…und noch ein bisschen mehr

Den Regen im Nacken?Abendlich ÜberraschungMärzregenJetzt werden wir natürlich gierig. Am 22. März sind am Haus noch einmal 25mm niedergegangen. Draußen im Feld etwas weniger. Der zeitliche Abstand zum letzten Regen war gerade noch richtig, um das Gras nicht schon wieder verdorren zu lassen. In den letzten Märztagen und Anfang April könnte noch etwas Niederschlag hinterher kommen – so die Wetterfrösche. Klar, wir sind froh um jeden Tropfen, aber eigentlich sollten wir auch zufrieden sein. So wie es aussah, hätte es viel schlimmer werden können. Das Gras wächst und die Weide wird gerade so reichen – bis zur nächsten Regensaison, wenn sie denn kommt. Die Wassersituation hat sich leider nicht verbessert. Die Dämme sind leer und der Wasserspiegel in den Brunnen und Bohrlöchern sinkt bedenklich. Hinzu kommt, dass uns gerade dort, wo wir gute Weide haben, das Wasser fehlt und umgekehrt. Wir werden eisern sein müssen so wie unser neuer Reiter, der allerdings auch schon zweimal umgefallen ist – wegen Gewitterstürme. Was das wohl bedeuten soll?

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Auf den letzten Drücker

Der Okandjou März 2015Der Okandjou läuft immerhinTierposten März 2015Pfütze am Tierposten März 15Für den Normalsterblichen ist so ein finsteres Bild wohl eher eine Horrorvision. Für uns ist es ein Geschenk des Himmels. Wir haben diesmal verdammt lange warten müssen, bis endlich doch noch der Regen kam, der uns in diesem Jahr hoffentlich über die Runden bringt. Sicher ist das keineswegs. Plus/minus 100mm Niederschlag innerhalb von drei Tagen Anfang März sind eine gute Sache und kommen gerade noch rechtzeitig, aber viel ist es dennoch nicht. In den vielen Wochen vorher kamen keine 100mm zusammen. 250mm in einer Regensaison sind so etwa das, was wir mindestens für unsere Weide brauchen. Erstaunlicherweise allerdings sind überraschend das Okandjourivier und der Kompaneno gelaufen. Letzterer allerdings nicht bis Ostende, wo der Brunnen dringend Nachschub braucht. Überraschend deshalb, weil es dafür normalerweise mehr Niederschlag innerhalb kurzer Zeit braucht. Offensichtlich aber hatte es heftig genug in den Tjirundubergen – den Quellgebieten unserer Riviere – geregnet. Nicht gereicht hat es bisher leider für unsere Dämme. Sie haben nur geringen Zulauf bekommen, sodass wir möglicherweise in die Situation kommen könnten, genug Weide aber nicht genug Wasser für unsere Tiere zu haben.

Bevor wir weiter unken, warten wir einfach mal ab und freuen uns, dass zumindest das Schlimmste abgewendet ist. Wie man hört, gibt es einige Farmer im Land, denen es erheblich schlechter geht als uns. Vor allem die Maisfarmer im Norden haben keine Chance mehr auf eine anständige Ernte. Auch wenn es jetzt noch mehr regnet sollte, reicht die Zeit nicht mehr für die Reifung des Getreides. Abhängig ist das vom Einsetzen des namibischen Winters. Kommt die Kälte zu früh, könnte es auch für das Durchblühen unseres Grases knapp werden. Unsere westliche Lage allerdings, die wegen der Niederschlagsmengen immer grenzwertig ist, bringt uns diesmal einen Vorteil. Im Westen kommt der Winter später.

