Für eine Handvoll Dollar

Wir waren mal wieder erfolgreich. Aber so richtig freuen können wir uns über den Erfolg wieder nicht. Eine gut organisierte Jagd auf Wilderer hat zu einem mageren Ergebnis geführt. Für eine Handvoll Dollar – nämlich 500 und nicht US- sondern Namibdollar = 20 Euro – ist der eine, den wir erwischt haben, auf freien Fuß gekommen. Das hat zwar formal triftige Gründe, ist aber dennoch frustrierend. Da wir die Wilderer gestellt haben, bevor sie erfolgreich waren, hatten sie auch noch keine Beute. Die Tat war also noch nicht vollzogen. Deswegen konnte der Mann auch nur wegen unerlaubten Betretens fremden Eigentums bestraft werden. Obwohl er als Wilderer seit langem polizeibekannt ist so wie seine namentlich bekannten Mittäter, die uns entkommen konnten. Außerdem trug er eine Jacke, die er offensichtlich als Arbeitskleidung betrachtet. Sie war total mit Blut von diversen “Einsätzen” verschmiert.

Den frisch geschmiedeten Speer wollten sie sicher auch nicht als Zahnstocher benutzen.

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Wer suchet, der findet

Als eine chinesische Firma bei uns illegal Granit abbaute, sind wir wach geworden. Das haben wir schon im vorigen Monat in unseren News gemeldet. Jetzt sind wir einen Schritt weiter. Wir wussten zwar, dass es bei uns auf Gross-Okandjou Buschmannmalereien gibt, aber wir kannten und kennen beileibe nicht alle. Also machten wir uns auf die Suche, um weitere Zerstörungen zu verhindern und zu helfen, Nationales Namibisches Kulturgut zu erhalten. Unser Engagement – das können wir ohne falsche Eitelkeit sagen – hat u.a. dazu geführt, dass das Bewusstsein für diese alten kulturellen Werte in Namibia und der Widerstand gegen deren Raubbau deutlich zugenommen hat. Wir suchen auf Gross-Okandjou weiter und sind sicher, dass wir noch weiter fündig werden. Eine neue Software hat uns da Mut und Hoffnung gemacht. Das was wir mit bloßem Auge kaum erkennen können, kann sie deutlich hervorheben.

Das ist übrigens kein Fake.

Man muss eigentlich nur wissen, wie und wohin man schauen muss. Dann findet man z.T. Jahrtausende alte Belege afrikanischer Kultur. Wer weiß wieviel Steinwerkzeuge wir und auch andere Farmer schon übersehen haben?

Unser Hintergedanke dabei ist, dass jegliche Minen- oder ähnliche Aktivitäten auf  Gross-Okandjou unreparierbare kulturelle Schäden und Verluste verursachen können und unsere Farm deswegen davon verschont bleiben soll. Von der abschreckenden Wirkung auf unsere Gäste ganz zu schweigen.

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Das Herz und die Seele

Die Überraschung ist gelungen.

Die Zeit vergeht so schnell. Es ist noch gar nicht so lange her – natürlich genau 5 Jahre – dass wir Johannes`20. gefeiert haben und dann seinen 50. Geburtstag. 25 Jahre Johannes auf Gross-Okandjou! Das Herz und die Seele der Farm. Er ist nicht nur wegen seines Humors eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er widerlegt fast täglich die üblichen Vorurteile gegen Afrikaner im Allgemeinen und afrikanische Arbeiter im Besonderen. Das heißt nicht, dass er ohne Fehler wäre. Manchmal vergesslich, manchmal geschwätzig, manchmal trickreich, aber immer loyal. Ein Mensch eben. Das Rind als Geschenk von Gross-Okandjou hat er sich redlich verdient.

Ein paar Schnappschüsse aus 25 Jahren von Johannes auf Gross-Okandjou:

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Schätze bewahren

Man muss schon genauer hinschauen. Und wenn man sucht und eben genau hinschaut, entdeckt man schon Erstaunliches. Seitdem uns ein chinesisches Bergbauunternehmen auf unserer großen Granitplatte Buschmannmalerien zerstört hat, sind wir wachsam geworden. Warum sollte es nur dort diese Malereien geben? Hier z.B. am Leopardenfelsen sind wir wieder fündig geworden. Klein aber eindeutig.

Es sind aber nicht nur die Malereien, die auf Gross-Okandjou als ehemaliges Domizil der Buschmänner verweisen. Wir fanden eben auch diese Scherben eines Tongefäßes…

…und auch bearbeitete Steine, die auf Werkzeuge der Buschmänner hinweisen.

Diese Funde haben uns Mut gemacht. Es gibt gute Gründe dafür anzunehmen, dass es noch mehr Relikte dieses nationalen Kulturgutes auf Gross-Okandjou gibt. Wenn die Regierung es ernst meint, diesen Reichtum auf jeden Fall bewahren zu wollen, haben wir auch Hoffnung, dass Gross-Okandjou nicht von gierigen Bergbauunternehmen geplündert wird. Im Moment sind es vor allem die Chinesen – sie sind es aber nicht allein.

