Grün, Gelb, Flammenrot!!!

Ja, auch so kann Namibia, so kann Gross-Okandjou aussehen. Der April hat noch genau den Regen gebracht, der so ein Paradies entstehen lässt. Es war wieder einmal eines der seltenen Wunder. Die Regenmenge war eigentlich durchschnittlich und an einigen Stellen auf der Farm auch etwas darüber, aber besser – ohne große zeitliche Lücken – konnte der Regen nicht fallen. Das war das, worauf alle Farmer nach den Dürrejahren gewartet hatten. Es kann wieder aufwärts gehen. Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Wild haben wieder ausreichend Weide. Nicht wundern – wir haben plötzlich keine Schafe und Ziegen, aber es gibt ja auch noch andere Farmer außer uns in diesem ungewöhnlichen, herrlichen  Land.

Die Pferde, ja, die sehen es gar nicht gerne, wenn wir auf dem Reitplatz das frische Grün mähen. Das täten sie gerne selber. Aber beim Reiten lenkt das nun mal ab. Wir machen das ja auch nicht oft. Englischen Rasen oder das Grün der Galopprennbahn von Baden-Baden streben wir nicht an. Wäre auch hoffnungslos.

Das Land der Gegensätze. Namibia wäre nicht Namibia, wenn es nicht recht schnell ein anderes Gesicht zeigen könnte. Zunächst harmlos. Das weniger Harmlose kommt später. Es hat nicht gereicht für unsere Riviere und Dämme. Sie blieben trocken. Eigentlich ungewöhnlich in einer so guten Regenzeit. Aber man kann eben nicht Alles haben. Immer noch harmlos und normal – noch im April ist das schöne Grün langsam aber stetig verblasst und in eine Farbe übergegangen, die eigentlich eher typisch ist für Namibia – Ockergelb. Mitteleuropäische Pferdefreunde werden es wahrscheinlich immer noch nicht glauben, dass sich unsere Tiere von diesem “Stroh” ernähren können. Sie können es und das bestens. Unsere Rinder und Pferde sind speckefett.

Jetzt kommt leider die Schattenseite dieses Wunders der Natur. Weggeworfene Streichhölzer und Zigaretten, Glut von leichtsinnigen Feuern, glühende Holzkohlestücke, heiße Auspuffrohre – alles von Menschenhand – entfachen immer wieder Feldbrände. Eigentlich erst in den Wintermonaten, aber diesmal ging es schon im April los. Gar nicht so weit weg von uns. Zurück bleibt Asche anstatt üppiger Weide. Wohin mit der Rindern? Wohin mit den Pferden? Wenn sie – und natürlich die Menschen und das Wild – keinen Schaden genommen haben, ist das zwar ein Trost, aber einer mit bitterem Beigeschmack. Bis zur nächsten Regenzeit werden Farmer, ihre Arbeiter aber auch Touristen auf der Hut sein müssen. Wir auch! Unser großes Feuer vor 15 Jahren hat sich im wahrsten Sinne des Wortes in unser Gedächtnis eingebrannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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