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So schnell kann es gehen

Noch schläft Starline nurGerade geborenStarline und HotlineGerade ein Tag altValentinoValentino und JCKraftfutter für HotlineEs ist nicht mal einen Monat her, da waren wir stolz auf unseren Prachtkerl und haben schwadroniert über die Existenzberechtigung der großen Raubkatzen auf Gross-Okandjou. Heute steht dieser Leopard unter Verdacht, Hotlines und damit auch unser neues Fohlen Starline auf dem Gewissen zu haben. Starline war gerade ein paar Tage alt, als es nach den Spuren eindeutig von einem Leoparden gerissen wurde. Und das unweit vom Haus. Sicher ist es natürlich nicht, dass es der große Kuder vom Tierposten war, aber das Revier eines Leoparden ist groß und der Tierposten nicht weit. Man rechnet mit einem Einzugsgebiet von etwa 5000 Hektar für einen Leoparden. Das Dilemma ist wieder einmal da – der Leopard oder unsere Fohlen? Da würde mich dann schon mal vor allem die Meinung all derjenigen interessieren, die die Jagd und das Töten von Tieren grundsätzlich ablehnen. Mal abgesehen davon , dass das Töten des Platzhalters wie dem vom Tierposten auch eher kontraproduktiv sein kann, stellt sich diese Frage hier immer wieder. Hier stirbt ein Pferd nun einmal nicht wegen einer Kolik in seiner dunklen, engen Box sondern draußen in der Natur. Dort wo es seit Jahrtausenden als Beutetier immer auf der Hut sein musste, aber für keine Leckerlis und Mähnenglanz der Welt dieses Leben eintauschen würde. Soll der Mensch helfen? Soll er eingreifen?

Zusätzlich tragisch ist der Verlust von Starline, weil es das letzte Fohlen von Hotline sein sollte. Sie ist eine unserer ältesten Stuten und hat immer wunderschönen Nachwuchs zur Welt gebracht, den sie zudem aber auch noch häufiger verloren hat als all unsere anderen Stuten. Nicht, weil Sie besonders unaufmerksam ist, sie hat einfach Pech.

 

Ein paar Tage später ist Valentino zur Welt gekommen – es war am Valentinstag. Die Mutter ist JC und der Vater ebenso wie bei Starline Dolorit. Jetzt hoffen wir natürlich, dass Valentino nicht dasselbe Schicksal erleidet. Wir werden die Beiden noch näher ans Haus holen und noch einige wachsame Vierbeiner dazu stellen.

Es ist also wieder einmal Zeit, dass Ihr uns beim Daumendrücken helft. Übrigens auch, was den Regen betrifft. Er hat uns bisher ganz schön im Stich gelassen.

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Ein Prachtkerl!

Leopardenmännchen

Unser Verhältnis zu Leoparden ist eigentlich schizophren. Wir jammern und fluchen über jedes verlorene Kalb, wünschen diesem Räuber mitunter die Pest an den Hals und schwören, dass er das nächste Mal fällig ist… Aber seht und sagt selbst – so einem Prachtkerl kann man doch nicht ans Leder gehen – oder? Da kommen uns die jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen gerade recht. Die besagen nämlich, das so ein Pascha unbedingt erhalten bleiben muss, weil er all die anderen marodierenden Artgenossen, die nämlich die leichte Beute in Form von domestizierten Tieren suchen – in seinem Revier kurz hält. Erst wenn er alt und schwach wird, stellt auch er auf andere Beute um. Das glauben wir mal gerne, bis er uns das Gegenteil beweist. Dann kann man ja immer noch… So gehört er einfach  dazu, obwohl er sich ja bei unserem Wild bedient. Womit wir wieder – siehe oben – Gefangene unserer Schizophrenie wären. Schließlich aber muss dieses prächtige und stolze Tier von irgendetwas leben.

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Mit kritischem Blick

Die ersten TropfenSie wissen was kommtDas kann was gebenGut - Wolken aus dem OstenJanuarregen 2015

Im  Januar ist er so langsam vonnöten – der kritische Blick auf den Regenmesser. Natürlich reicht es, wenn es im Februar und März anständig schüttet, aber jeder Farmer wird spätestens nach Weihnachten nervös. Sind die Wolken aus dem Norden oder Osten kräftig genug, um sich gegen den meist zu früh kommenden Westwind aus der Wüste durchzusetzen? Das ist die Frage, die einen täglich umtreibt und für einen steifen Nacken sorgt wegen der vielen Blicke gen Himmel. Diesmal hat uns unser Gast Tom einen Teil dieser Marter abgenommen und immer mal wieder mit seiner Kamera die Hoffnungsschimmer aufgespürt. Und dann hat es tatsächlich geregnet – sogar ein paar Tage vor Kaisers Geburtstag. Wenn jetzt keine trockenen Wochen folgen, könnte es etwas werden. Übrigens: Tom ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass auch Gäste fotografieren können….

