Lohn der Mühe

Genau genommen ist die Lage zum verzweifeln. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Mittlerweile fallen die Wilderer aus allen Himmelsrichtungen bei uns ein. Sie werden immer dreister und einfallsreicher. Unser zeitlicher und auch finanzieller Aufwand wird immer größer, um uns halbwegs zu schützen und zu wehren. Dann tut es gut, wenn man auch mal wieder einen Erfolg zu verzeichnen hat. Im Zusammenwirken mit der Omaruru District Watch haben wir eines Nachts ein Wildererfahrzeug stellen können – inklusive dem Fahrer, einem Wilderer und einem ihrer Hunde. Vier Wilderer konnten leider entkommen.

Was war geschehen? Alina und unsere Praktikantin Sophie, die in dieser Nacht auf der Farm alleine aber nicht mutlos waren, wurden von der ODW informiert, dass das schon lange im Verdacht stehende Fahrzeug wieder von Omaruru aus in Richtung Gross-Okandjou unterwegs sei. Die beiden Mädels machten sich auf in Richtung südliche Grenze, wo die Wilderer normalerweise abgeladen wurden. So war es auch diesmal. Im Schutz von Busch und Dunkelheit lauerten sie ihnen auf und warteten bis spät in die Nacht, bis sie aus Omaruru wieder die Nachricht erhielten, dass das verdächtige Auto wieder in unsere Richtung fuhr, um die Wilderer wieder aufzuladen. Als sie dann aufgeladen waren, informierte Alina die Omaruru District Watch per Funk, dass der Wagen wieder auf dem Rückweg sei. Die Zeit reichte dem ODW für einen Roadblock vor Omaruru. Den allerdings durchbrach das Wildererfahrzeug. Die Verfolgungsjagd führte direkt in den Ort bis zur Bank Windhoek. Dort baute der flüchtige Fahrer einen Unfall und die Wilderer flohen zu Fuß. Einer allerdings kam nicht weit. Ein Securityposten der Bank – wie gesagt in später Nacht – reagierte blitzschnell und konnte einen der Flüchtenden noch schnappen. Der Fahrer – ein Taxi übrigens – konnte später noch ermittelt werden. Das ist die Story. Nun können wir nur hoffen, dass es nicht wie üblich weitergeht. Dass die Täter auf Kaution freikommen und weiter wildern. So war es bisher meistens.


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Nette Überraschung

Damit haben wir nicht gerechnet. Aber warum eigentlich nicht? Im Oktober beginnt doch die kleine Regenzeit. Sollte sie beginnen! In den vergangenen Jahren ist sie einfach ausgeblieben. Und daran hatten wir uns gewöhnt. Also sind wir überrascht. Gut, es waren nur knapp drei Millimeter, aber es war ein Signal. Ein Signal –  aus welchem Grund auch immer – dass die richtige Regenzeit gut wird, gut werden muss. So ein Gefühl eben… Im März wissen wir mehr.

Ein Gutes ist jetzt schon real. In den letzten Wochen hat es in ganz Namibia verheerende Feldbrände gegeben – auch in unserer Nähe. Schon das bisschen Feuchtigkeit macht es den Flammen schwerer, sich voranzufressen. Und dort, wo der Boden rußschwarz ist, sprießt sofort frisches Grün. Nicht Jeder hat sich bedingungslos über die schwarzen Regenwolken gefreut – auch wir nicht – denn neben Leichtsinn und auch Vorsatz entzünden immer wieder die Trockengewitter die ausgedorrte Weide. Vorbei ist das Risiko noch nicht. Dazu war die bisherige kleine Regenzeit zu klein.


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Hurra die Polizei ist da!!!

Klingt kindisch! Ich weiß. Aber wenn ich Euch die ganze Geschichte erzähle, seht Ihr das bestimmt anders. Polizei auf Gross-Okandjou ist eine Seltenheit. Zum Einen weil bei uns (fast) Alles mit rechten Dingen zugeht. Und zum Anderen, weil sie nicht kommt, wenn man sie braucht. Deswegen freuten wir uns (zunächst), als sie dann mal am Tatort eintraf.

Dieses Bild kann man gar nicht oft genug zeigen.

