Glücksmomente

Für uns ein seltener aber ersehnter Anblick. Seit Jahren versuchen wir, Elandantilopen davon zu überzeugen, dass man es auf Gross-Okandjou gut aushalten kann. Immer wieder sind einzelne oder kleine Gruppen meist heimlich nachts bei uns erschienen aber nie wirklich zu Standwild in größeren Herden geworden. Jetzt sieht es plötzlich anders aus. Nicht nachts sondern am frühen Morgen erschien regelmäßig eine intakte Herde am Kakaduposten. Jetzt heißt es Daumendrücken, dass sie dauerhaft bleibt. Bei einigen Nachbarn würden sie gefährlich leben.

Weil wir so begeistert sind von diesen stolzen und würdigen Tieren, zeigen wir gerne noch ein paar unkommentierte Bilder. Ein nicht so erfreulicher Kommentar folgt dann leider noch am Ende.

Bevor es zu der weniger guten Nachricht kommt, gibt es noch einige interessante Beobachtungen. Weil Elandantilopen schon alleine wegen ihrer imposanten Größe und Stärke friedlich sein können und es meist auch sind, gibt es durchaus Ausnahmen. Vielleicht sind aber auch nur die Warzenschweine selber schuld. Sie können manchmal tatsächlich sehr dreist sein und auf die Nerven gehen.

Nun  zu der leider nicht so guten Nachricht.

Die Wilderei überall und besonders auch bei uns nimmt weiter zu, obwohl wir versuchen, uns und unsere Tiere zu schützen. So können auch die lang ersehnten Elandantilopen schneller wieder verschwunden sein, als wir sie sichern können. So widersinnig es klingt, aber gerade die Tiere, die uns eigentlich auch am Herzen liegen, sind eine der großen Gefahren – Hunde! Wie hier im zarten Morgenlicht auf der Suche nach Beute für gnadenlosen Herrchen.

Am ehesten Opfer der mit Hundemeuten jagenden Wilderer werden zwar nicht die Elandantilopen sondern die Oryx. Sie sind besonders wehrhaft und stellen sich kampfbereit den Hunden. Das ist in diesem Fall ein Fehler, weil die Wilderer – die Poacher wie sie hier heißen – dann nah genug an sie herankommen, um sie mit ihren Speeren abzustechen. Noch tückischer ist das Stellen von Schlingen an den Wechseln des Wildes. Hier kann es Alle erwischen. Eland und Kudu genauso wie Rinder und Pferde. Wann das ein Ende hat? Eher wohl nie. Die Wilderersyndikate können auf so viel Nachwuchs und Nachschub vertrauen, dass es nichts ausmacht, wenn ein paar von ihren Gehilfen gefangen werden. Meistens kommen sie gegen Kaution auch wieder auf freien Fuß und machen weiter. Genau genommen sind sie und ihre Hunde arme Schlucker und auch eher Opfer. Ihre Auftraggeber behandeln sie nicht besser als sie ihre Hunde. Da bleiben natürlich Gewissensbisse bei uns nicht aus. Die wildernden Hunde – also das wichtige “Handwerkszeug” – müsste man eigentlich bei jeder Gelegenheit erschießen. Das bekommen wir aber mitunter nicht fertig. Sie sind nicht die Schuldigen. Das sind die Zweibeiner. Es versteht sich, dass wir auf die nicht schießen. So passiert es immer wieder, dass wir diese Poacherhunde einfangen, aufpäppeln, medizinisch versorgen und ins Tierheim bringen. Wenn es ganz schief läuft, holen sich die Wilderer ihre fitten Hunde dort wieder ab.

Mich interessiert, was Ihr davon haltet! Hunde erschießen oder nicht? Habt Ihr eine andere Idee?