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Jetzt hat es uns erwischt

Reste der HauspumpePumpenleitungenSaubere ArbeitPaneelenrahmenGut verschnürt gefunden

Irgendwann musste das ja passieren. Solarpaneelen waren in den letzten Jahren immer wieder begehrtes Diebesgut. Schnell geklaut und genauso schnell verkauft – oder auch für eigene Bedürfnisse verwendet. Bisher blieben wir verschont. Nicht weil wir cleverer sind als andere Farmer – wir hatten einfach Glück. Denn 100prozentig zu sichern sind die Solareinheiten nicht. Man kann es den Dieben nur schwer machen – u.a. mit Verschweißungen, Stacheldraht und glatten, hohen Pfählen. So haben wir unsere Solarpumpen draußen im Feld gesichert – nur nicht die am Haus. Prompt war diese und unsere Anlage für das automatische Eingangstor im Visier der Diebe. Entweder aber waren sie besonders dämlich oder sind gestört worden. Wir konnten ihre Spuren verfolgen und stießen so auf Verstecke in der Nähe der Pad. Die Teile haben wir wieder, aber die Zerstörungen sind dennoch erheblich. Besonders beunruhigend: Stahlpfosten und -rahmen haben sie problemlos ohne Stromanschluss durchtrennen können. Das heißt wahrscheinlich, dass auch diese Experten mittlerweile im Besitz von Akkugreinern sind. So arbeitserleichternd diese Geräte sind – unser Freund Manfred schwört darauf bei seiner Arbeit an den Pferdehufen – so gefährlich sind sie in den falschen Händen. Im Grunde bekommt man damit alles auf.

Und? Fragt sich jetzt sicher der Eine oder Andere – die Polizei? Ja, die war da, ja, sie war da…Kam sogar relativ flott und ging dann wieder. Über die möglichen Täter haben wir noch nichts gehört. Wir haben auch einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt. Die Jungs haben recht gründlich gearbeitet aber bisher auch ohne Erfolg.

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Sie sind wieder da!

HartebeestfamilieKuhantilopenJunger ElandbulleGehört eingesperrt!RespektNachtschwärmerVoyeureDa lacht das Herz, wenn die Wildkamera bestätigt, dass es sie noch gibt. Wildarten, die bei uns eher selten sind, aber zu uns oder auch aus ihren Verstecken bei uns kommen, wenn die Nahrung in ihren ursprünglichen Einstandsgebieten knapp wird. Da wir behutsam mit unserer Weide umgehen, haben wir meist auch noch Futter, wenn es im Erongo oder anderswo hart wird für Wild und Vieh. Einer richtigen Dürre können wir auf Dauer natürlich auch nichts entgegensetzen. Ein bisschen hat es jetzt im Januar ja schon geregnet. Wenn es so weiter geht, ist es noch nicht zu spät für eine gute Weide.

Aber zurück zu den bei uns eher seltenen Wildarten. Streifengnus oder Blue Wildebeest, wie sie auch genannt werden, gehören eigentlich nicht in einen Farmbetrieb wegen der Gefahr von ansteckenden Krankheiten für die Rinder. Deshalb dürfen sie nur in wildsicheren Gattern gehalten werden. Die Gnus, die bei uns immer wieder auftauchen, müssen also irgendwo ausgebrochen sein. Im Grunde sollte man sie aus Sicherheitsgründen sofort schießen. Aber eigentlich ist es schade drum…

Die Kuhantilopen oder auch Hartebeest sind ganz normal jagdbares Wild, das es in manchen Gegenden so häufig gibt wie Oryxantilopen. Bei uns leider nicht. Deshalb freuen wir uns über jede, die wir sehen. Noch größer ist die Freude über Afrikas größte Antilope – die Elandantilope. Auch sie taucht in den letzten Jahren immer wieder bei uns auf. Die Hoffnung allerdings, dass sie langfristig bleibt und sich vermehrt, hat sich bisher leider nicht erfüllt.