Zur Vorgeschichte: Wie oft haben wir uns an dieser Stelle beklagt, dass die Wilderei ein bisher nie dagewesenes Ausmaß angenommen hat und wir damit alleine schon lange nicht mehr fertig werden. Rufst Du die Polizei, dann hat sie gerade kein Auto oder kein Benzin. In Wirklichkeit – so hat es den deutlichen Anschein – hat sie keine Lust. Sie ist der Meinung, dass wir Farmer diese/ihre Arbeit zu leisten haben. Wenn sie denn mal kommt, holt sie nur die Wilderer ab, die wir anstelle von ihnen gefangen haben. Beweissicherung wie Fingerabdrücke oder Spuren – Fehlanzeige! Verrückt, wenn Du glaubst, dass eine Polizeistation im Dorf mit DNA-Spuren arbeiten kann oder will.

Zurück zum Tatort. Der sah übrigens so aus.

Dieses Blut stammt von einem einzigen Oryx, der am frühen Morgen desselben Tages von Wilderern mit Hunden gestellt und dann abgestochen wurde. Dieses Blut könnte stellvertretend für die vielen Dutzend anderen Oryx stehen, die wir in letzter Zeit durch die Wilderei verloren haben.

Der Kopf bleibt meistens zurück. Aber die Feinschmecker unter den Wilderern wissen auch die Zunge zu schätzen.

Zurück zur Polizei. Schon die ersten Kontaktminuten per Telefon konnte einem jeden Optimismus nehmen. Nachdem wir es ausnahmsweise geschafft hatten, sie zum Kommen zu überreden (wir fahren in 15 Minuten los – es war 11.30), hörte der zuständige weibliche Warren Officer schon nicht mehr richtig zu. Wo sie denn hinkommen sollten? Na, zu uns nach Gross-Okandjou. Wo das denn sei? Keine Ahnung von den Örtlichkeiten in ihrem Bezirk. Wir beschrieben den Weg mehrfach und warteten. Von der Polizeistation Omaruru zu unserer Farm sind es max. 30 Minuten. Als so gegen 14.00 immer noch niemand erschien, fragten wir nochmal nach. Dabei stellte sich heraus, dass die Chefin trotz mehrmaliger Erklärung ihre Leute auf die falsche Farm geschickt hatte. Gegen 14.00 traf dann das oben abgelichtete Polizeifahrzeug ein. Drei nette Leute, aber schwer sie davon zu überzeugen, dass es keinen Sinn macht in der Gegend herumzufahren – was sie wollten – wenn die Spuren der Wilderer mitten durch den unwegsamen Busch gehen. Im übrigen – wie sich später herausstellte, hatten sie gar nicht genug Benzin, um spazieren zu fahren. Wir mussten ihnen 25 Liter spendieren, damit sie wieder nach Hause fahren konnten. Nicht ohne vorher darauf hinzuweisen, dass sie weder was zu essen noch zu trinken dabei haben.

Sie folgten mit zwei unserer Arbeiter, die wir mitgeschickt hatten weil sie fit im Spurenlesen sind, gegen 16.00 den Wildererspuren. Viel zu spät, weil es drei Stunden später stockfinster war und die Verfolgung abgebrochen werden musste. Wäre die Polizei zur verabredeten Zeit gekommen, wäre die Chance, die Wilderer einzuholen und zu schnappen, riesengroß gewesen. Da wir ohne Polizei die Spuren am nächsten Tag wieder aufnahmen, können wir das mit großer Sicherheit sagen. Wir trafen auf ein heruntergekommenes Anwesen, in dessen Umkreis sich die Fährten verloren.

Hier war nur eine Person anwesend, obwohl wir Vieren gefolgt waren. Hat er was gesehen, gehört? Nein, nichts! Hier gäbe es noch einige andere Ansiedlungen. Blutspuren haben wir hier keine mehr gefunden. Wir werden dieses Nest – mehr als 20 Kilometer von uns entfernt – aber im Auge behalten, wenn wieder Wilderer aus ähnlicher Richtung kommen und den Weg wieder zurück nehmen.