 

 

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Zwei kleine Wunder

Es sind immer wieder kleine Wunder, wenn gesunde Fohlen zur Welt kommen. Diesmal kamen sie innerhalb zwei Tagen direkt hintereinander. Erst Omaha mit einem Hengstfohlen und dann Epuko mit einem Stutfohlen. In beiden Fällen ist Tatanka der Vater. Von den sechs Stuten, die bei ihm waren, stehen jetzt also noch vier aus.

Sofort beginnt die Namenssuche. Sie wird immer schwerer, weil wir ja auch versuchen, Bezüge herzustellen, die unserem Gedächtnis als Eselsbrücken dienen. So z.B. welche Blutlinie ist es oder gibt es einen Zusammenhang zum Geburtstag. Valentino z.B. ist am Valentinstag geboren und Azo am Geburtstag meiner Mutter. Ihr Spitzname war Azo. Omahas Sohn heißt jetzt King of Spring. Warum? Omaha stammt aus der Blutlinie meines Lenz. Er ist gewissermaßen der Frühlingsnamensgeber. Eine Schwester heißt Spring und ein Bruder Okuni. Das bedeutet auf Oshiherero Frühling. Kapiert? Und warum nun gerade King of Spring? Das soll einfach die Hoffnung ausdrücken, dass er von dieser Blutlinie der Beste wird. Ein neues Ausrufezeichen auf dem Weg zum optimalen Namibischen Westernpferd.

Seit unsere sechsjährige Nieke auch schon das sagen auf dem Hof hat, übernehmen wir gerne ihre spontanen Namenseinfälle. So stammen z.B. Banana Gold und Namib Rose von ihr. Nicht schlecht oder? Diesmal gab es spontan und kurz und bündig Luna für Epukos Stutfohlen. Dass schon mal eine Drahthaarhündin von uns  Luna hieß, stört niemanden von uns. Eher im Gegenteil. Luna war ein guter Hund.

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Impfakrobatik

Ein bisschen Beweglichkeit gehört schon dazu – und Geschick. Obwohl wir Westernreiter sind, fangen wir unsere Rinder nicht mit dem Lasso ein, wenn wir sie z.B. impfen müssen. Das wäre viel zu umständlich und zeitraubend. Sie kommen der Reihe nach in eine sogenannte Manga, an deren Ende es eine Kopfschere gibt. Dort bleiben sie nur während der kurzen Zeit der Impfung und werden so schnell wie möglich wieder befreit. Je geschickter der/ die Impfende, desto kürzer die Zeit.

Alina hat das seit Jahren schon drauf. Außerdem ist sie die Jüngste von uns und klettert am schnellsten. So kommt sie am besten von oben an den Nacken. Die jungen Färsen werden übrigens  gegen Brucellose geimpft. Die Impfung gegen diese Geschlechtskrankheit ist Pflicht.

Natürlich sind die Färsen erleichtert, wenn sie den Kopf wieder frei Haben.

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Alt und gebrechlich

Damit ist selbstverständlich niemand aus unserem Farmteam oder unserer Familie gemeint. Aber auch die stolzesten Bäume Namibias – die Kameldornbäume – werden leider alt und gebrechlich. Innerhalb von kurzer Zeit hat jetzt schon der zweite entschieden, dass sein Leben zu Ende sei. Wie alt sie waren, können wir nicht sagen. Auf jeden Fall viel älter als wir. Natürlich grübeln wir, ob es einfach Altersschwäche war oder etwas anderes dahintersteckt. Eine der wohl wichtigsten Ursachen ist Wassermangel. Die Kameldornbäume haben zwar mit ihren tiefen Wurzeln gute Überlebenschancen in trockenen Savannen, aber irgendwann ist auch Schluss. Der Grundwasserspiegel in Namibia und auch auf Gross-Okandjou sinkt ständig. Auffallend war auch, dass beide Bäume innen hohl und morsch waren. Eher ungewöhnlich für dieses eisenharte Holz.