 

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Lass mich mal versuchen!

Im Gegensatz zu Ruckzuck ist Holger ein Greenhorn. Sein Cowsense ist noch ausbaufähig. Mit Ruckzuck klappt es beim ersten Versuch aber schon ganz gut. Die Rinder sind trickreicher und schneller als man denkt. Das wissen auch unsere Pferde. Fairerweise muss man sagen, dass natürlich nicht alle von 60 so gut und erfahren sind wie Ruckzuck. Aber wir arbeiten daran. Das ist eine Qualität, auf die wir bei unserer Zucht des Namibischen Westernpferdes achten. Ein ausgewiesener Cuttinghengst bei unseren Ahnen war nur Poco King, der Vater von Alberta. Da gibt es jetzt mit Sugar King einen Nachfahren. Den stellen wir Euch das nächste Mal vor. Zurück zu Holger und Ruckzuck:

 

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Geduld und ein bisschen Ehrgeiz

Im Gegensatz zu Luna hat King of Spring zunächst überhaupt keine Lust gehabt, sich das Knotenhalfter über den Kopf legen zu lassen. Aber wie es nun einmal bei der Ausbildung von Pferden ist, braucht jedes seine Zeit – und Geduld. Damit ist Nici gesegnet und bekommt nach ein paar Tagen auch ihren Lohn dafür.

Lange hat es dann nicht mehr gedauert, bis auch King of Spring sich problemlos führen ließ.

Geduld und ein bisschen Ehrgeiz. Letzteren hat Nici mobilisiert. Cappucino und Namib Rose – zwei sehr unterschiedliche und noch nicht gearbeitete Stuten waren für Nici die willkommene Herausforderung. Um es kurz zu machen – ihr gelang es innerhalb weniger Wochen, aus den Stuten reitbare Pferde zu machen. Natürlich sind sie noch nicht so weit, dass wir sie Gästen anvertrauen würden, aber auf Nicis Arbeit kann man aufbauen. Dazu muss man wissen, dass Nici eigentlich eine klassische Reiterin ist und bei uns nur die Grundbegriffe des Westernreitens vermittelt bekommen hat. Bei Namib Rose hat sie sich zudem einem Pferd gewidmet, auf das wir für unsere Zucht des Namibischen Westernpferdes einige Hoffnungen setzen.

Namib Rose

Cappucino

 

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Fohlen nicht gleich Fohlen

Sie sind gerade mal zwei Tage auseinander und haben mit Tatanka denselben Vater. Dennoch sind sie sehr unterschiedlich. Optisch weniger aber im Wesen. Luna links und King of Spring rechts. Zunächst mal zur Optik: Als sie im Februar geboren wurden – wir hatten berichtet – konnte man nicht ahnen, dass sie schon nach drei Monaten so dunkel werden.

Oben Luna – unten King of Spring

Jetzt sind die Beiden gut drei Monate alt und unsere Praktikantin Nici macht mal die ersten Versuche, wie sie auf Belästigungen reagieren – z.B. auf ein Halfter.

Wir hatten es eigentlich geahnt, dass Luna keine Probleme machen wird. Sie ist derartig neugierig, entspannt und menschenbezogen, dass alles Andere eine Überraschung gewesen wäre. King of Spring ist da anders, obwohl er dieselben Erfahrungen gemacht hat und genauso mit ihm umgegangen wird wie mit Luna. Er hält immer lieber Distanz.

Da haben wir jetzt zwar zwei unterschiedliche Fohlen, aber bei beiden sind wir guter Hoffnung, dass sie uns auf dem Weg zum Namibischen Westernpferd wieder weiterbringen. Eigentlich sind wir unserem Ziel schon recht nahe. Ich persönlich spekuliere einfach mal, dass King of Spring trotz seiner derzeitigen Zurückhaltung ein guter Zuchthengst wird. Schließlich stammt er von meinem Lieblingspferd Lenz ab. Deswegen ja auch der “König des Frühlings” – vielleicht eines Tages ja auch der König unserer Zuchtherde.

 

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Nicht ganz so schlimm

Lieber zu früh als zu spät. Auch wenn wir gemerkt haben, dass unsere schlimmsten Befürchtungen zum Glück ausgeblieben sind, haben wir sicherheitshalber schon mal Gras eingekauft. Und es wird auch nicht das letzte bleiben.

Im großen Umkreis vom Farmhaus haben wir überhaupt keine Weide mehr. Die Pferde, die wir hier für die Gäste und für das Training brauchen, haben schnell alles weggeputzt.

Sie also müssen bereits mit dem gekauften Gras versorgt werden. Auch auf unserem Erongotrail können wir unseren Nachbarn nicht das letzte Gras wegfressen lassen. Auch dort müssen wir für unser Futter selbst sorgen. So ein Anhänger mit 80 Ballen ist dann schnell weg.

Interessanterweise war die diesjährige Regenzeit in Namibia regional völlig unterschiedlich. Uns hat es diesmal erwischt. Aber nicht weit von uns entfernt haben Mitglieder unseres Kalkfelder Farmervereins reichlich Regen abbekommen und können Gras mähen und verkaufen. Wie z.B.Gero von Elmshorst, von dem diese Fuhre stammt.

