Corona zum Trotz

Wir jammern nicht, wir wollen keine Staatshilfe und Almosen schon gar nicht. Wir wollen einfach(!) nur, dass Gross-Okandjou weiter so bestehen kann, wie Ihr es kennt, wie wir es kennen. Ein Familienbetrieb, in dem sich unsere Gäste schnell zu Hause fühlen und in dem wir unsere Gäste für ihre schönste Zeit des Jahres in unsere Gemeinschaft aufnehmen.  Zu unserer Gemeinschaft gehören natürlich auch unsere Mitarbeiter. Noch haben wir Niemanden entlassen müssen und wollen das auch in Zukunft nicht tun. Es wird nicht leicht werden. Nicht nur für uns, für alle Tourismusbetriebe in Namibia. Wenn schon in Deutschland und ganz Europa die Tourismusbranche am Stock geht, könnt Ihr Euch denken, was das für Afrika und  speziell Namibia bedeutet. Der Tourismus ist eine der Hauptstützen des Landes. Habe ich jetzt doch gejammert? Was ich eigentlich nur sagen wollte: Kommt in Scharen, sobald es wieder möglich ist – zu uns und überhaupt nach Namibia!!!

Dafür, dass Gross-Okandjou noch am  Leben ist, gibt es wunderbare Beispiele. Unsere Pferde hatten doppelt zu kämpfen und haben zweimal gewonnen. Einmal gegen die Dürre und zum Anderen gegen die African Horsesickness – die Pferdesterbe. Sie ist so ähnlich tückisch wie Corona. Allerdings gibt es seit Jahren einen Impfstoff, der aber eigentlich regelmäßig an die Mutationen des Virus angepasst werden müsste. Was aber nicht geschieht. Offensichtlich sind für die Pharmaindustrie die Gewinnchancen zu gering, denn die Pferdesterbe gibt es nur im südlichen Afrika.

Wir können also mit ein paar prächtigen Bildern von den Zuchterfolgen unseres Namibischen Westernpferdes aufwarten. Da ist Leben drin – Corona und  African Horsesickness zum Trotz. Die Bilder machte übrigens der Gepardenforscher Ruben. Von ihm hatten wir hier auch schon berichtet. Das kann er also auch…

Und da gibt es noch eine – wie würde Trump sagen? – großartige Überraschung. Nur die ist nicht übertrieben sondern wirklich großartig. Jérome und Flicka – das Paar, mit dem wir unsere Zucht des Namibischen Westernpferdes vor fast 20 Jahren begannen, haben die Dürre überlebt. Damit hat Niemand von uns gerechnet. Wir hatten schon befürchtet, wir müssten sie erlösen. Aber gerade bei den Beiden hätten wir es wahrscheinlich nicht über´s Herz gebracht. Jérome und Flicka haben uns die schwere Entscheidung einfach abgenommen. So haben wir Grund, doppelt dankbar und stolz zu sein. Sie haben überlebt und zudem gezeigt, dass unsere Zuchtbasis schon eines unserer wichtigen Zuchtziele im Blut hat – überleben unter den harten namibischen Bedingungen!

Wir ersparen Euch die Bilder von dem elenden Zustand der Beiden, obwohl Eure Phantasie wahrscheinlich gar nicht ausreicht zu ahnen, wie sie aussahen. Stattdessen aktuelle Bilder, die gewissermaßen symbolisch sind. Optimismus – Gross-Okandjou lebt und wird das hoffentlich auch weiter tun. Auch mit Eurer Hilfe.

 

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Wenig ist auch genug

Ja, jetzt ist der April auch vorbei. Das ist der Monat, auf den man noch hofft, wenn sich die Regenzeit bis Ende März mäßig bis saumäßig gezeigt hat. Mit dem einen Auge schaust Du an den Himmel und mit dem anderen nach Corona. Beides mit Bangen. Zumindest den Himmel – also Regen und Weide – können wir erst einmal abhaken unter dem Motto “Gerade nochmal gut gegangen”. Dabei waren die gefühlten Millimeter deutlich mehr als die tatsächlichen. An manchen Stellen waren es nicht einmal 100 Millimeter. Das Gras hat offensichtlich so gefühlt wie wir. Es ist zum Ende der Regenzeit noch recht gut gewachsen, und was sich Ende März schon abgezeichnet hatte, hat sich bestätigt. Zumindest an der Weide wird es nicht liegen, wenn Gross-Okandjou 2020 um seine Existenz fürchten muss.

