Gesund und voller Kraft

Flamingo mit LiliFlamingo und Lili Juni 2014Schlaraffenland für Pferde

Sie haben es tatsächlich alle geschafft – alle Pferde, alle Fohlen. Obwohl es eine sehr regenreiche Saison war, hielt sich die Insektenplage in Grenzen. Offensichtlich war auch die Mücke, die die Afrikanische Pferdesterbe überträgt, weniger aktiv als in den Vorjahren. Warum, da können wie nur spekulieren. Vielleicht haben doch unsere manchmal hilflos anmutenden Aktionen geholfen – regelmäßig Fieber messen, Antimückenspray einsetzen und vor allem in der besonders gefährlichen Zeit nachts die Pferde in der Rinderherde “verstecken”. Nach dieser Erfahrung können wir zumindest die These stützen, dass diese Mücke eher den Duft der Rinder bevorzugt, obwohl die nicht angesteckt werden können. So können Stuten und Fohlen sowie die gesamte Herde die angenehme Seite einer üppigen Regenzeit genießen. Es ist ein Schlaraffenland, wenngleich das satte Grün im Juni schnell dem namibia-typischen Gelb gewichen ist. Aber auch das dann trockene Gras, mit dem sicher so manches deutsche Pferd seine Probleme hätte, ist für ein Namibisches Westernpferd leckere und nahrhafte Kost.

Bei diesen Bedingungen brauchen wir uns zunächst auch keine Sorgen um den jüngsten Spross auf Gross-Okandjou zu machen. Junias Stute Flamingo hat Lili zur Welt gebracht. Auch wenn sich der Vater Dolorit scheinbar desinteressiert abwendet, ist er wohl doch eher stolz auf seinen Nachwuchs. Wenn er es nicht sein sollte, sind wir es auf jeden Fall. Seine Fohlen von unterschiedlichen Müttern lassen uns hoffen, dass wir zumindest einem unserer Zuchtziele näher kommen – nämlich etwas mehr Muskelmasse als bei hiesigen Farmpferden üblich ist. Die gute Weide in diesem Jahr wird gerade in der Wachstumsphase ihren Teil dazu beitragen.

 

 

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Ist es wirklich vorbei?

Kinder ins BettDie Stunde der MückeFohlen 2013/14Es wäre zu schön, um wahr zu sein. Wir haben den 20. Mai und noch kein Pferd durch die African Horsesickness verloren. Alle Fohlen dieses Jahrgangs sind nach wie vor putzmunter. Die Nächte sind bereits so kühl geworden, dass wir kaum noch mit Aktivitäten der Überträgermücke rechnen. Einmal noch haben wir Fieber gemessen, sie mit Mückenspray eingenebelt und mit gutem Gewissen raus in die große Herde entlassen. Da lauern andere Gefahren wie Leoparden und Geparden auf sie, aber da vertrauen wir auf die Wachsamkeit der Mütter, der Onkel und Tanten. Warum scheint es dieses Jahr gut gegangen zu sein? Schwer zu sagen. Auffällig war, dass während und nach dieser Regensaison insgesamt wesentlich weniger Insekten in der Luft waren als schon zu schlechteren Regenzeiten. Vielleicht hat auch unser homöopathisches Mittelchen, das die Abwehrkräfte stärken soll,  gewirkt. Wir wissen es nicht. Egal, wir sind froh und dankbar und hoffen, dass vielleicht doch noch irgendein Pharmakologe die Gesetze des Materialismus ignoriert und erfolgreich wenn auch brotlos in Sachen Afrikanischer Pferdesterbe forscht. Natürlich wäre ein wirksames Mittel gegen Malaria oder Aids wichtiger, aber uns sind unsere Pferde eben auch wichtig.

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Frau und Pferd

Miriam und HeikeHeike und MiriamDie Farmerin – oder die Missis wie es hier heißt – trainiert ihr neues Pferd Miriam. Heike – so heißt sie immer noch bei uns – hatte bisher nicht viel Glück mit ihren Pferden. Als sie sie gerade richtig eingeritten hatte, passierte irgendein Malheur, eine Verletzung, die das weitere Reiten unmöglich machte. Santa Claus starb gar plötzlich. Er war möglicherweise unser erstes Opfer der Afrikanische Pferdesterbe. Soraya allerdings, die sich eine böse Verletzung des Karpalgelenks zugezogen hatte, war nach einem Jahr wie durch ein Wunder wieder reitbar. Jetzt hoffen wir natürlich, dass der Scheckenstute Miriam nicht auch noch etwas zustößt. Das wäre wirklich jammerschade, denn sie hat wirklich fast alles, was man von einem richtigen Westernpferd erwartet. Sie ist völlig klar im Kopf, menschenzugewandt, hat starke Nerven, gute Bewegungen und lässt sich leicht führen. Ein Beleg für die starken Nerven: Die Tür unserer Sattelkammer ist eine Eisentür. Eines Tages als es sehr windig war, standen Heike und Miriam mit dem Rücken nahe zur Tür. Als der Wind die Tür mit einem lauten Knall zuschlug, machte eine der Beiden einen Riesensatz – Heike! Miriam machte keinen Mucks.

