Namibias Schatzkammer

So langsam erkennt man in Namibia, was für eine Schatzkammer da am Himmel steht. Sonne ohne Ende und trotzdem hat es lange gedauert, bis man auf die Idee kam, sie zu plündern. Plündern ohne Schaden für die Umwelt. Auch in Namibia ein ganz neues Gefühl. Merkwürdigerweise kamen zuerst die Menschen auf die Idee, die afrikanische Sonne auszubeuten, die aus Gegenden mit Sonnenmangel stammen. Jetzt zumindest ist die Nutzung der Sonne in Namibia ein wichtiger Faktor auf der Suche nach umweltfreundlicher Energieerzeugung geworden. Und wir klopfen uns einfach auf die Schultern und können getrost sagen, wir haben es schon immer gewusst und auch danach gehandelt. Übers Internet kann Eigenlob zum Glück ja nicht stinken.

Vor ein paar Tagen haben wir die fünfte Solarpumpe installiert, die uns aus dem Bohrloch am Gemsbockposten das Wasser holen soll. Sie ersetzt den Windmotor bzw. die Dieselpumpe, die wir bisher hier einsetzen mussten. Der ebenso umweltfreundliche Windmotor war leider nicht leistungsstark genug, um genügend Wasser aus fast 90 Meter Tiefe zu pumpen.

Diesen alten Windmotor werden wir aber eines Tages als Alternative am Farmhaus nutzen. Auch hier am Haus werden wir – sobald es die Kasse zulässt – die Solaranlage noch ausbauen.

 

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Völlig unbeeindruckt

Dass sie vor kurzem noch Hengste waren, scheint sie kaum zu berühren. Sie sind so geblieben, wie sie immer waren. Gelassen, dem Menschen zugewandt und neugierig.

Die Arbeit des Tierarztes Dr. Wolfgang Späth war ein voller Erfolg. Es gab keine Komplikationen oder erkennbare Folgeschäden. Jetzt kann es dann mit dem Training losgehen. Nur Valentino ist noch etwas zu jung, und bei Dolorit sind wir uns noch nicht sicher, ob wir ihn in den Reitbetrieb übernehmen wollen. Aber Feuerstein, Little Jo, Jupiter, Torro und Nugget müssen jetzt ran und zeigen, ob wir unserem Zuchtziel des Namibischen Westernpferdes wieder einen Schritt näher gekommen sind.

 

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Der Tag der Wahrheit

Wir haben lange gewartet, um unsere Entscheidung zu treffen. Little Jo, Jupiter, Feuerstein, Nugget, Torro und Valentino – für sechs Junghengste und den Althengst Dolorit kam jetzt der Tag der Wahrheit. Hengst oder Wallach? Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Eigentlich gefallen sie uns alle, aber das Letzte fehlt. Keiner entspricht zu 100 Prozent dem, was wir uns unter dem Deckhengst für unsere Zucht des Namibischen Westernpferdes vorstellen. Es mag vielleicht zu hart sein, aber gerade in der Zucht sollte man keine Kompromisse machen. Im Wesen sind sie alle einwandfrei. Völlig klar im Kopf. Auch Muskulatur und Gebäude sind besser als bei den meisten  Farmpferden. Vor Jahren noch wären wir über jeden von Ihnen als Deckhengst froh gewesen. Offensichtlich sind wir anspruchsvoller geworden. Aber das muss man wohl auch sein, wenn man züchterisch weiterkommen möchte.

Also haben wir Dr. Wolfgang Späth den Spezialisten aus Windhoek gebeten, seinen Job zu machen. Wir zumindest haben es nicht bereut. Und die Hengste haben überhaupt nicht mitbekommen, was mit ihnen geschah. So ruhig, so professionell lief die Prozedur ab.

Kein Stress, keine Hektik. Alles im Stehen. Als die Ex-Hengste aus ihrer Sedierung wieder aufwachten, warum sie so munter und neugierig wie vorher.

Es herrschte bei allen Beteiligten eine entspannte, ja heitere Stimmung. Deswegen war es auch überhaupt nicht problematisch, dass unsere elf Monate alte Nieke zeitweise Zaungast war.