Besonders unsere Reitgäste werden sich bestimmt an den Baum erinnern, der das letzte Opfer war. Für die Anfänger stand er mitten im Weg und die Könner genossen es, elegant um ihn herumzukurven. Jetzt liegt er da und kann aber so nicht liegenbleiben. Auch für die Könner wäre er nun ein ungeliebtes Hindernis. Aber was machen? Das sind Tonnen, die da auf dem Boden liegen. Im Moment entfernen wir die Äste Stück für Stück und werden zunächst wohl wieder den nötigen Platz zurückgewinnen. Aber alles hat schließlich auch seine guten Seiten. Wer erinnerst sich nicht gerne an den leckeren Geruch von Lammchops, die auf Kameldornholz gegrillt werden? Am Holz fehlt es jetzt nicht.

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Der Weltuntergang blieb aus

Der Januar 2023 war schon ein merkwürdiger Monat. Die ganz alten Farmer behaupten, dass es noch nie einen Januar mit so viel Regentagen gegeben habe. Wir können das für unsere 36 Farmerjahre eigentlich auch nur bestätigen. Nur, wo blieb der Regen eigentlich?

Jeden Tag haben die Wolken schaurig angegeben. Rundherum Blitz und Donner, aber nur spärliche Regentropfen. Ist das wieder die übliche Farmerklage, dass alle Nachbarn rundherum guten Regen bekommen und nur wir nicht? Genau genommen haben wir eigentlich keinen Grund zu klagen. Der Januar war nie besonders ergiebig bei uns. Wenn es im Februar und März anständig regnet, sind wir zufrieden. Die Wetterfrösche haben eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Regenzeit vorausgesagt. Dann hoffen wir einfach auf die nächsten zwei Monate. Im Norden wird bereits vor Überschwemmungen gewarnt. Von dort kommt normalerweise unser Regen.

Was wir wirklich dringend brauchen, sind laufende Riviere und volle Dämme. Im vorigen Jahr blieb das aus.

Nur meckern geht ja auch nicht. Trotz knappem Regen hat es immer wieder interessante Himmelbilder gegeben.

 

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Sprung ins neue Leben

Ja, so schnell kann´s gehen – gestern noch Säugling und heute schon Schulkind. Der 30. Januar 2023 wird Nieke sicher im Gedächtnis bleiben. Für sie beginnt jetzt ja wirklich ein neues Leben. Zudem wäre ihre Urgroßoma heute 111 Jahre alt geworden. Bis zum 96. Lebensjahr hatte sie es immerhin geschafft. Kaum auszudenken, wie die Welt aussieht, wenn Nieke 96 ist. Egal was kommt, eine gute Ausbildung ist nie verkehrt. Und die Deutsche Privatschule in Omaruru macht den Eindruck, als ob sie dafür eine gute Grundlage schaffen könnte.

Aber der Reihe nach:

Am Tag vor dem Schulanfang hat Nieke noch schnell ihren Job auf der Farm gemacht. Dieses Kalb bekommt von der Mutter nicht genug Milch.

 

Frühmorgens Verabschiedung von unseren Mitarbeitern. Heute ist es ja noch erträglich. Die Einschulungsfeier beginnt um 8.00 Uhr. Der reguläre Unterricht aber ab sofort um 7.20 Uhr. Wie man hört, soll das im Winter doch später werden.

Bunte Reihe – darauf verweise ich bewusst. Es war an der Deutschen Privatschule von Omaruru nicht immer so, dass auch Nichtweiße aufgenommen wurden. Das hat sich zum Glück im Laufe der Zeit geändert. Wäre das nicht der Fall, hätten wir für Nieke eine andere Schule gesucht. Dem Vater von Laylah – dem Mädel ganz links – wurde seinerzeit noch die Aufnahme verweigert.

Die fünf Erstklässler  kommen übrigens zusammen mit drei Zweitklässlern in eine Klasse. Acht Kinder und eine bzw. zwei Lehrerinnen – davon kann man in Deutschland nur träumen. Sind die Lehrkräfte gut, kann den Kindern eigentlich nichts Besseres passieren.

