Warten auf die Spritze

Die Afrikanische Pferdesterbe bzw. African Horsesickness ist nach wie vor die größte Bedrohung für unsere Herde. Umso wichtiger sind deswegen die regelmäßigen Impfungen. Es ist zwar immer noch kein Impfstoff gegen alle Virenstämme dieser heimtückischen Krankheit auf dem Markt, aber nicht zu impfen – wie das immer noch einige tun – ist auf jeden Fall ein wesentlich höheres Risiko.

Diesmal stand die zweite und letzte Impfung dieser Periode an. Bei der ersten immunisierten wir gleichzeitig gegen Tollwut und diesmal gegen Tetanus. Da die Erfahrung gezeigt hat, dass eine wirkliche Immunisierung frühestens nach der dritten Injektion eintritt, impfen wir die jungen und neuen Tiere nicht im jährlichen sondern im halbjährigen Abstand. Das ist für den Reitbetrieb nicht immer optimal, weil die Pferde drei Wochen geschont werden müssen. Aber die Alternative wäre Leichtsinn.

Die meisten unserer Pferde nehmen die Spritze mittlerweile gelassen. Das liegt natürlich auch daran, dass wir dazu gelernt haben und entgegen anfänglicher Ratschläge nicht mehr intramuskulär sondern subkutan spritzen.

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Farbwunsch erfüllt

Natürlich sollte man nicht in erster Linie nach Farbe züchten sondern nach wichtigeren Kriterien wie Charakter und Gebäude. Wenn es dann aber so kommt, wie man es sich gewünscht und auch ausgerechnet hat – um so besser!  Das Stutfohlen Savannah ist ein Palomino geworden wie seine Mutter Isabella. Der Vater Dolorit ist ein Brauner. Und – schaut doch einfach genau hin – vom Gebäude her gibt es bei diesem eine Woche alten Fohlen auch nichts zu meckern. Wir hatten ja Dolorit als Deckhengst ausgewählt, weil wir etwas mehr Muskelmasse für wünschenswert halten. Alle drei Fohlen, die nach ihm geboren  wurden, lassen uns in dieser Beziehung optimistisch sein.

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Adventstropfen

Im November nur ein paar Tropfen, im Dezember waren es bisher auch nicht viel mehr. In Omaruru – keine 30 km entfernt – hat es gestern einen Tag vor dem vierten Advent 14 mm Niederschlag gegeben. Trotz finsteren Himmels war es bei uns nicht der Rede wert. Bei genauem Hinsehen kann man ein Tröpfchen am Huf der Pferdeglocke erkennen. Das ist aber alles noch kein Problem. Wenn es ab Ende Januar nur durchschnittlich regnet, sind wir zufrieden.

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Ottomane für Hartgesottene

Eine plötzliche Idee, ein bisschen Nachdenken und jede Menge weißer Zement – und schon sieht´s wieder etwas anders aus. Diese knallharte Ottomane ist sogar bequem. Man muss nur die richtige Sitzposition finden. Für´s Auge und für´s Gesäß kann man dann ja auch noch ein paar bunte Kissen verteilen. Das ist eben das Schöne auf einer Farm in Namibia – man hat eine Idee und kann bauen nach Lust und Laune. Da redet einem niemand rein – noch nicht. Die Regierung forciert die Ausdehnung der Stadtgebiete – im Falle von Windhoek ist es ein Radius von 50 km – und man darf  trotz gegenteiliger Beteuerungen damit rechnen, dass es irgendwann wieder eine neue Behörde geben wird, bei der du jegliche Um-, An- und Neubauten auf einer Farm genehmigen lassen musst – gegen entsprechende Gebühr natürlich. Wenn Omaruru sein Stadtgebiet ausdehnt, wird es spannend werden, ob wir schon drin oder noch draußen liegen.

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Gross-Okandjou moderner – auch besser?