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Jammern hilft nicht

Was hat Corona mit unserem Erongotrail  zu tun, werdet Ihr Euch angesichts dieses Bildes sicher fragen. Leider eine ganze Menge. Der erste Trail Anfang April musste schon mal ausfallen. Nicht weil wir das so wollten, sondern weil auch Namibia nicht ungeschoren von der Coronapandemie bleibt. Bisher ist es noch nicht so heftig wie anderswo, aber die Regierung sah sich gezwungen, die Grenzen dicht zu machen und auch sonstige Beschränkungen zu verordnen. So ähnlich wie in Deutschland. Das war sicher richtig. Jetzt kommt es nur darauf an, ob die Menschen sich auch vernünftig verhalten. Die ersten Erfahrungen stimmen optimistisch. Bisher gibt es nur elf infizierte Personen, die übrigens alle aus anderen Ländern eingereist waren. Das Ende der Einreisebeschränkungen ist nicht abzusehen. Nach Ostern wird die Regierung eine neue Bewertung vornehmen. Sie weiß natürlich ganz genau, dass es in Afrika  und auch nicht in Namibia zu keinem größeren Ausbruch kommen darf. Das Gesundheitssystem wäre dem nicht gewachsen. Wen wundert das, wenn man schon in Deutschland berechtigte Sorgen hat.

Sicherheitshalber sollten Alle davon ausgehen, dass Ende April nicht wieder Alles beim Alten ist. Wir auch. Natürlich denken wir nicht gerne darüber nach, was es für unsere Gäste und uns bedeutet, wenn das Einreiseverbot noch Wochen und Monate dauert. Aber wir müssen darüber nachdenken. Die Zukunft unserer Farm, die hauptsächlich vom Gästebetrieb lebt, steht auf dem Spiel. Und das nach dem verheerenden Dürrejahr! Damit stehen wir aber keineswegs alleine. Die gesamte namibische Tourismusbranche durchlebt eine harte Zeit, die viele Opfer fordern wird.

Was können wir also tun? Nicht viel! Da wir nicht die Mentalität von deutschen und europäischen Landwirten haben, rufen wir nicht nach Staatshilfe. Und wenn wir sie hätten, wäre das auch sinnlos. Der namibische Staat ist ohnehin so gut wie pleite. Auch ihm brechen jetzt gewaltige Steuereinnahmen weg.

Also vertrauen wir unseren Gästen und hoffen, dass sie uns treu bleiben, und schauen nach vorne. 2021 ist auch noch ein Jahr. Deswegen planen wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten jetzt schon für 2021 und legen die Termine für den Erongotrail fest. Wenn es jetzt dann schon Buchungen für diese Termine gäbe, würde uns das Mut machen, durchzuhalten.

Hier sind die Termine:

29.03. – 07.04 2021     26.04 – 05.05. 2021     24.05. – 02.06. 2021

14.06. – 23.06. 2021     05.07. – 14.07.2021      26.07. – 04.08. 2021

16.08. – 25.08. 2021      06.09. – 15.09. 2021    27.09. – 06.10. 2021

Natürlich hoffen wir, dass die Termine 2020 nicht alle ausfallen müssen. Wenn Ihr dort noch buchen möchtet – was uns freuen würde – wartet einfach noch ein bisschen ab.

Was können wir noch machen? Appetit auf den Trail wäre eine Möglichkeit. So versteht bitte die folgenden Bilder:

 

 

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Schön trübe

Solche Bilder können einem in Mitteleuropa ganz schön auf ´s Gemüt gehen – vor allem wenn man tage- und wochenlang dem ausgesetzt ist. So etwas soll es ja geben. In Namibia läufst du diese Gefahr nicht. Im Gegenteil – du freust dich, wenn du morgens ausnahmsweise mal mit diesem Anblick aufwachst. Heute – am 31.März – war es mal wieder soweit. Lange hält das nicht an. Wenn die Sonne dort hinter den Kälbern aufgeht, ist der Nebel schnell verschwunden. Aber gerade Ende März genießt du das. Die Regenzeit geht langsam zu Ende und wir im Westen können immer hoffen, dass es noch ein anständiges Abschiedsgeschenk gibt. Und so war es diesmal auch. Der gesamte März hat uns wieder einmal auf die Folter gespannt. Nur ein paar Millimeter an ein paar Tagen. Wir konnten schon wieder befürchten, dass uns das Gras wegtrocknet. Und dann gab es doch noch großflächig anständigen Niederschlag – so zwischen 25 und 38 Millimeter. Das ist eine ganze Menge, wenngleich diese Regenzeit damit doch eher unterdurchschnittlich bei uns blieb. Für unsere Weide wird es aber reichen. Und das ist das Wichtigste.