Treu bleiben uns die urigen Erdferkel und auch die Springböcke, deren Zahl aber erheblich schwankt. Keine Sorgen – wenigstens was ihre Fortpflanzung anbelangt – müssen wir uns um die Paviane machen. Im Gegenteil – sie sind und bleiben eine Plage. Wobei ihre Frechheit und Dreistigkeit natürlich auch lustige Seiten hat.

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Frohe Weihnachten allen Freunden!

Weihnachten 2014Weihnachten 2014Weihnachten 2014Weihnachten 2014Weihnachten 2014Gar nicht so einfach, bei über 30 Grad im Schatten Weihnachtstimmung aufkommen zu lassen. Wir versuchen´s einfach mit Bildern, die im September entstanden sind und noch kein Mensch ans Jahresende gedacht hat. Als uns aber Reto diese Bilder geschickt hat – das ist der mit dem herrlichen Ochsenfroschbild! – haben wir uns gedacht, das kommt dem wohl am nächsten, was sich ein Mitteleuropäer so unter weihnachtlicher Atmosphäre vorstellt. All die heutigen Bilder stammen von Reto und ich denke, ich habe damals nicht zu viel gesagt, als ich ihn als einen verdammt talentierten Fotografen beschrieben habe.

Also: Mit Hilfe von Reto an alle Freunde von Gross-Okandjou und auch an die, die es noch werden könnten, ein frohes Weihnachtsfest in entspannter Atmosphäre und ein Neues Jahr ganz nach Euren Wünschen!

Wenn der Eine oder Andere von Euch dann auch wieder plant, den kleinen Abstecher nach Gross-Okandjou zu machen – Ihr seid herzlich willkommen!

Wer sich von Retos Fotokunst herausgefordert fühlt – nur zu! Für nächstes Jahr planen wir, die jeweils schönsten Fotos unserer Gäste auf  dieser Seite zu veröffentlichen. Und wenn Ihr dann das Gefühl habt, Ihr schafft das nicht, dann sind wir gerne behilflich. Schließlich stammen wir ja aus dieser Branche.

Danke Reto!

 

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Fleisch und Rauch

So muss es aussehenDer Rauch macht´sSchnell noch einmal, bevor es zu warm und vor allem – hoffentlich – zu feucht wird. Rauchfleisch – die namibische Delikatesse! Wer schon einmal bei uns war, weiß, wovon ich rede. Der Geschmack ist unnachahmlich. Vieles muss passen – das Fleisch (Oryx oder Kudu), die Temperatur im Ofen und auch außerhalb, die Lake und vor allem das Holz. Das Rezept wird natürlich nicht verraten, aber bei der Sache mit dem Holz gehen wir kein Nachahmerrisiko ein. Das gibt es nur bei uns, und wer es sich im Fluggepäck mitnehmen möchte, der kann sich auf saftige Übergepäckgebühren gefasst machen. Kameldornholz – und darum handelt es sich – ist unglaublich schwer und zudem zu hart für deutsche Haushaltsäxte. Das ganz Besondere aber ist das Aroma. So schmeckt Namibia!

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Ein zweiter Geronimo?

Die vier MusketiereLittle Jo und Jupiter Nov 14Nugget –  ganz oben das erste Bild –  ist gerade mal ein Jahr alt und sieht schon so aus, als ob er ein zweiter Geronimo werden könnte. Der Kopf – wie wenn er sein Sohn wäre! Das geht natürlich nicht, weil wir Geronimo damals leichtsinnigerweise haben legen lassen. Diesen Fehler werden wir diesmal sicher nicht machen. Aber schwere Entscheidungen werden wir trotzdem treffen müssen. Immerhin haben wir jetzt fünf junge Hengste, von denen wir höchstens zwei zur Zucht behalten wollen. Aber welche zwei? Feuerstein, Jupiter, Little Jo und Toro  (von links) machen sich auch nicht schlecht. Gerade der Palominoschecke Jupiter zeigt jetzt schon die Kompaktheit, die wir uns von unserem Zuchtziel – dem Namibischen Westernpferd – erhoffen. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit…

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