Vielleicht ist diese Geschichte heute etwas lang geraten. Aber mir liegt daran, dass Ihr unseren Zorn und unsere Verzweiflung nachempfinden könnt. Denn sie ist genau genommen auch noch gar nicht zu Ende. Am nächsten Morgen hat uns der Warren Officer beschimpft, dass wir ihre Leute gezwungen haben, den Spuren zu folgen. Das sei nicht die Aufgabe der Polizei. Was ist dann ihre Aufgabe? Darauf gab es keine klare Antwort. Nur den kaum versteckten Hinweis, dass wir unseren Scheiß selber machen sollten. Um keine Magengeschwüre zu bekommen, haben wir nicht wesentlich leiser dagegengehalten. Aber was hilft´s, wenn die Polizeiführung und offensichtlich auch die Politik unsere Probleme nicht ernst nimmt. Ein Schelm, der meint, er läge daran, dass wir weiß sind…

Und nun doch noch etwas Versöhnliches zum Schluss. Der Wortführer der drei Polizisten, die bei uns einen guten Job gemacht haben – als sie dann da waren – sagte am nächsten Tag “Jederzeit wieder!” Das klang so glaubwürdig, dass das nicht nur damit zusammenhängen konnte, dass es bei uns lekker Kost gab, wie das hier heißt.


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Ein Rekord – zwei Jubilare

Der August hat so angefangen, dass ich mit diesen Meldungen nicht länger warten konnte. Das Wichtigste – wir haben zwei Jubilare zu ehren, auf die wir besonders stolz sind. Zum einen, weil sie es so lange bei uns ausgehalten haben und zum anderen, weil wir auf sie als Menschen und Mitarbeiter stolz sind. Rekorde sind das zwar noch nicht – bei unserem Johannes sind es bald 25 Jahre – aber es ist auch nicht üblich, dass Farmarbeiter so lange bei einem Arbeitgeber bleiben. Der Rekord? Siehe das Bild oben. Es ist der kälteste Winter, an den wir uns erinnern können. Gut, wir hatten auch schon im Juni minus 5 Grad – so wie jetzt Anfang August auch – aber so hartnäckig war der Winter auf Gross-Okandjou zu unserer Zeit noch nie.

Dabei ist die Kältewelle bei uns noch vergleichsweise harmlos. Gerade mal 100 Kilometer entfernt von uns haben Freunde von uns minus 21 (!!!) am Morgen gemessen. Dort sind demzufolge auch mehr Wasserrohre geplatzt sowie Gartenpflanzen und Obstbäume erfroren als bei uns. Uns reicht es aber auch so schon. Noch in dieser Woche soll sich das angeblich wieder umkehren. Kein  Frost und Temperaturen bis zu 30 Grad. Gerade richtig für unsere nächsten Gäste.

So, jetzt aber zu dem, was wir noch wichtiger finden. Junias und Hermann! Viele unserer Gäste werden sich an sie erinnern. Junias der Reiter (rechts) und Hermann der Handwerker. Junias ist jetzt sage und schreibe 15 Jahre bei uns und Hermann zwar erst 5 Jahre angestellt, aber vorher hat er immer wieder schon für uns gearbeitet.

Und weil nun 15 mehr ist als 5, gab es für Junias noch eine zusätzliche Würdigung. Eine Urkunde haben allerdings Beide bekommen. Über die sie sich erstaunlicher Weise fast mehr gefreut haben als über die Geldprämie oder das gemeinsame Dinner, das wir natürlich wegen der Kälte in unsere Winterlapa am Kamin verlegt haben.

Es wurde ein langer, gemütlicher Abend. Seinen Abschluss fand er mit dem Hollywoodfilm “Little Big Man” mit Dustin Hoffmann. In ihm geht es um den problematischen Umgang der weißen Amerikaner mit den indianischen Ureinwohnern. Stellenweise hat er mich und sicher auch andere der anwesenden Zuschauer an die Geschichte Namibias erinnert. Der US-General Custer hatte eine verblüffende Ähnlichkeit – nicht optisch – mit dem deutschen General von Trotha, der die Hauptverantwortung für den grausamen Krieg gegen die Hereros und Namas trug.

Der Film hat allerdings Überlänge und die Aufmerksamkeit der Zuschauer erschlaffte so langsam. Deswegen haben wir ihn einige Minuten vor dem Ende gestoppt. Was aber überraschenderweise nicht erschlaffte, war das Interesse am Ende des Films. Offensichtlich, weil unsere Mitarbeiter wissen wollten, wie nicht nur der Film endet sondern vielleicht auch das Leben von General Custer. Kein Zweifel, dass sie ihm das gönnen. Heute Abend zeigen wir das Ende – eins oder zwei.