Nicht so schlimm ist es bei uns geworden, weil wir wie immer mit unserer Beweidung sehr zurückhaltend waren. Das bedeutet, dass wir nicht nur nicht überweidet, sondern Kamps mit Vorjahresgras erhalten haben. Ob uns das wirklich bis zur nächsten Regenzeit reicht, ist schwer zu sagen. Zudem ist El Nino für 2024 wieder angesagt. Und das bedeutet, dass in Namibia mit einer schlechten Regenzeit zu rechnen ist. Aber darüber wollen wir im Moment lieber noch nicht nachdenken….

Nachdenken müssen wir im Moment darüber, wie wir denn das noch vorhandene Gras nutzen. Denn dort, wo noch Weide steht, haben wir zum Teil kein Wasser. So wie z.B. am Brakwasserposten.

Der ist seit vielen Jahren ungenutzt, weil das Bohrloch trotz 100 Meter Tiefe trocken war. Ein Test hat jetzt gezeigt, dass sich dort wieder Wasser angesammelt hat. Also richten wir die Anlage wieder und hoffen, dass das Bohrloch nicht nach kurzer Zeit wieder trocken ist. Der Versuch kann scheitern, aber was bleibt uns übrig?

Der alte Metalltank hat sich dann doch als unreparierbar erwiesen. Links daneben haben wir einen kleinen grünen Plastiktank platziert. Der sollte auch erstmal reichen.

Mit Niekes Hilfe kam dann auch das erste Wasser und wir hoffen einfach, dass das für längere Zeit auch so bleibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine böse Überraschung

Eines vorweg – dieses eindrucksvolle Bild ist der Allgemeinen Zeitung – der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung Afrikas mit Sitz in Windhoek/Namibia entnommen. Eindrucksvoller kann man den Klimawandel in Afrika wohl kaum darstellen.

Ja, eine böse Überraschung! Fast alle Wetterfrösche hatten für dieses Jahr eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Regensaison vorausgesagt. Ihre Argumente klangen überzeugend. Was dann kam, war ein klimatisches Durcheinander und auch ein Novum, wie wir es bisher noch nicht erlebt haben. Es regnete wohl punktuell im Land. Auch in Gegenden, die es dringend nötig hatten. Dafür aber blieb der Regen dort weg, wo er gemeinhin zuverlässig ist. Das natürlich auch mit Ausnahmen. Auf Gross-Okandjou war und ist das Desaster perfekt.

Im Januar hatte es geregnet- eigentlich zu früh für uns im Westen. Die Weide fing an, grün zu werden. Dann fiel der Regen wochenlang aus und das Grün verdorrte. So blieb es.

Der April – jetzt noch gestern – hat fast täglich dunkle Wolken aufziehen lassen. Der Niederschlag – wenn es ihn überhaupt gab – war kaum messbar. Also nicht genug für die Weide und schon gar nicht genug, um die Riviere laufen zu lassen und unseren Dämmen Wasser zu spenden. Als wir an einem Tag mal 2mm Niederschlag hatten, hatten Farmen nicht weit weg von uns z.T. 20mm und mehr. Wir werden in diesem Jahr Weidemangel haben. Wahrscheinlich auch Wassermangel in unseren Brunnen und Bohrlöchern. Wir wissen um die Herausforderungen in diesem Land und wir nehmen sie auch an. Aber so dicke musste es nun wirklich nicht kommen.

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Sattelfest mal anders

Was machst Du mit einem potentiellen Reitgast, wenn er fast zwei Meter misst und 120 kg wiegt? Die Gewichtsbeschränkung für unseren Erongotrail sind 85 kg. Und wenn es dann noch der Freund von Salome`ist – einer Gewinnerin des Preises, den wir jährlich für die Erste Westernreiter Union-Baden-Württemberg (EWU) ausloben? Die Fragen waren schnell beantwortet. Mathias ist begeisterter Biker und wir haben eine Geländemaschine. Also kam es zu einer Premiere.

Laute Pferdestärken anstelle von entspannten, ruhigen Vierbeinern. Kann das gutgehen? Werden die Reiter nicht gestört? Nein, das wurden sie nicht. Mathias ist nicht die Strecken der Reiter gefahren – da wäre er wahrscheinlich auch nicht überall mitgekommen – sondern orientierte sich an unserem Begleitfahrzeug, das immer nur manchmal mittags aber immer abends wieder Kontakt mit der Reitercrew hat.

Das Begleitfahrzeug wartet schon.

Johannes und Junias – unser erfahrenes Trailteam – hat schon Alles gerichtet.

Antje und Stefan können die Seele baumeln lassen.

Auch ein Motorrad kann friedlich und romantisch wirken.

Unerwartet, aber zumindest von uns gerne gesehen, gab es dann noch etwas Nass von oben. Stefan nahm es gelassen. Bei den Apriltemperaturen trocknet Alles wieder schnell. Leider Alles.

 

 

 

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