Bis zur 7. Klasse können die Kinder hier bleiben. Im Moment wird sogar ein Projekt mit der Privatschule in Swakopmund erarbeitet, das es den Kindern mit Online-Schooling ermöglichen soll, noch zwei weitere Jahre in Omaruru zu lernen. Damit wird u.a. ein zu früher Internataufenthalt vermieden, der früher für Farmkinder üblich war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Namibische Weihnacht 2022

Das Christkind von Gross-Okandjou wünscht ein Frohes Fest und ein friedliches Neues Jahr

Ja, die Weihnacht in Namibia ist schon etwas anders. Kein Heiligabend – nur bei den Deutschstämmigen – kein Schnee – aber den gibt´s in Deutschland ja auch kaum noch. Und, na ja, 35° und mehr kann es schon werden – tagsüber. Echte Kerzen machen keinen Sinn, weil sie schnell die Köpfe hängen lassen. Aber den Weißdorn als Weihnachtsbaum bekommt man dennoch zum glitzern. Nur so ein bisschen weihnachtliche Stimmung? Da ist wieder unsere europäische Bauchnabelsicht! Weihnachten wird im christlichen Afrika – und dazu gehört Namibia – schon lange gefeiert – nur eben den Verhältnissen angepasst. Das traditionelle, prächtige Festtagskleid der Hereros gehört dazu.

Und wie überall – Weihnachten ist vor allem ein Fest für die Kinder.

Auf Gross-Okandjou gibt es jedes Jahr eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Verblüffend ist, wo jedes Jahr all die Kinder herkommen. Wir denken immer, eigentlich müssten wir doch alle kennen. Aber immer wieder sind neue Gesichter dabei. Auch unsere Freundin Doris kommt da schon mal durcheinander. Das liegt natürlich vor allem daran, dass die schulpflichtigen Kinder nicht auf der Farm leben. Dafür sind die Schulen zu weit weg. Schülerheim oder Großeltern sind dann der Ersatz.

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Der ewige Junge

Und noch eine Feier! Es ist kaum zu glauben. Unser Johannes war Anfang zwanzig, als er zu uns kam und ist seitdem der Sunnyboy. Zumindest in unseren Augen ist er nie älter geworden. Und jetzt ist er schon 50!!! Er wird alt, sagt er jetzt schon mal gelegentlich. Mag sein. Wir aber – und wahrscheinlich auch unsere Stammgäste – haben davon noch nichts gemerkt. Er ist fleißig und fröhlich wie eh und je. Und sparsam. Das macht es ihm möglich, sich so um seine Kinder zu kümmern, wie er es tut. Rührend, aber auch mit väterlicher Autorität. Die Belastung als allein erziehender Vater trägt er mit Würde. Wir sind dankbar, dass er bei uns ist und hoffen, dass das noch lange der Fall sein wird. Herzlichen Glückwunsch Johannes!!!

 

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Doppelter Durst

Damit hatten wir eigentlich nicht mehr gerechnet. Solange wir uns zurückerinnern, hatten wir auch noch nie Zwillinge. Eine schöne Überraschung! Man redet es sich natürlich auch gerne ein, aber diese beiden Bullkälber sind wirklich besonders hübsch. Wahrscheinlich liegt das auch an den weißen Zeichnungen im Gesicht. Ein Erbe der Mutter. Eigentlich untypisch für die Bonsmararasse. Aber da wir keine eingetragenen Züchter sind, nehmen wir es nicht so genau. Ihr erinnert Euch, wir hatten uns einen St. Gertrudisbullen vom Nachbarn ausgeborgt. Ein Laie kann die beiden Rassen ohnehin nicht unterscheiden. Die Zwillinge sind auf jeden Fall hübsch. Jetzt muss sich nur noch zeigen, ob sie auch lebenstüchtig sind.