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Der Leopard ist schuld

Nein, nicht weil unser Appaloosahengst Sublime jetzt darniederliegt. Oder doch? Taria das Fohlen der Scheckenstute Tosca wurde bekanntlich von einem Leoparden gerissen. Das haben wir sehr bedauert, weil wir uns gerade von dieser Paarung viel versprochen hatten. Jetzt muss Sublime also wieder ran und zusätzlich auch noch mit Cheyenne und Ice für Nachwuchs sorgen. Da darf man sich zwischendurch doch schon mal ausruhen – oder? Ein kleines Nickerchen hat der Fortpflanzung noch nie geschadet.

Aber im Ernst, auch von Cheyenne und Ice (Cremello) erwarten wir Nachwuchs, der uns wieder unserem Zuchtziel des Namibischen Westernpferdes näher bringt. Aus der Verbindung Ice und Sublime gibt es bereits ein Stutfohlen – Namib Rose.

Sie hat schon das, was wir anstreben – ein Menschen zugewandtes Wesen und die richtigen Proportionen. Weiteres muss sich erst zeigen, wenn wir sie ausbilden.

Über Cheyenne (die Braune) kann man eigentlich nur Positives sagen. Sie ist so, wie man ein Westernpferd gerne hat. Auch ihr Sohn Tatanka (vorne) ähnelt ihr in vielem.

Ihn haben wir ja auch schon als Deckhengst einige Male erfolgreich eingesetzt. Alle drei Junghengste, die im vorigen Monat in den Busch zu Sharif kamen, stammen von ihm ab – Banana Gold, NagiTanka und Sugar King.


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Der etwas andere Hund – die Fünfte

Wotan ist doch schon ganz schön groß geworden. Erst dachten wir, der wächst ja überhaupt nicht. Lange Zeit war unser Drahthaar Athos noch größer. Das hat sich jetzt aber deutlich geändert. Er ist nun ein gutes Jahr alt und wird auch noch zulegen. Nur wie viel? Das werden wir wahrscheinlich nie so genau wissen, weil es nicht ganz einfach ist, ihn zu wiegen. Ok, er ist schwer, aber das würden wir schon irgendwie hinkriegen. Nur es ist jetzt schon deutlich schwierig, etwas mit ihm anzustellen, was er nicht mag. Er ist eben ein Kangal. Was seinen Charakter betrifft eine große Ausgabe eines Teckels. Das bedeutet nicht, dass Wotan grundsätzlich missmutig ist – im Gegenteil. Er ist freundlich – wenigstens uns gegenüber – verspielt und verschmust.

Wenn er genug hat, zeigt er das aber deutlich, indem er plötzlich seines Weges geht, Schatten aufsucht, sich hinlegt und so tut, als ob es uns gar nicht gäbe. Da sollte dann auch ein kleineres Menschenkind wie Nieke besser Platz machen.

Nieke traut der Sache nicht so ganz. Wesensfeste Hunde wie Wotan haben es aber gar nicht nötig, so einen kleinen Quälgeist erst zu nehmen. Wir nehmen das einfach hin und sagen uns, er nutzt jede Chance, um seine Kräfte zu sammeln. Die er, wie sich herausgestellt hat, vor allem nachts einsetzt. Da ist er unterwegs im Umfeld der Herde. Nur, wie erfolgreich er dabei ist, können wir noch nicht mit Gewissheit sagen. Verluste durch Raubwild, Vieh- oder Wilddiebe hatten wir zumindest dort, wo er wacht, noch nicht. Das kann aber auch Zufall sein.