Einige Stellen blöffen ganz gewaltig. Unter den üppigen Ähren ist der Boden zum Teil doch recht kahl. Anderswo tut sich das Gras nach wie vor schwer.

Das letzte Dürrejahr können auch wir nicht so einfach wegstecken, obwohl wir in den letzten Jahren vorsichtig beweidet haben. Bis zur nächsten Regenzeit – wenn sie denn kommt – wird die Weide reichen. Damit dürfen wir uns aber nicht zufrieden geben. Wir werden diesmal wieder dafür sorgen müssen, dass wir Notweide für das nächste Jahr bewahren. Wer weiß, was kommt? Die Wetterfrösche munkeln schon wieder von El Nino.

Die Bilder stammen übrigens alle von unserem Praktikanten Yanuk, der jetzt erst einmal wegen Corona nicht zurück nach Deutschland fliegen kann – oder Thailand, wo es eigentlich hingehen sollte. Wir sind mit diesen Coronafolgen wenigstens nicht unzufrieden. Yanuk hoffentlich auch nicht.

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Neue Landschaften

Die eine Nacht mehr von Februar auf den März – dank Schaltjahr – brachte das Außergewöhnliche. Waren wir schon in der letzten Februarwoche begeistert von den Wassermassen, so brach diese eine Nacht alle Rekorde. Niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass Okandjou und Kompaneno jemals derart heftig und breit abgekommen waren. Es war nicht die Niederschlagsmenge – sie war mit maximal 41 mm am Kakaduposten für eine normale Regenzeit nicht ungewöhnlich – es waren die Flutwellen, die aus den Tjirundu- und Elefantenbergen einmal mehr herabdonnerten. Unsere dortigen Nachbarn Schönfeld, Immenhof und Etendero waren so sprachlos wie wir. Unser Kompaneno und auch der Okandjou, der hinter der Ortschaft Omaruru auf der Farm Neu Okandjou in den Omaruru fließt, sind sicher mit daran beteiligt, dass der Omaruru zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder den Omdeldamm bei Hentis Bay an der Küste erreicht hat. Auch aus vielen anderen Landesteilen gab es Rekordmeldungen. Vor allem die als Trinkwasserspeicher für Windhoek so wichtigen Dämme wie der Von Bach Damm bekamen wieder reichlich Zulauf und die Sorgen sind erst einmal wie weggeblasen. Das führt hoffentlich nicht wieder dazu, dass Verbraucher und Politik so tun, als ob es eine Wassernot nicht geben könnte. In Sachen vorausschauender Planung ist man verbal gar nicht mal so schlecht in Namibia. Es fehlt an tatkräftigem Handeln und dem Umsetzen dessen, was in Sonntagsreden jedes Jahr wieder gepredigt wird.

Was uns betrifft: Wir werden möglicherweise unser zweites bzw. erstes Bohrloch am Haus wieder nutzen können und auch der Wasserspiegel des Brunnens an Ostende und der am Tierposten werden wieder steigen. Dennoch werden wir weiter nach Alternativen suchen, wenngleich wir bisher gnadenlos erfolglos waren.

Es ist nicht übertrieben – durch die Wassermassen sind auf Gross-Okandjou neue Landschaften entstanden. Wer glaubt, sich auszukennen, wird sich verwundert die Augen reiben. Die folgenden Bilder geben einen Eindruck. Wenn Ihr ein Bild anklickt, seht Ihr unten die Ortsbeschreibung. Dann versteht Ihr, was ich meine.

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Land der Kontraste

Wer gute Nerven hat, kann sie genießen – die Höhen und Tiefen in diesem Land, die gnadenlos in kürzesten Abständen aufeinander folgen. Jetzt noch die Dürre und die Sorge, wie es weitergehen soll mit Weide und Wasser, und dann plötzlich das andere Extrem. Unser Okandjou und der Kompaneno sind in der letzten Februarwoche so stark abgekommen wie noch nie.

Dabei haben sich die Niederschläge bei uns in normalen Größenordnungen bewegt. In den Tjirundu- und den Elefantenbergen, aus denen die beiden Riviere entspringen, stand tagelang eine dunkle Gewitterwand. Offensichtlich sind auch alle Dämme dort schnell vollgelaufen, sodass unser Zufluss nicht mehr aufgehalten werden konnte.

Das andere Extrem: Der Tierposten hat noch einmal guten Zulauf bekommen, der Neudamm aber ist nach wie vor leer. Warum? Vielleicht müssen wir doch mal genauer prüfen, ob die Chinesen mit Zustimmung unseres lieben Nachbarn im Bereich der Granitplatte nicht doch schon Vorbereitungen für ihre Wasserversorgung getroffen haben. Denn von dort kommt der Zufluss für unseren Neudamm.