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Da staunt der Farmer

Nur zwei AnläufeWie von GeisterhandEs funktioniert. Es funktioniert tatsächlich! Da staunt der Farmer nun wirklich. Was funktioniert in Afrika schon auf Anhieb?! Genau genommen hat es auch erst beim zweiten Anlauf geklappt – aber immerhin. Unser neues Schiebetor, auf das wir ohnehin schon recht stolz sind, bewegt sich jetzt auf Knopfdruck – hin und her. Das bedeutet natürlich, man muss zum Öffnen nicht mehr aussteigen. Oder besser gesagt, aussteigen lassen, denn es traf ja immer den Beifahrer. Manchmal musste man schon einen Gast, den man gerade abgeholt hatte, um diesen niedrigen Dienst bitten. Peinlich, aber das ist jetzt vorbei. Viel wichtiger als all das ist allerdings die erhöhte Sicherheit. Da Du am Tor nicht mehr aussteigen und in voller Konzentration das Schlüsselloch suchen musst, bist Du auch nicht mehr so leicht zu überraschen. Gerade in der Dunkelheit nicht zu unterschätzen.

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Tausendmal gehört…

Perlkauz Mai 2014Wie oft schon hast Du es gehört aber nie gesehen. Langsam zweifelst Du, ob es wirklich da ist. War es nun das Perlkäuzchen oder war es es nicht? Sein Ton ist so vertraut und trotzdem zweifelst Du immer wieder, weil Du es noch nie gesehen hast. Ist ja auch nicht so einfach. Du stehst blind im Dunkeln und das Käuzchen hat Dich längst entdeckt. Kommst Du ihm zu nahe, ist es längst weg – und lacht. So hört es sich manchmal an. Bildest Du Dir wenigstens ein. Einmal hatte ich Glück, einmal im Mai. Es hockte auf unserem Prosopis, lachte und ließ sich von mir nicht erschrecken – beachtlich! Sogar das Blitzlicht hielt es aus. Danke!

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Man gönnt sich ja sonst nichts

Sando stellt GnuVor dem FangschussStreifengnubulleStreifengnu oder Blue WildebeestFleisch für Arbeiter und Küche und Jagdgäste führen – das ist normalerweise mein Job. Den finde ich auch völlig in Ordnung. Einen kapitalen Trophäenträger auf der eigenen Farm zu erlegen, das kommt mir gar nicht oder selten in den Sinn. Zwischendurch aber überkommt mich dann doch schon mal das Gefühl, dass ich mir auch mal etwas gönnen könnte. Meistens bei einer Wildart, die bei uns auf Gross-Okandjou selten vorkommt oder ich auch noch nicht erlegt habe. So wie diesmal! Ich habe mir einen kapitalen Blue Wildebeestbullen gegönnt. Besser gesagt, Diana war so gnädig, plötzlich einen vor mir auftauchen zu lassen und mir zu sagen: Nimm Deine Chance. Ich habe sie gerne genommen und mich zudem noch besonders darüber gefreut, wie tapfer und hilfreich mir mein Drahthaar Sando zur Seite stand. Der Bulle stand nämlich im Dickbusch plötzlich wieder auf und attackierte Sando und nicht mich. Sando hatte dabei auch die besseren Karten, weil er kein Gewehr in der einen und keinen Fotoapparat in der anderen Hand hatte. Außerdem blieb er mit keinem Hut in den Dornen hängen. Mit anderen Worten – er konnte ausweichen und im richtigen Moment wieder attackieren. Das gab  mir dann doch noch die Gelegenheit, die fälligen Fangschüsse anzubringen, ohne meinen Hund zu gefährden. Ein schönes Gefühl – mein Hund half mir und ich ihm.