Wir haben uns entschlossen, unsere Homepage der Moderne anzupassen. Unser Webmaster meint, unser selbstgebackenes Weihnachtsplätzchen sei wirklich nicht mehr zeitgemäß. Oder härter noch: Wie ein fünfzig Jahre altes Auto. Wer lässt sich so etwas schon gerne sagen, wenngleich ja in Afrika die Uhren etwas anders und vor allem langsamer ticken. Das  fanden wir eigentlich immer ganz sympathisch und ein Großteil unserer Gäste auch. Mit der neuen Homepage hoffen wir nun einfach, dass wir mit ihr das schaffen, was und wie wir auch sonst ganz gerne leben – das Gute vom Alten bewahren und sich dem sinnvollen Neuen nicht verschließen. Ob uns das wenigstens an dieser Stelle gelungen ist, entscheiden am besten Sie. Auf jeden Fall ein Gewinn –  wir werden aktueller sein können und die Seite wird sich häufig verändern. Anfangs noch häufiger als gewollt, weil jetzt zum Umstellungstermin längst noch nicht Alles so ist, wie es sein sollte. Aber irgendwann muss es ja losgehen. Also jetzt! Halten Sie sich mit Kritik nicht allzu höflich zurück, wenngleich ein bisschen Lob auch nicht schaden kann. Übrigens: Für die Nostalgiker gibt es noch das Newsarchiv und die alte Fotogalerie im Stil des Weihnachtsplätzchens.

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Novembertropfen

Jeder Regentropfen ist ein Geschenk. Das war im August schon so und jetzt im November  erst recht. August war eine Laune des Himmels, im November nennt sich das Kleine Regenzeit. Am Sonntag den 4.11. kamen doch tatsächlich schon messbare 5mm aus den dunklen Wolken. Das sorgt bei den Pferden und Rindern aber auch bei uns für ein bisschen Entspannung, denn sobald das Gras gelb wird, beginnt die Angst vor Feldbränden.

Für ein, zwei Tage war die Gefahr dann schon mal gebannt. Mehr aber bringt dieser Regen eigentlich nicht. Sollte das Gras tatsächlich etwas grün werden, so kann man davon ausgehen, dass es in kurzer Zeit wieder vertrocknet und somit Kraft vergeudet hat. Alte erfahrene Farmer sagen ganz nüchtern, grüne Weihnacht bringt graue Ostern. Sie wollen damit sagen, dass eine gute Kleine Regenzeit meist eine schlechte Große nach sich zieht. Davor haben die Meteorologen auch diesmal gewarnt: Sollte die Kleine Regenzeit bersonders gut ausfallen – also im Oktober, November, Dezember – dann könnte die Große im Februar, März, April knapp ausfallen. Bisher ist es bei den 5 mm geblieben.

 

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Fünf schnelle Schleicher

Sie kamen völlig überraschend. Zwar herrschte an  der Wasserstelle am Kakaduposten für einige Minuten eine merkwürdige Stille, das musste aber nichts bedeuten.

Erst als ein Kudu weiter hinten imBusch mahnte, fiel mir ein, dass ich so vor 30 Jahren auf meinen ersten Geparden aufmerksam gemacht wurde. Nur diesmal war es nicht nur einer sondern gleich fünf – eine Gepardin mit vier Jungen, die alle einen wohlgenährten Eindruck machten.

Das Erste, was mir da durch den Kopf ging, war  der Zustand unseres Springbockbestandes – bzw. was von ihm übrig ist. Fünf Gepardenmäuler wollen erst einmal gestopft sein. Heute früh hatten sie mächtig Durst. Was auch auf eine reichliche Mahlzeit hindeutet. Trotz allem bleiben wir unserer Linie treu und freuen uns über diese herrlichen Tiere. Man hat nicht oft die Chance, Geparden über eine längere Zeit in freier Wildbahn zu beobachten und zu fotografieren. Sie sind sehr scheu, ja geradezu ängstlich, weil sie auch auf ihre vierbeinigen Feinde – Leoparden, Hyänen – achten müssen, für die sie und vor allem die Jungen schnell zur Beute werden. Die Gepardenmutter war ständig auf der Hut und sicherte in Richtung unseres gut getarnten Ansitzes.