Unsere Weide könnte sich durch den Regen der letzten Februartage erholen, wenngleich durch die Dürrejahre große Flächen wahrscheinlich kahl bleiben werden oder es kommt die gelbe Farbenpracht der Morgensterne, die zwar hübsch anzusehen ist, aber für eine Degradierung der Weide spricht.

Unseren Pferden ist das zu verkopft. Sie fressen die Blütenpracht gerne. Es sieht so aus, als ob wir aus dem Gröbsten raus sind. Die Pferde haben überlebt und sind für die Reitsaison fit. Die Rinder haben wir zu guten Preisen noch einmal reduziert und auch sie werden wohl bis zur nächsten Regensaison überleben.

Vor zwei Jahren hatte die Straßenbehörde die Durchfahrt des Okandjou auf der Omatjette-Pad aufwändig befestigt und betoniert. Ein bisschen übertrieben, dachte ich, aber wer weiß, wie es heute dort aussehen würde, wenn sie nicht befestigt worden wäre.

Bilder von dem Höhepunkt der Flutwelle des Okandjou haben wir leider nicht machen können. Der fand in der Nacht vom 28. auf den 29.Februar von 21.00 Uhr bis Mitternacht statt. Außerdem wären wir zu dieser Zeit wahrscheinlich weder zu Fuß noch mit dem Geländewagen bis zum Ufer gekommen. Kurz vor Dunkelheit ging es gerade noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wer vermisst sie mehr?

Wir haben jetzt ja schon sehr viele Praktikantinnen gehabt. Eigentlich sollten sie sich vor allem mit Pferden auskennen und/oder im Küchen- und Gästebetrieb zur Hand gehen. Miriam hatte mit Pferden nun überhaupt nichts am Hut. Trotzdem hatten wir schon beim ersten Kennenlernen das Gefühl, die passt zu uns. Und so kam es dann auch. Nieke und Miriam hatten sich schnell gefunden und wurden zu einem klasse Team.

Alina hatte den Rücken frei für ihre Farmarbeiten und in der Küche stand Miriam auch ihre Frau. Ach ja, und mit den Pferden verstand sie sich auch bald phantastisch. Nicht als Reiterin, aber das ist ja auch nur ein Teil des Umgangs mit Pferden. Gerade in der diesjährigen Dürre brauchten die alten Pferde besondere Zuwendung. So ist es vor allem auch ihr zu verdanken, dass Jerome und Flicka die harte Zeit überlebt haben.

Aber der absolute Gewinn war ihr Verhältnis zu Nieke. Beide profitierten  auf unterschiedliche Weise voneinander – Miriam für ihr bevorstehendes Studium als Sozialpädagogin und Nieke für ihr kleines Leben. So hat Miriam aus dem Gequietsche und Geschrei Schritt für Schritt so etwas wie eine verständliche deutsche Sprache gemacht. Tag für Tag verständlicher. Sodass sie jetzt sogar der Opa versteht.

Miriams Zeit auf Gross-Okandjou ist nun leider zu Ende und es stellt sich eben die Frage, wer sie von uns am meisten vermisst…

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Versprechen eingelöst

Auch wenn es afrikanisch lange gedauert hat, Sie haben ihr Versprechen eingelöst. Wir erinnern uns – Chinesen hatten unter Missachtung aller offizieller Regeln einen Granitabbau in größerem Stil auf unserer Farm vorbereitet und dabei u.a. wertvolle Buschmannmalerien auf unserem Sundownerplatz zerstört. Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um dieses unverschämte Vorgehen zu stoppen. Im Zuge dieser Bemühungen weckten wir gewissermaßen das Interesse offizieller Stellen in Namibia. Die da sind das Ministry of Mines and Energy, das Ministry of Education, Art and Culture und nicht zuletzt den National Heritage Council, der sich vor allem auch um den Erhalt der Buschmannmalereien kümmert.

Vertreten durch Dr. Alma Nankela, Lukas Moongela und Jeremia Simon besuchten uns diese drei Instituationen im Februar, um sich ein Bild der Lage zu machen. Besonders das Fachwissen und das Engagement von Dr. Alma Nankela waren beeindruckend. Folgerichtig war sie die Wortführerin des Trios.

