Warum Taria?

Manchmal gibt es schon merkwürdige Zufälle im Leben. Wenn wir ein neues Fohlen bekommen, versuchen wir immer bei der Namensfindung eine Verbindung zu finden zu einer aktuellen Situation, einer bestimmten Vorgeschichte, der Blutlinie oder einem Ereignis, die uns das Merken des Namens erleichtert. Bei Taria mussten wir durch Zufall nicht lange suchen.

Die Geschichte:

Am Samstag den 25. September kam das Fohlen, das jetzt Taria heißt, früh morgens auf die Welt als Tochter von Tosca und unserem Appaloosahengst Sublime. An diesem Tag waren wir mit unserem Freund Manfred in Otjiwarongo verabredet. Er veranstaltet dort als Verantwortlicher bei der Reitgemeinschaft Otjiwarongo seit Jahren das beliebteste Dressur- und Springturnier  Namibias. Wir gehen dort sehr gerne hin, obwohl wir Westernreiter sind. Denn auch die klassischen Reiter können reiten. Auch Natural  Horsemanship wird zunehmend ein Thema in dieser Szene.

Aber dass Springreiten auch nicht ganz so ohne ist, wurde an diesem Samstag sehr früh deutlich. Das Pferd einer jungen Reiterin verweigerte den Wassergraben so abrupt, dass sie sehr unglücklich stürzte. Die anwesende Ambulanz musste sie ins Hospital liegend und vorsichtig bringen. Niemand von uns wusste, wie schwer die Verletzungen tatsächlich waren. Das Turnier ging weiter in den verschiedenen Klassen und uns fiel ein junges Mädchen auf, das beherzt und erfolgreich die Hindernisse überwand. Und das nicht nur in einem Rennen. In einem Wettbewerb belegte sie  mit zwei Pferden den ersten und den  zweiten Platz. Auf meine Frage, wer dieses Mädel eigentlich ist, lautete die Antwort: Das ist Taria – die Reiterin, die am Vormittag so schwer gestürzt war. An demselben Tag, an dem Toscas Fohlen geboren wurde. Anerkennung, Respekt und ja wohl auch Bewunderung ließ uns sofort den Namen Taria durch den Kopf schießen. Das ist aber noch nicht Alles. Wer ist diese mutige Reiterin? Die Antwort ist der zweite Teil der merkwürdigen Zufälle. Taria ist die Tochter des Ehepaares, von dem wir den Hengst Baracello ausgeliehen hatten, der u.a. Toscas Mutter deckte. Verrückter geht ja kaum. Übrigens – wir haben Tarias Vater um Erlaubnis gebeten, ob wir den Namen seiner Tochter verwenden dürfen.

Um Euch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen – ja warum habe ich nicht gesehen, dass Taria dasselbe Mädel war, das so schwer gestürzt war? Die Antwort könnte ihr selber herausfinden. Geht mal auf so ein Turnier und versucht die Reiterinnen und Reiter wiederzuerkennen, die ihr vorher nie gesehen habt. Der einheitliche Dress, der Helm – alles ungewohnt für einen Westernreiter. Da hat jeder andere, bunte Kleidung und vor allem diese phantasievollen Hüte. Obwohl mittlerweile in den Turnieren auch Helme Pflicht werden.

Das Fohlen rechts ist übrigens Black Beauty. Da ist auch Sublime der Vater und Junias`Lilly die Mutter.

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Gefahr erkannt – Gefahr gebannt

Man musss schon genau hinschauen, um zu ahnen, wo die Gefahr lauert. Hinten rechts!

Die Serienbilder der Wildkamera hatten mich aufmerksam gemacht auf zwei leuchtende Punkte, die minutenlang an einer Stelle verharrten. Springhase, Steinböckchen, Schakal? Alles möglich. Eine Braune Hyäne vielleicht?

Schaut Euch die folgenden Bilder genau an. Da versucht doch tatsächlich ein Leopard – offensichtlich noch ein junger – unsere drei Deckhengste zu überrumpeln.

Kein Zweifel. Es ist ein Leopard. Natürlich sind die Bilder nicht besonders scharf aber dennoch eindeutig. Spannend zu sehen, was sich in der Nacht so Alles ereignet und  unseren Augen entgeht. Wildkameras haben schon so manches Geheimnis gelüftet. Ich erinnere nur an die nächtlichen Bilder von Braunen Hyänen. Sie räumten z.B. mit der Mär auf, dass sie ausschließlich Einzelgänger seien.

Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, wie gefährdet waren unsere Hengste Tatanka, Sublime und Sharif tatsächlich. Meine Erfahrung sagt mir eher weniger. Leoparden suchen sich normalerweise kleinere Beutetiere. Bei uns ist noch kein ausgewachsenes Pferd in den vielen Jahren Opfer eines Leoparden geworden. Fohlen schon. Dass der nächtliche Jäger es dennoch versucht hat, spricht auch für seine Jugend. Wir hoffen in so einem Fall natürlich, dass unsere Pferde und besonders die Hengste wehrhaft genug sind, um gegen diese Raubkatzen zu bestehen. Das ist eine Hoffnung, für die wir keine Belege haben. In romantischen Pferdefilmen ist ist das schnell konstruiert.

 

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Der Frühling ist gelb

Ja, Frühling gibt es auch im heißen und trockenen Namibia. Er ist nicht grün und nicht blütenbunt wie in Europa. Er ist gelb im September. Zumindest für einige Zeit, wenn die Blüten des legendären Kameldornbaums gegen den blauen Himmel leuchten. Und – bei genauem Hinsehen ist doch noch ein bisschen Grün dabei. So richtig grün wird es aber erst im Sommer in der Regenzeit – wenn sie denn kommt. Jetzt genießen wir einfach das kleine Naturschauspiel, während in Europa die Blätter welken.

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Geimpft und happy

Magdalena und unsere anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stolz auf ihre Entscheidung. Da bedurfte es keiner aufwändigen Überredungskünste. Sie haben sich gerne impfen lassen. Für sich natürlich aber auch für uns, unsere Gäste und letztlich auch für ganz Namibia. Jetzt ist jeder auf Gross-Okandjou zweimal gegen Corona geimpft – wir selbstverständlich auch. Nur Joseph fehlt auf den Bildern. Er war heute weit weg im Busch, um auf die Rinder und Pferde aufzupassen. Aber auch er hat schon seit einigen Wochen den endgültigen Schutz.

Unsere Gäste, von denn ja viele häufiger kommen, werden sie wiedererkennen: v.l.n.r. Hermann, Junias, Johannes, Erwin, Lucresia und Magdalena.

Und so sieht der namibische Impfpass aus:

Nun fehlt nur noch, dass viele Namibier dem guten Beispiel folgen. Es geht voran. Die Inzidenz ist in Namibia zur Zeit weit geringer als in Deutschland, obwohl die Impfquote noch deutlich niedriger ist.

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Der etwas andere Hund

Können diese Augen lügen? Möglicherweise können sie das. Der Plüschpuschel Wotan ist ein zehn Wochen alter Kangal – ein Anatolischer Herdenschutzhund. Er soll eines Tages wie auch in seinem Herkunftsland unsere Herde gegen Raubwild schützen. Natürlich mit dem Unterschied, dass er es in der Türkei mit Wölfen und Bären zu tun hat und bei uns eben mit Leoparden, Geparden, Schakalen, der braunen Hyäne und Pavianen. Und es gibt noch einen Unterschied – üblicherweise beschützt ein Kangal Schafe und Ziegen. So wie seit einigen Jahren auch schon in Namibia. Bei uns soll er unsere Kälber und Rinder beschützen. Da gibt es bisher in Namibia nur wenig Erfahrung. Wir gehen mit ihm so um, wie man es auch in einer Schafsherde tut. Der junge Hund wächst mit den Kälbern auf, um sie und ihre Mütter als seine Herde anzunehmen. Das bedeutet leider auch, dass er nicht zu viel Kontakt mit Menschen haben darf, um nicht in einen Zwiespalt zu geraten. Das fällt uns Menschen mitunter verdammt schwer, diesen süßen Kerl nicht ständig knuddeln zu können. Man täte ihm und seiner Arbeit aber keinen Gefallen damit. Wotan muss lernen, sehr selbstständig zu arbeiten, wenn er dann alleine oder nur mit einem Hirten bei der Herde ist. Diese totale Eigenständigkeit macht ihn zu dem etwas anderen Hund. Für mich gibt es da eigentlich nur einen Vergleich, auch wenn er etwas hinkt. Das ist der viel kleinere Jagdteckel, der bei seiner Arbeit unter der Erde gegen Fuchs und Dachs seine Entscheidungen auch alleine treffen muss.

Die folgenden Bilder sollen nicht nur Eure Sympathy für unseren kleinen Beschützer wecken, sondern sind auch eine chronologische Reihenfolge seiner ersten Tage bei uns.

