großangelegten Wilderei eine Art Syndikat steckt. Was ist z.B. mit dem Besitzer des Fahrzeugs? Er war nicht gefahren und behauptet, von Nichts zu wissen. Das hat der Polizei gereicht, um ihm sein Fahrzeug zurückzugeben. Bei so einer Lage fragt man sich dann schon, ob unsere Bemühungen überhaupt einen Sinn machen. Räuber und Gendarm nur aus Freude am Spiel zu spielen – aus dem Alter bin ich raus. Und es kann ja auf Dauer auch nicht sein, dass wir die Rolle der Polizei übernehmen. Passiert dabei ein Missgeschick – und das hat es schon gegeben – bist Du plötzlich der Täter und musst dich wundern, wie engagiert die Polizei plötzlich sein kann. Es gibt leider schon einige Beispiele für umgekehrten Rassismus. Ob man das eventuell verstehen muss, diskutieren wir mal ein anderes Mal. In unserem Fall werde ich sofort berichten, wenn es Neuigkeiten gibt.

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Chinesischer Kleinkrieg

Auf den ersten Blick sieht Alles ganz friedlich aus. Nach unserer Intervention scheinen die Chinesen ihre Aktivitäten an unserem Granitberg erst einmal eingestellt zu haben. Bei genauerem Hinsehen allerdings sehen wir, dass sie ihrem Frust doch Luft verschaffen mussten.

Wie zornige Kinder haben sie unsere Grenzschilder abmontiert, z.T. zerstört und in den Busch geworfen – in unseren Busch natürlich. Wir haben sie wieder eingesammelt, zurecht gebogen und wieder montiert. Mal sehen, wie oft wir dieses Spielchen mitspielen müssen.

Von juristischer Seite gibt es noch keine Neuigkeiten. Trotz Nachfrage hat sich die Polizei noch nicht dazu geäußert, was nach der Anzeige passiert ist. Mails mit Beweisfotos werden nicht beantwortet. Vom Umweltministerium war dieser Tage ein Beamter da und hat sich den Tatort angesehen. Tendenziell gab er zu verstehen, dass er auf unserer Seite sei, zumal es für den Granitabbau bisher keine notwendige Umweltunbedenklichkeitsbescheinigung gäbe. Der Nationale Denkmalrat, dem der Erhalt der Buschmannmalereien am Herzen liegen sollte, hat sich bisher überhaupt nicht gemeldet. Der Redakteur der Allgemeinen Zeitung hat erkannt, dass die illegalen Aktivitäten bei uns nur die Spitze des Eisberges sind und im ganzen Land ähnlich verfahren wird. Er geht davon aus, dass hier ein großer Korruptionsskandal aufzuklären ist und recherchiert weiter. Wenn er wasserdichte Belege hat, wird er weiter veröffentlichen. Auch das könnte wieder einmal ein Testfall dafür werden, wie lange die Mächtigen dieses Landes die freie Presse ertragen.

Die Chinesen oder wer immer die Schilder beseitigt hat, haben sogar so etwas wie Humor. Eines der Schilder haben sie an einen Zaun gehängt, der seit Jahrzehnten unzweifelhaft unsere Grenze markiert und unmittelbar gegenüber ihrer Einfahrt liegt. Vielleicht wollten sie aber auch nur verhindern, dass ihre Mitarbeiter aus Versehen die Straße überqueren.

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