Kudus näherten sich der Wasserstelle – fast unbemerkt von den Geparden – und schienen ständig auf dem Sprung zu sein. Wie selbstverständlich schrieb ich das den Geparden zu.

Erst zum Schluss merkte ich, dass  die Kudus nicht die Raubkatzen sondern wie diese uns im Visier hatten. Der Wind war nicht besonders gut. Im Nu war der Spuk vorbei. Eine deutliche Lektion, welches Raubtier im Busch das gefürchteste ist – das zweibeinige! Die Schnelligkeit der Geparden auch auf der Flucht war beeindruckend. So beeindruckend, dass ich vergaß zu fotografieren oder einfach nicht schnell genug war.

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Schmerzlicher Abschied

Sie war zwölf Jahre die Mutter unserer Herde und Alinas Herzenspferd. Mit Meike ist Alina erwachsen geworden.

Jetzt mussten wir von ihr leider Abschied nehmen. Sie ist immerhin 25 Jahre alt geworden – nur unwesentlich jünger als Alina.

 

Meike ist ein klassisches deutsches Warmblut und war – bevor sie zu uns kam – in der namibischen Dressur- und Springreiterszene durchaus bekannt. Also eigentlich gar nicht das richtige Pferd für uns Westernreiter. Aber der Kenner weiß, dass man eigentlich aus fast jedem Pferd ein Westernpferd machen kann. So war es auch bei Meike.

Viel wichtiger aber war, dass sie über all die Jahre für unsere immer größer werdende Herde stets die besonnene Leitstute blieb. Da gab es schon mal aufmüpfige Konkurrenz, sie aber brauchte nur die Ohren anzulegen und der Fall war erledigt. Zickeneigenschaften waren ihr fremd. Sie hat sich stets den Respekt der Herde und auch unseren bewahrt. Wenn man sie beobachtet hat, wie sie das Leben eines freien, wilden Pferdes genoss, dann können wir sicher sein, dass die letzten zwölf Jahre sicher ihre schönsten waren.

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Hereros hoch zu Ross

Hererotag in Omaruru. Gelebte Tradition? Bunte Folklore? Mummenschanz? Wer Karneval und Oktoberfeste unter namibischer Sonne feiert, ist zumindest kein besonders geeigneter Kandidat für ironische Kommentare.

Zu den Fakten:

Jedes Jahr Anfang Oktober veranstaltet The Royal House of Zeraua den Wilhelm Zeraua Tag bzw. The White Flag Day. The White Flags sind ein Hererostamm, der seinen Hauptsitz in Omaruru hat. Die größeren Red and Green Flags treffen sich regelmäßig im August zu ihrem über die Grenzen hinaus bekannten Tag in Okahandja. Dort hatte es diesmal übrigens heftige Auseinandersetzungen untereinander wegen Führungsansprüchen nach dem Tode eines Häuptlings gegeben. Auch im Vorfeld des Hererotages in Omaruru lief nicht alles glatt. Auch hier gab es Auseinandersetzungen um die Nachfolge des im vorigen Jahr verstorbenen Häuptlings Christian Zeraua, den ich übrigens als kluge, ausgleichende Persönlichkeit kennengelernt habe. Am Hererotag selbst war von den Konflikten zumindest für den Außenstehenden nichts zu spüren.

Also fröhliche, bunte Folklore? Für den Touristen muss das so aussehen. Dahinter steckt aber eine sehr ernste, würdige Ehrung der Ahnen. Diesmal von besonderer Bedeutung, weil Christian Zeraua nun auch seinen Platz bei den Ahnen gefunden hat.