Bei der schweren Aufgabe, die Wotan eines Tages übernehmen wird, ist er in vieler Hinsicht auch ein ganz normaler Hund. Bei seinen Spielen mit Weika, die ja auch zur Hälfte ein Kangal ist, obwohl es überhaupt keine äußerlichen Ähnlichkeiten zu geben scheint, tollt er wie jeder Welpe. Sein Bedürfnis zu dominieren ist aber früh erkennbar.

Bald geht er mit Kälbern genauso um.

Nach den heißen Schlachten ein kühles Bad und anschließend Siesta bei den Kälbern.

 

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Premiere

Nun züchten wir schon so lange das Namibische Westernpferd und haben uns noch nie von einem trennen können. Das hat vor allem zwei Gründe. Wir wollten zunächst abwarten, ob unsere Zuchtergebnisse unseren Vorstellungen entsprechen und auch Pferde nicht so verkaufen, wie es in dieser Branche manchmal üblich ist. Also die mit Fehlern. Und natürlich fällt es uns immer noch schwer, uns von unseren Tieren zu trennen, die uns ans Herz gewachsen sind. Da aber alle Pferde bei uns ihr Gnadenbrot bekommen, müssen wir schon darauf achten, dass die Herde nicht zu groß wird. Also haben wir uns jetzt entschieden, gute und verdiente Pferde doch zu verkaufen. In der Hoffnung, dass sie ein gutes neues Zuhause haben und den neuen Besitzern gute Reitpferde mit Westernausbildung sind.

Whisper

Während Nieke sich noch von Mr. Dean verabschiedet, werden Lina und Whisper schon geladen.

Weil die neue Besitzerin Libby keine Transportmöglichkeit hat, haben wir uns leichtsinnigerweise darauf eingelassen, ihr die Pferde mit unserer Lorry zu bringen. Wenn wir das geahnt hätten… Sechs Stunden Fahrt über z.T. gruselige Staubpads. Aber Ende gut Alles gut! Die Pferde und wir sind heil angekommen. Die neue Besitzerin ist happy und wir haben das gute Gefühl, dass die Pferde eine artgerechte neue Heimat gefunden haben auf der Farm Breitenbach südöstlich von Otavi.

Libby ist übrigens die neue Lebenspartnerin des Farmersohns und ist erst seit knapp drei Monaten in Namibia. Lothar – der junge Farmer – hat sie in Australien kennengelernt und nach Namibia locken können. Man sieht auf den ersten Blick, dass sie ein Pferdemädchen ist. Ein Grund mehr für uns, unbesorgt zu sein.

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Samentausch

Wir sind erstmal alle in volle Deckung gegangen. Nachbars Bulle hat während des Transports so randaliert wie ein Kampfstier in der Arena. Das könnte ja was werden. Wenn er mit unseren Kühen genauso umgeht wie mit unserer Lorry – dann gute Nacht. Warten wir´s ab. Zunächst einmal freuen wir uns über einen ungewöhnlichen Handel. Unser Drahthaarrüde Athos deckt die Drahthaarhündin des Nachbarn und gewissermaßen als Samentausch bekommen wir seinen Bullen für einige Zeit zum Decken unserer Kühe. Wir sind nämlich in einer etwas dummen Lage. Unseren alten Bullen mussten wir zur Vermeidung von Inzucht aus der Herde nehmen und unser Nachzuchtbulle ist noch zu jung. Da wir keine eingetragenen Züchter von Bonsmara sind, stört es uns nicht, dass Nachbars Bulle ein St. Gertrudis ist. Vom Typ her sind sie ähnlich.

Kaum war der Kampfstier aus der Lorry gesprungen, war er zahm wie ein Lamm. Vielleicht sogar zu zahm. Unsere Kühe waren ihm bisher wohl nicht sexy genug. Noch hat er sie keines Blickes gewürdigt.

Aber vielleicht ist er ja auch ein sensibler Künstler. Die nehmen sich ja auch schon mal Zeit und leisten dann etwas Besonderes.

Warten wir mal ab, wie das Fruchtbarkeitsrennen zwischen Athos und Nachbars Bullen ausgeht. Schließlich war es für Athos das erste Mal.