Unsere Hoffnungen ruhen jetzt auf Sublime, Tatanka und Sharif – und auf Nieke natürlich!

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Flüsternd auf Whisper

Diesem geschenkten Gaul kann man getrost ins Maul schauen. Sicher liegt es auch an Henrike, wie sie mit Whisper umgeht, aber dieses rohe Pferd ist wirklich eine Überraschung. Natürlich hatte es anfangs seinen eigenen Kopf oder wusste nicht, was mit ihm geschah. Aber als das Vertrauen da war, ging es plötzlich ganz schnell.

Sie wich leichtem Druck, reagierte auf Stimme und läuft jetzt im Roundpen, als ob sie darin aufgewachsen wäre. Einen ähnlichen Eindruck kann man von unserer Praktikantin Henrike haben, die übrigens aus der klassischen Reiterei kommt. Ein Beweis mehr, wie schnell Pferd und Reiter die sanfte Art des Westernreitens zu schätzen wissen.

 

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Was ist geblieben?

ViviLnk

Wie hoch sind die Verluste beim Wildbestand durch die Dürre tatsächlich? Diese Frage treibt uns seit Monaten um. In der Regenzeit gibt es darauf keine verlässliche Antwort, weil das Wild überall Nahrung findet, Wasser in Busch und Feld hat – also nicht an die von uns angelegten Wasserstellen kommen muss – und im dichten Grün zudem schwer auszumachen ist. Ab Juli aber sollten wir erkennen können, ob es wirklich so traurig aussieht, wie wir befürchten. Wildkameras sind dabei sehr hilfreich. Alle Bilder auf dieser Seite stammen von diesen Kameras aufgenommen an einigen Tagen im Juli.

Entgegen den Beobachtungen in den vergangenen Monaten haben doch mehr Kudus überlebt als befürchtet. Auch recht gute Bullen sind dabei. Allerdings fällt auf, dass die Herden kleiner geworden sind, als sie in den vergangenen Jahren waren.

Besonders schmerzhaft ist, dass es kaum noch starke Warzenschweine gibt – weder Keiler noch Bachen. Auch keine Frischlinge. Da müssen wir auf Zuwanderung hoffen.

Springböcke haben sich wieder bei uns eingefunden. Das lässt hoffen.

Bei unserem widerstandsfähigsten und härtesten Wild – dem Oryx – sieht es jetzt plötzlich wieder so aus wie immer. Es gibt größere und kleinere Herden auch starke Bullen und die Altersstruktur scheint zu stimmen.

Und die Überraschungsgäste? Sie gibt es auch noch. Wenn auch nur vereinzelt. Eland und Blue Wildebeest. Letztere sollte es allerdings nicht geben, weil sie nur wildsicher eingezäunt gehalten werden dürfen. So schön es ist, auch dieses Wild zu haben, werden wir es auf jeden Fall erlegen müssen. Oder ein Nachbar muss es tun, wo sie auch herkommen.

Ein Hartebeest haben wir bisher noch nicht zu Gesicht bekommen.

Ein Geist der Nacht – der Leopard am Tierposten – ist auch einmal in die Kamerafalle getappt.

Die wenigen Tage im Juli geben noch kein verlässliches Bild über unseren tatsächlichen Wildbestand. Aber Hoffnung dürfen wir haben – leider aber nicht bei unseren Warzenschweinen. Spätestens im September, wenn die nahrhaften Schoten der Anabäume reif sind, wird sich zeigen, ob das Wild bei uns und auch bei den Nachbarn die Dürre besser überstanden hat als befürchtet.

 

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Wir wollten doch gar nicht…

Eigentlich – so waren wir uns einig – haben wir erst einmal genug Pferde. Auch gerade die Dürre und die Angst vor Verlusten hat uns “eigentlich” in dieser Haltung bestärkt. Und noch eine meiner Lieblingsfloskeln: “man müsste eigentlich” eher Pferde verkaufen. Aber was machst Du, wenn Freund Manfred eines Tages sagt, ich kann sie jetzt bekommen die Stute, von der ich Dir schon vor über einem Jahr vorgeschwärmt habe? Und Du kannst Dich an dieses Angebot gar nicht mehr erinnern. Du tust das, was man unter Freunden tut. Du vertraust. Schaut Euch diese prächtige Stute an!