Heute fiel auf, dass auch vier junge Himbafrauen eingeladen waren. Auch die Ovahimbas sind ein Unterstamm der Hereros. Einen besonders glücklichen Eindruck machten die jungen Frauen allerdings nicht. Auch wenn es für den Uninformierten anders aussehen mag – sie waren die Einzigen, die nicht kostümiert waren.

Die Festkleidung der Hererofrauen hat zwar auch Tradition, ist aber Kostüm, das heute im Alltag kaum noch getragen wird. So trafen in Omaruru drei auch zeitlich völlig unterschiedliche Welten aufeinander – die Himbas in ihrer auch heute noch natürlichen Kleidung, die Hererofrauen in ihren Traditionsgewändern und die heute üblichen kurzen Röckchen.

Und die Männer? Da ist Alles reinste Phantasie. Nur irgendwie militärisch muss es aussehen. In Omaruru kann man eher feststellen, dass die Vorbilder wohl meistens aus der britischen Armee stammen.

In Okahandja gibt es auch immer wieder Anlehnungen an die Uniform der deutschen Schutztruppe. Militärisch heißt hier aber noch lange nicht gewaltbereit. Und dann gibt es doch zumindest eine Parallele zum Karneval – es wehen nicht nur die bunten Stofffahnen voraus. Ein bisschen Dacha ist unter Polizeischutz auch dabei.

Für uns viel wichtiger: Wir haben unter den Reitern ein junge Frau bzw. ein Mädel entdeckt. Meines Wissens ist es das erste Mal, dass ein weibliches Wesen in diese männliche Machodomäne eingebrochen ist.

Sie sitzt ganz manierlich auf ihrem Pferd im Gegensatz zu den Kerlen, die zwar grundsätzlich unsensibel an den Zügeln reißen, aber heute zur Feier des Tages wohl auch noch zusätzlichen Halt suchen.

Nach dieser Beobachtung haben wir zwei Entscheidungen getroffen:

Zum Ersten suchen wir nach dieser jungen Frau, um sie eventuell für das Westernreiten und unsere Farm zu gewinnen, und zum Zweiten werden wir auf Gross-Okandjou einen Hererotag der besonderen Art veranstalten, an dem wir allen interessierten Hereros eine Einführung in Natural Horsemanship bieten.

 

 

 

 

 

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Neues aus der Finsternis

Man kann natürlich der Ansicht sein, dass so eine Wildkamera mit Bewegungsmelder und Infrarotblitz ein bisschen viel HighTech auf einer Farm und auf der Jagd ist. Aber genau genommen nutzen wir nur zusätzliche Erkenntnisse über unseren Wildbestand, die wir sonst nicht erhielten. Wir jagen nur tagsüber und nicht nachts, trotzdem aber ist Wild unterwegs in der Dunkelheit.

Wild, wie das Erdferkel und die Stachelschweine, die ohnehin nur nachtaktiv sind, oder auch Luchs und Leopard,  die man auch schon mal tagsüber zu Angesicht bekommt.

 

Wenn Elandantilopen nur nachts an der Wasserstelle erscheinen, gibt das Grund zur Besorgnis. Das ist ein Hinweis, dass sie sich tagsüber unsicher fühlen – aus welchem Grund auch immer.

Wir bejagen Elands nicht, aber wir wissen nicht genau, was in unserer Nachbarschaft geschieht. Elands sind bei uns eher zufällige Gäste. Die Kamera gibt uns immerhin einen Hinweis, ob sich innerhalb der Herde etwas verändert hat. Diese eine Herde hat die Wildkamera übrigens auch schon tagsüber an unserem Tierposten festgehalten.

Dabei fällt z.B. auf, dass ihre Zusammensetzung nicht normal ist. Neben einigen ausgewachsenen Kühen gibt es nur einen noch nicht geschlechtsreifen Bullen.

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