 

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Kleinvieh macht auch Mist

Hühner gehören auf den Hof! So war das früher, und warum soll es nicht auch heute so sein? Auch auf einem afrikanischen Hof, der mit 9000 Hektar zwar riesengroße Ausmaße aber ebensolche Probleme hat. Mehrere Dürrejahre und jetzt auch noch zwei Jahre Corona bringen eine 9000Hektar-Farm in der namibischen Buschsavanne an die Grenzen. Da wirkt so eine kleine bunte Hühnerschar wie ein Funken Hoffnung. Nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Natürlich wird dieses Federvieh nicht die finanzielle Rettung von Gross-Okandjou sein, aber es gibt sich Mühe und macht Mut. Und sie sind auch etwas für unser ökologisches Gewissen. Sie können sich nach der Nachtruhe im Stall so frei und natürlich bewegen, wie auch unsere Pferde und Rinder. Das gehört gewissermaßen zur Philosophie von Gross-Okandjou. Das hat natürlich auch seine Tücken. Ostern ist täglich. Viele Eier sind gut versteckt. Die Hunde müssen sich beherrschen. Aber auch das richtige Raubwild nutzt gerne seine Chance. Bisher ist von über 40 Hühnern inklusive Hähnen nur ein Huhn auf wundersame Weise verlustig gegangen.

Klar, Hühner legen Eier. Aber unsere legen bunte – grüne z.B. Und noch etwas spricht für unsere Hühner. Sie ernähren sich nicht nur von teurem Futter sondern picken alles Ungeziefer vom Hof. Also nicht nur öko sondern auch praktisch.

Wem das Alles noch nicht reicht, der erfreut sich einfach an den Tieren selbst –  so wie ich. An diesem stolzen Hahn z.B. und dem anderen Federvieh.

 

 

 

 

 

 

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Zwei kleine Wunder

Ein neues Fohlen ist immer auch ein kleines Wunder. Black Beauty ist die Tochter unseres Appaloosahengstes Sublime und der Schimmelstute Lilly, die Junias  gehört. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Namibischen Westernpferd. Es geht voran. Ob Black Beauty allerdings die Erwartungen erfüllt, muss sich ja erst noch erweisen. Eine schwarze Schönheit ist sie aber jetzt schon. Ob sie das bleibt, ist die Frage. Die Farbe kann sich noch ändern. Der Name aber wird bleiben.

Die Stute links ist übrigens Tosca. Auch sie erwartet ein Fohlen von Sublime.

Kontakt mit Rindern kann Black Beauty nicht früh genug haben. Mit ihnen wird sie in ihrem Leben noch genug zu tun bekommen.

Und es gibt noch ein zweites kleines Wunder. Eigentlich sogar ein großes. Unseren alten Deckhengst Jerome, dem wir so viele gute Nachkommen verdanken, hatten wir eigentlich schon aufgegeben. Er ist bestimmt schon fast dreißig Jahre alt – wir hatten ihn vor zwanzig Jahren ausgewachsen gekauft – war in den letzten Dürrejahren dermaßen abgekommen, dass wir ihm keine Chance mehr gegeben hatten. Ein Spezialfutter, das er auch ohne Zähne verdauen kann, war für ihn wie ein Jungbrunnen. Über den Preis reden wir lieber nicht. Aber Jerome hat es sich verdient!

 

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Der schwarze Blitz

Fohlen und Welpen bringen immer wieder neues Leben und Freude auf die Farm. Black Beauty ist jetzt nach Weika die zweite schwarze Schönheit. Weika entwickelt sich so rasant wie sie rennt. Wahrlich ein schwarzer Blitz, der kein Wettrennen scheut. Berta lässt sie natürlich deutlich hinter sich und bei Athos wird es auch nicht mehr lange dauern, obwohl der eine Menge Power hat. Dank Weimaraner und Kangal wird sie sicher längere Beine bekommen.

Sieht jetzt ja schon so aus, als hätte der Welpe Weika eine bessere Kondition als der Kraftprotz Athos. Sieht aber nur so aus. Athos gönnt als Kavalier eine bequeme Entspannungslage.

Einen Job hat sie natürlich noch nicht. Am liebsten trottet sie Nieke hinterher. Das wird aber sicher nicht mehr lange dauern. Die morgendlichen Kämpfe mit dem Deutsch-Drahthaar Athos werden immer wichtiger und ihr Widerstand energischer.

Während Weika noch in den Tag hinein leben kann – gehorchen lernen muss sie natürlich schon – müssen die beiden Erwachsenen ihren Job machen. Schließlich sind sie Jagdhunde. Bei Nachsuchen wird immer noch deutlich, dass der Teckel Berta die größere Erfahrung hat als Athos. Und das zeigt sie ihm auch…

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