Wenn wir sie selber gezüchtet hätten, wären wir stolz. Whisper – so heißt sie – ist ein Kraftpaket, zwölf Jahre alt und stammt aus Kamanjab im Damaraland. Außerdem ist sie so gelassen, wie man es sich von einem Westernpferd nur wünschen kann. Zudem ist sie auch noch fotogen – Whisper – unsere Praktikantin Julia natürlich auch.

Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul. Haben wir auch nicht gemacht. War auch nicht nötig. Aber wenn Manfred schon einmal da ist und seine “Zahnbürste” nicht vergessen hat, dann kann er schon mal anderen Pferden von uns ins Maul schauen bzw. auf den Zahn fühlen. Anders als in Europa haben unsere Pferde schon alleine wegen des harten Futters im Busch kaum Zahnprobleme.

Bei Hotline hatten wird da aber doch Zweifel, weil sie nach der Dürre einfach nicht mehr so zulegen wollte wie die anderen. Das Ergebnis ist nicht erfreulich. Hotline ist offensichtlich noch älter als wir dachten und einige Zähne fehlen ihr auch schon. Manfred ist für den nächsten oder übernächsten  Winter nicht sehr optimistisch.

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Einzigartig normal

Sublime – der Einzigartige – ist so normal, wie es nicht nur Westernreiter gerne haben. Völlig klar im Kopf obwohl man ja gerade den Appaloosas nachsagt, etwas eigen zu sein. Sehr menschenbezogen, so sehr, dass er zunächst gar nicht versteht, dass er auch deinem Druck weichen soll, um seine Runden im Round Pen zu machen.

Aber das hat er schnell verstanden. Hätte mich auch gewundert, denn Hinter- oder Vorderhandwendung am Boden gelingen mit leichtestem Druck. Das lässt für das spätere Reiten hoffen. Jetzt aber gibt es erst einmal noch etwas Bodenarbeit und dann geht es zusammen mit Tatanka und Sharif zur Hengstherde.

Das wird spannend. Meine Vermutung ist, dass sich Sublime schnell ein- bzw. unterordnen wird. Bei den beiden Anderen bin ich mir nicht so sicher. Zumindest von Tatanka wird es wohl einigen Widerstand geben. Noch aber ist er zu jung, um die anderen Hengste aus ihren Rollen verdrängen zu können.

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Auf ein Neues!

Wegen der Dürre mussten wir unsere Rinderherde kräftig reduzieren und stehen wieder am Anfang, wo wir schon dreimal standen. Damit muss man in diesem durstigen Land immer rechnen. Jammern hilft da nicht – über die hohen Verluste, die schlechten Preise oder die unbezahlbaren Futterkosten. Nach vorne schauen und sich über den gesunden Restbestand freuen! Und über den kann man sich freuen. Er hat sich überraschend schnell erholt und weiß schon nicht, wohin mit seiner Kraft.

Also ab zu den Bullen! Die über Dreijährigen zumindest. Die Färsen müssen noch ein Jahr warten und können sich anderweitig austoben. Wir können auch Vorteile entdecken. So haben wir bei der Reduzierung der Herde genau hingeschaut – so wie wir das eigentlich nur bei unseren Pferden tun – welches Rind sich wirklich für die Nachzucht eignet. Das Ergebnis sind Kühe und Färsen, die der Bonsmararasse alle Ehre machen und ihre Nachzucht hoffentlich auch.

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Nomen est omen?

Sublime – auf diesen Namen muss man erst kommen. Er stammt nicht von uns. Und eigentlich wollten wir ihn auch umtaufen. Sicherheitshalber haben wir dann aber mal nachgeforscht, was das eigentlich heißt. Dr. Google sei Dank! Nobel, außergewöhnlich, hehr, edel, einzigartig – und noch mehr solcher edlen Adjektive. In aller Bescheidenheit dachten wir, dabei bleiben wir dann doch. Könnte sich ja im Laufe der Zeit bestätigen. Optisch hat er ja schon etwas davon. Auch sein Charakter ist – soweit wir das bisher beurteilen können – nicht so, wie man es einem Appaloosa nachsagt. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass Sublime nur zu 75% Appaloosa ist und der klare Kopf von einem ganz schlichten Namibischen Farmpferd kommt. So wie auch wir welche haben und schätzen.