 

 

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Es hört nicht auf

Schlinge aus ZaundrahtSchlinge im ZaunSchlingen an der SüdostgrenzeEs ist wahrscheinlich immer nur die Spitze des Eisberges – auch wenn dieses Bild im heißen Afrika vielleicht ein wenig schief ist. Immer wieder finden wir Schlingen, die die Wilderer auf heimtückische Weise an immer neuen Plätzen stellen. Jetzt haben wir gerade eine unserer verbuschten Grenzen freischieben lassen und finden das, womit wir eigentlich auch gerechnet haben – auf knapp 1,5 Kilometer allein sechs Schlingen. Immer dort gestellt, wo erkennbar vor allem die Warzenschweine unter dem Grenzzaun durchschlupfen. Aber auch Oryxe wählen diesen Weg. Die Schlingen waren nagelfrisch. Deshalb gab es zum Glück keine “Beute”. Aber wie viel Schlingen finden wir nicht rechtzeitig?! Der Kampf gegen die Wilderei ist wie das Rennen zwischen Hase und Igel. Wenn dann im Ziel wenigstens die Polizei stünde.

Übrigens: Den Wilderern machen wir es ungewollt leicht. Außer einer Zange brauchen sie nichts. Sie bedienen sich für ihre Schlingen mit unserem Zaundraht.

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Vom Strand in den Busch

Der neue JagdwagenLand Cruiser Mai 2014So wie er war, konnte er ja nun wirklich nicht bleiben – der Nachfolger des kleinen, treuen Suzukis. Gedacht war er wohl von dem Vorbesitzer als Fun- und Beachcar. Nach Busch und Jagd sah er nun wahrlich nicht aus. Weiß – das geht auf der Jagd ja nun gar nicht. Und keine Sitzbänke, keine Bullbar, keine Seilwinde, keine Gewehrhalter etc. Jetzt ist er fast komplett – fast. Mir fällt immer noch etwas ein, aber das will ich erst einmal testen. Brauchen unsere meist wohlgenährten deutschen Jagdgäste eine Trittleiter, um besser aufsteigen zu können oder brauchen sie sie nicht? Mir wäre es lieber, sie bräuchten sie nicht – aus optischen Gründen und wegen meines Bedürfnisses, mir den Respekt vor der Sportlichkeit des deutschen Jägers zu bewahren. Man wird sehen! Wegen der Farbe, lieber Helmut, bin ich Dir sehr dankbar, dass Du mich im letzten Moment zur Besinnung gebracht hast. Beinahe hätte ich das Weiß mit Zebrastreifen versehen und mir zu Recht damit Deinen Vorwurf eingehandelt, das sähe ja so aus, als ob ein deutscher Austauschlehrer der Deutschen Höheren Privatschule unbedingt auf Safari gehen möchte. Ja, die Farbe, ich finde sie gut, und das eine oder andere Rind schaut sich nach ihr auch schon um. Oder sollte es lieber nicht wegen der Tarnung?

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Platz für (fast) alle

Hermanns WerkDas war längst fällig. Wenn Pferde und Rinder gleichzeitig aus dem Busch nach Hause kamen, gab es immer Gedrängel. Unsere Pferde – Westernpferde mit Cowsense (!) – setzen sich zwar immer gegen die Rinder durch, aber untereinander gab es dann doch unnötigen Stress. Jetzt ist Platz für fast alle. Natürlich haben wir noch andere Tränken in der Nähe des Hauses, aber jede hat ihre eigene Funktion und ihren eigenen Kral. Da wir auch am Mittelposten von Hermann noch eine neue Tränke haben bauen lassen, fiel sogar noch etwas für zwei weitere Kräle ab – die einzige noch dichte Metalltränke.

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Wenn es immer so wäre…

Kommt der Regen?Tierposten Mai 2014AbschiedsregenRegenstimungDrei Posten mit über 500 Millimetern – angeführt vom Pipelineposten – und im Gesamtdurchschnitt 442 Millimeter. Genau genommen sind das 192 mm über dem Durchschnitt in unserer Gegend. Mit wenigen Ausnahmen waren die letzten 10 Jahre gut. So gut, dass man sich daran gewöhnen könnte und an die Hiobsbotschaften des Klimawandels nicht glauben mag. Diesen Wandel gibt es aber eindeutig und auch im südlichen Afrika erkennbar. Die Wettextreme sind deutlich, der Regen fällt anders als früher – lokal heftig oder nebendran gar nicht – es gibt häufiger sog. Landregen und den auch nachts. Dieser Regen tut der Weide und auch dem Grundwasser gut. Um die Riviere zum Laufen zu bringen und die Dämme zu füllen, braucht es allerdings harten Regen. Unsere beiden Dämme haben in den letzten Jahren wenig Zulauf bekommen. Diesmal wurde nur der Tierpostendamm voll, aber schon Mitte/Ende Mai ist davon nicht mehr viel zu sehen. Unser Brunnen dort ist aber wieder gut gefüllt. Auffallend war auch in dieser Saison wieder, dass der sog. Abschiedsregen bei uns im Westen wie in allen guten Jahren erst im Mai kam.

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