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Die mit den Elefanten wandern

Heute mal was ganz Neues. Da ist zum Einen der Kunene Elephant Walk, den wir für eine großartige Idee halten, und da sind zum Anderen wir. Wir, die wir bisher aus guten Gründen keine Spendenaufrufe veröffentlicht hatten. Meist wissen wir zu wenig über die Seriosität der Organisationen, und allzu oft wird auch ein zu gr0ßer Verwaltungsapparat mitfinanziert. Bei dem Elephant Walk ist das anders. Das Geld kommt direkt dort an, wo es gebraucht wird. Zudem versucht diese kleine Gruppe einen Konflikt zu entschärfen – nämlich den zwischen Mensch und Tier – mit dem wir uns schon seit vielen Jahren beschäftigen. Jetzt aber genug der Vorrede. Alina sagt Euch, was das mit denen, die mit den Elefanten wandern, auf sich hat:

“Wusstet ihr eigentlich schon, dass “Okandjou” in der Sprache der Herero kleiner Elefant bedeutet? Demnach heißt unsere Farm, Gross Okandjou, der große, kleine Elefant, wobei “gross” eigentlich nur der bürokratische Begriff für die Zusammenlegung zweier Farmen ist. In unserem Fall von den Farmen Ost Ende und Okandjou Nord. Bis heute ist unsere Farm bekannt als der Ort, an dem sich die Elefanten aufhalten und das bezieht sich wiederum auf den großen Trockenfluss, der sich fast 10 km durch unsere Farm schlängelt und an dem vor noch 100 Jahren die Elefanten durchgewandert sind und genüsslich an den Anabäumen geschmaust haben. Heutzutage ist uns dieser Anblick leider nicht vergönnt. Die Elefanten haben sich nördlich unserer Farm in das sogenannte Kommunalgebiet zurückgezogen und leben dort entlang der Hoarusib, Ugab und Hoanib Trockenflussbetten. In diesen Gebieten wird noch auf traditionelle Art gefarmt, ohne Zäune, mit großen Rinderherden und unter der Kontrolle einer Stammesführung.

Was haben nun diese Elefanten und die dort lebenden Menschen gemeinsam? Sie nutzen die gleichen Weidegründe und Wasserstellen und kommen aufgrund immer enger werdender Lebensräume immer näher und immer öfters in Kontakt.

Wenn wir ab und an Hinterlassenschaften von sporadisch durchziehenden Elefanten bei uns auf der Farm finden, freuen wir uns ihrer Anwesenheit und glauben, sie entdecken ihre alten Lebensräume wieder.

Doch so friedlich sieht es im Alltag der im Kommunalgebiet lebenden Bevölkerung eben nicht aus, und es kommt immer wieder zu Konflikten an Wasserstellen oder Gehöften, wo Elefanten nach Wasser und Nahrung suchen. Wasserleitungen werden von ihnen aus dem Boden gerissen, Windmotoren umgeschmissen, Gärten zertrampelt. Die Ressourcen in diesen Gebieten sind spärlich und der Verlust groß. Dagegen waren die Schäden bisher bei uns eher harmlos.

Nun gibt es aber Gruppen von engagierten Menschen, die diesen Konflikt schlichten wollen, um die Elefanten zu schützen, aber auch die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Eine dieser Gruppen ist eben der Kunene Elephant Walk, der von John K. Kasaona und fünf weiteren Mitgliedern der nord-westlichen Kunene Region ins Leben gerufen wurde.

Wir haben uns entschlossen, uns dieser Bewegung anzuschließen und Spendengelder für ein harmonisches Miteinander zwischen den Elefanten und der betroffenen Bevölkerung zu sammeln. Die Spendengelder werden z.B. dafür genutzt neue Wasserstellen für die Elefanten zu errichten, elefanten-sichere Zäune um Gärten anzulegen, Ausrüstung wie Uniform und Ferngläser für die Elefanten-Ranger zu erwerben.

Wenn ihr Teil dieser Bewegung sein und auch eure Unterstützung zeigen wollt, dann könnt ihr unter folgendem Link spenden: https://www.gofundme.com/namibia-mitigating-humanelephant-conflicts?pc=em_dn_contacts_r&rcid=r01-1655226499,75-96fe39c0ec0411ec&member=19966087

Die Population der sogenannten Desert Adapted Elephants (den Wüstenelefanten) ist eine der wenigen freilebenden Elefanten weltweit (in Namibia bestehend aus ca. 150 Tieren und die größte weltweit). Wenn wir es schaffen, ihnen Lebensräume zu öffnen und zu lernen friedlich miteinander zu leben, sehen vielleicht auch wir irgendwann diese beeindruckenden Tiere wieder in ihre alten Lebensräume zurückkehren.”