Verschweigen wollen wir aber nicht, dass die Geburt sehr lange dauerte und besonders schwer war. Es gab keinen Hinweis, dass es sich um Zwillinge handeln könnte. Deswegen waren wir schon besorgt, weil alle anderen  Kälber dieses Bullen vorher immer problemlos zur Welt kamen. Zudem wurde die Mutter immer schwächer. Wir rechneten schon mit dem Schlimmsten. Mit allen möglichen Hilfestellungen ging es dann aber doch los. Nachdem das Kalb endlich gesund zur Welt gekommen war, fiel allen ein Stein vom Herzen. Wohl so laut, dass wir beinahe nicht mitbekommen hätten, dass da noch etwas hinterherkam. Die Erklärung der schweren Geburt und der Schwäche der Kuh lag damit auf der Hand bzw. im trockenen Gras. Die Mutter war aber so geschwächt, dass sie zunächst nicht aufstehen konnte.

Ab nach Omaruru und Stärkungsmittel und Kälbermilch kaufen! Schließlich war die Tankstelle nicht zugänglich. Nieke und Sophie taten das, was in so einem Fall getan werden muss. Zuwendung und Flaschenkost.

Schließlich aber kam auch die Kuh auf die Beine. Erst nur für kurze Zeit und bald immer länger. Sie begann zu fressen und mit Hilfe von Erwin und Johannes fanden auch die Kälber den richtigen Weg.

Und zu guter Letzt gibt es noch eine frohe Botschaft. Diese tüchtige Kuh ist die letzte und einzige unseres Freundes Robert, der uns in den letzten 30 Jahren immer wieder geholfen und Mut gemacht hat. Ich sehe darin einfach ein Zeichen, dass gerade er mit unseren ersten Zwillingen beschenkt wurde. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass er mit zwei Bullkälbern nicht so schnell seine kleine Herde vergrößern kann.


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Die alte Dame

Ja, sie war eine Dame, eine alte Dame. Genau genommen ist Flicka die Urmutter unserer Zucht des Namibischen Westernpferdes. Sie kam 2005 zu uns und ist jetzt gestorben. Überraschend, obwohl sie sicher über 30 Jahre alt war. So genau wissen wir das nicht. Als wir sie und Jerome von unserem Freund Heinz übernommen hatten, war sie schon nicht mehr die Jüngste. Ebenso wenig wie Jerome.

Die Beiden haben uns Fohlen gebracht, mit denen wir gerne und erfolgreich weiter züchten, obwohl das genau genommen nicht ganz konsequent ist – eher Glück.

Denn Flicka war zwar figürlich einem Westernpferd sehr nahe, aber mit Menschen hatte sie nicht so viel am Hut, sodass wir sie auch gar nicht erst ausgebildet haben. Im Gegensatz zu ihrem Partner Jerome. Er war und ist die Gelassenheit in Person und hat das auch weiter vererbt. Flicka und Jerome waren wie ein altes Ehepaar – unzertrennlich. Vor zwei Jahren dachten wir, dass wir sie beide verlieren würden. Die Dürrejahre hatten ihnen sehr zugesetzt. Ihre Zähigkeit und gutes Zufüttern hat sie uns erhalten. Bis jetzt. Jerome, bei dem wir eigentlich vermuteten, dass er uns vor Flicka verlassen würde, muss jetzt alleine klarkommen mit einem teuren Spezialfutter, das er sich redlich verdient hat.

Natürlich werden wir ihn nicht völlig alleine lassen. Den Stress der Herde werden wir ihm weiter ersparen, wir werden aber mal schauen, welche unserer anderen alten Damen zu ihm passen könnte. Vielleicht Miriam, die sich hier von Flicka verabschiedet.

Ja, verabschiedet. Wir haben das schon einige Male beobachtet. Es ist nicht nur Neugier. Pferde nehmen Abschied von ihren Artgenossen, Freundinnen, Freunden, Familienmitgliedern – wenigstens bei uns.


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