Wenn es nur der Hunger wäre…

…dann würde ich immer noch ein Auge zudrücken. Aber das ist schon lange nicht mehr der Hauptgrund für die maßlos zunehmende Wilderei auf Farmen. Es ist ein blühendes und mittlerweile auch risikoloses Geschäft. Die Polizei ist für die Farmer selten eine nützliche Hilfe. Warum, darüber darf man spekulieren. Die Farmer – wir auch – riskieren Zeit und unsere Gesundheit, um dann mit ansehen zu müssen, wie die Wilderer – wenn Du mal einen dieser kleinen Fische im Busch erwischst – auf Kaution frei kommen und ihr Geschäft weiter betreiben. Die daran verdienenden Hintermänner bleiben weiterhin im Dunkeln.

Diese hochträchtige Oryxkuh war das bis dato letzte Opfer auf Gross-Okandjou. Wir hörten Hunde bellen und machten uns sofort auf den Weg.  Es waren Minuten vielleicht auch Sekunden, die wir zu spät kamen. Die Täter waren bereits im dichten Busch verschwunden. Da wirst Du zum Zyniker und denkst, diese Burschen haben Dir wenigstens die Arbeit abgenommen. Das Fleisch war natürlich zu verwerten und in ihrer Eile hatten die Wilderer nur Herz, Leber und Lunge mitgenommen, die sie im Busch aufgehängt hatten.

Sogar das von ihnen so geliebte Euter mussten sie zurücklassen.

Die Täter waren wieder einmal entkommen. Aber was wäre geschehen, wenn wir sie erwischt hätten? Wenn wir sie festgenommen hätten, wäre es wahrscheinlich nicht ohne Gewalt passiert. Jetzt nehmen wir mal an, es wäre glimpflich abgelaufen ohne größere Schrammen bei uns und den Wilderern. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wilderer auf der Polizeistation sofort Anzeige gegen Dich wegen Körperverletzung erstatten und ernst genommen werden. Und plötzlich kehrt sich der ganze Fall gegen dich. Da stellt sich Dir dann schon die Frage, ob das nicht etwa etwas mit deiner Hautfarbe zu tun hat.

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