Aber der Reihe nach.

Sublime stammt von einer Farm im Süden Namibias zwischen Kalkrand und Maltahöhe. Wir hatten ihn schon lange im Auge, nachdem er zum ersten Mal angeboten wurde. Uns reizte die Optik aber mehr noch die Tatsache, dass es in Namibia kaum Westernrassen bzw. reinrassige Westernpferde gibt. Es sind in den letzten Jahren zwar mehr geworden, aber etabliert sind sie noch nicht. Der Farmer im Süden ist einer von den Wenigen, die ihr Herz an diese Pferde verloren haben. Für ihn mussten es Appaloosa sein, die er dann aus Südafrika importiert hat. Seine Blutlinien stammen direkt aus den USA. Wir freuen uns natürlich über dieses Engagement und haben kein Problem damit, dass Sublime nur zu 75% reinrassig ist. Im Gegenteil, es kommt unserem Plan, aus namibischen Pferden das Namibische Westernpferd zu züchten, eher entgegen.

Sublime hatte kein Problem, zum ersten Mal auf eine Lorry zu steigen und fast zehn Stunden quer durchs Land mit Junias und mir zu fahren.

Der Einzige, der ein Problem hatte war ich, weil ich zu Hause kaum aus der Lorry kam. Auch das bewältigte Sublime eleganter.

Schließlich aber waren wir alle happy und entspannt. Sublime dachte sofort ans Fressen und ich an ein kühles Bier.

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Der nächste Morgen

Am nächsten Morgen kam es dann schon ganz schön dicke für Sublime. Eine stundenlange Autofahrt auf Namibias nicht immer komfortablen Pads, eine neue und fremde Umgebung und dann noch diese dreisten Bengel.

Wir hatten entschieden, dass die Ankunft von Sublime eine günstige Gelegenheit ist, die beiden anderen Hengstfohlen Tatanka und Sharif abzusetzen. Mit einem Jahr war das längst fällig. Wir hatten sie aber bei den Müttern gelassen, damit sie besser durch die Dürre kommen. Wie gut sie die überstanden haben, mussten sie dem Neuankömmling dann natürlich sofort zeigen. Das lenkte sie ab von der Trennung von ihren Müttern Cheyenne und Soraya.

Wir werden die drei Junghengste jetzt einige Zeit am Haus lassen, um mit ihnen ein bisschen arbeiten zu können. Nicht viel –  halfterzahm, Hufe heben, ein bisschen Gelassenheitstraining. Gelassenheit muss man Sublime übrigens kaum beibringen. Er ist eine richtig coole Socke. Das zeigt sich auch bei seinem Umgang mit den beiden kleinen wilden Gesellen.

Wenn die Drei dann ein bisschen Anstand gelernt haben, kommen sie zu den sieben anderen Hengsten und können bei denen dann mal schauen, wie es mit ihrem Selbstbewusstsein steht. Diese sieben Hengste werden wir jetzt in der kühlen Jahreszeit alle legen. Wir haben uns viel Zeit gelassen, um sie zu beobachten, ob da nicht der eine oder andere unser Zuchthengst werden könnte. Sie gefallen uns alle, jeder hat seine Qualitäten, aber  das WOW blieb bei uns einfach  aus. Kompromisse wollen wir in unserer Zucht des Namibischen Westernpferdes nicht eingehen. Sie werden in den Reitbetrieb kommen und dort sicher bestens ihren Job machen.

Vielleicht erfüllt ja einer von den drei Jungen unsere Kriterien. Oder alle Drei. Die Chancen sind nicht schlecht. Quarter-, Appaloosa-, Araber-, Boerperd- und gutes Namibisches Farmpferdblut – all das steckt da drin. Könnte was werden. Wir kommen unserem Ideal des Namibischen Westernpferdes immer näher.

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