Nach gründlicher Ortsbesichtigung wurde uns Hoffnung gemacht, dass der Granitabbau nicht fortgesetzt werden wird. Almas Meinung war eindeutig. Wenn der Besitzer einer Farm “nein” zum Abbau sagt, könne auch nicht abgebaut werden. Jeremia vom Minenministerium war da etwas weniger deutlich versprach aber, sein Möglichstes zu tun. Alle Drei waren zumindest der Meinung, dass der Abbau verhindert werden müsse. Ob das nun endgültig gelingt, wird sich zeigen. Es gäbe auch die Möglichkeit – so Alma – ganze Gebiete im Sinne des Erhalts von namibischem Kulturgut unter Schutz zu stellen.

Profitiert haben wir von dem Besuch auf jeden Fall. Obwohl wir uns schon seit Jahrzehnten mit Buschmannmalerien beschäftigen, haben viel Neues über diese alte Kunst und die Lebensart der Buschleute von damals erfahren. Besonders interessant war die Erklärung, wie sie mit verschiedenen Steinsorten ihr Werkzeug herstellten. Wenn wir bisher bearbeitete Steine gefunden hatten, glaubten wir, halbfertige Werkzeuge in der Hand zu haben. In Wirklichkeit seien das die Steine – so Alma – mit denen die Werkzeuge hergestellt wurden.

Aktuelle Ironie am Rande:

Die Chinesen, die hier gearbeitet hatten, sind zum chinesischen Neujahrsfest in ihre Heimat geflogen. Wegen des Coronavirus` durften sie bisher nicht wieder aus China ausreisen. Da wird sich wohl jeder seinen eigenen Kommentar dazu machen…

 

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Jeden Tag ein Ei

Warum es immer noch Farmer in diesem trockenen und harten Land Namibia gibt, hat vor allem einen Grund: Nie aufgeben! Nun überlebt keine Farm, wenn sie ein paar – oder meinetwegen auch ein paar Dutzend  Eier täglich herstellt. Aber so ein Hühnerstall ist irgendwie ein Symbol. Besonders bei uns. Was hatten wir und auch unsere Arbeiter nicht schon für Federvieh. Hühner, Enten, Strauße – sie kamen und gingen bzw. wurden gegangen. Entweder haben unsere Hunde kein Verständnis gehabt oder Geparden oder Wildkatzen oder Schakale oder Honigdachse oder Schlangen oder Adler oder, oder, oder…

Nun machen wir einen neuen Versuch. Und wissenschaftlich begründen wir das auch noch. Jüngste Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass es für die Entwicklung von Kleinkindern besonders gesund ist, wenn sie täglich ein Ei essen. Nun könnten wir sie ja auch im 30 Kilometer entfernten Supermarkt kaufen. Aber weißt Du, was Du da bekommst, wie die Hühner leben, was sie fressen? Bei uns natürlich nur öko!

Ein Kleinkind haben wir und jetzt haben wir auch wieder Hühner. Sie müssen noch ein bisschen wachsen, aber eine Henne liefert schon mal das tägliche Ei. Zwei Fliegen mit einer Klappe – das gesunde Ei und die süßen Küken, die man ins Herz schließen kann. Jetzt müssen sie nur überleben. Ihre gemauerte Villa – da war bisher übrigens altes Gerümpel drin – soll ihnen dabei helfen. Wenigstens so lange, bis die nächste wissenschaftliche Untersuchung uns sagt, wie ungesund Eier für Kleinkinder sind.

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Es hat niemand die Absicht…

…eine Mauer zu bauen! Und was sehen wir? Eine Mauer! 59 Jahre nach der Mauer in Berlin, die angeblich auch niemand bauen wollte. Zumindest, wenn man dem damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Ulbricht glaubte.

Das ist aber schon die einzige Gemeinsamkeit. Eine Mauer? Nein, dass wollten wir wirklich nie. Einen Zaun vielleicht oder irgendetwas, was es den Hunden erschwert, sich blitzartig auf  Privatjagd zu begeben. Jetzt haben wir doch eine Mauer und die Hunde lassen sich trotzdem nicht von ihr aufhalten. Es ist wie so oft auf einer Farm wie der unsrigen. Du hast eine Idee, schiebst sie vor dir her, weil anderes wichtiger ist, scheust hohe Ausgaben und plötzlich merkst du, dass du ja steinreich bist und dieses Material doch auch verwenden könntest. So wie wir schon vieles mit natürlichem Material unserer Farm gebaut haben.

Und dann hast du auch noch einen Mitarbeiter wie Hermann, der sich auf das Mauern versteht, und einen Praktikanten wie Yanuk , der mit Begeisterung zur Hand geht. Plötzlich hast Du eben eine Mauer. Sagen wir mal, sie ist von spezieller Ästhetik. Auf jeden Fall schöner als die damals in Berlin. Und wahrscheinlich sogar dauerhafter.

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