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Schaut auf diese Hand

Manchmal glauben auch wir es immer noch nicht. Frost im südlichen Afrika, Frost in Namibia. Auch wenn man weiß, dass hier die Jahreszeiten gewissermaßen auf dem Kopf stehen und die richtigen Wintermonate Juni und Juli sind, sind auch wir immer wieder überrascht. Minusgrade! Bei uns minus 5. Bei anderen Farmen sind die Minusgrade auch schon mal zweistellig. Und das immer nachts und in den frühen Morgenstunden. Während des Tages wärmt es sich aber wieder herrlich auf. Mitunter bis zu 25 Grad – plus wohlgemerkt (Scherz!).

Die Stimmung am Morgen ist einzigartig

Und da gibt es ja dann auch noch die andere Seite. Frost dort, wo man ihn eigentlich lieber nicht hätte. Alle unsere Wassertanks und -leitungen vor dem Frost zu schützen, wäre nun wirklich für die paar Tage oder auch nur Stunden zu aufwändig. Meistens geht es auch gut aber leider nicht immer. Da das Wasser ein kostbares Gut ist – speziell auf einer Farm im trockenen Namibia – muss eben schnell repariert werden. Peinlich und teuer kann es werden, wenn wir Frostschutzmittel im Autokühler vergessen. Wieder so ein nur scheinbarer Widersinn im Land der schroffen Gegensätze.


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Der Ernst des Lebens

Sie verlassen die Kinderstube. Aber ganz vorbei ist es mit lustig noch nicht. So schlimm wird es schon nicht werden, wenn Sugar King, Banana Gold und NagiTanka zu den erwachsenen Hengsten kommen. Genau genommen kommen sie im Moment nämlich nur zu Sharif, der ein friedlicher wenn auch temperamentvoller Vertreter ist. Sublime macht seinen Job bei Cheyenne, Ice und Tosca, die ihr erstes Fohlen aus dieser Verbindung ja durch einen Leoparden verloren hat. Tatanka ist noch mit seinen sechs Stuten beschäftigt. Er sollte allerdings sein Geschäft so langsam erledigt haben.

Unsere derzeitigen Praktikanten/innen (Sternchen weiß ich nicht wie´s geht) geben am ersten Tag auch noch moralische Unterstützung. War aber gar nicht nötig, weil sich Sharif gar nicht hat blicken lassen. Eher ungewöhnlich, weil Hengste ihre Konkurrenz meilenweit riechen. Wie die nächsten Tage zeigten, ist aber alles ohne größere Schäden – weder physischer noch psychischer Art – abgelaufen. Vielleicht haben ja auch Niekes guten Wünsche geholfen.

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Klein aber fein

Sie sind etwas kleiner, ja man kann auch sagen zarter als unsere letzte Kälbergeneration. Uns gefallen sie aber. Sie sind fit und munter. Sie gefallen uns vor allem auch deshalb, weil wir in letzter Zeit einige Kalbungsprobleme hatten. Die Kälber waren manchmal schon bei der Geburt zu groß. Das hat zu Verlusten geführt. Schuld war wahrscheinlich unser Bonsmarabulle, der selber sehr kräftig war und ebenso vererbt hat. Diesmal hatten wir von der Nachbarfarm Etendero einen etwas kleineren Bullen für einige Monate ausgeborgt. In den News vom Februar hatten wir ihn wieder zurück in die Heimat verabschiedet. Auch wenn er so aussieht, es ist kein Bonsmarabulle sondern ein Santa Gertrudis. Das spielt für uns aber nur eine untergeordnete Rolle. Wir haben zwar seit vielen Jahren aus guten Gründen Bonsmara, sind aber keine eingetragenen Züchter. Der Zirkus, der da z.T. veranstaltet wird, animiert uns nicht gerade zum mitmachen. Oft hat man ja bei diesen Zuchtvereinen den Eindruck, groß und eben bullig ist das einzige Kriterium. Man sieht das ja auch in vielen anderen Vereinen dieser Art, wie sich das Ego des Züchters in seinen Tieren widerspiegelt. Wenn das bei uns auch der Fall sein sollte dann – siehe oben – schlank und fit – klein aber fein. Zur Unterstreichung noch zwei Bilder – von den Kälbern versteht sich.

 

 

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