Kleiner Teckel – große Beute

Erfolgreiche NachsucheDiese kleinen Jagdhelfer sind doch verdammt nützlich. Vielleicht hätten wir diesen Oryx auch ohne Berta gefunden – vielleicht! Mit ihr war es auf jeden Fall einfacher und es ging schneller. Schließlich ist es das Ziel eines anständigen Jägers, ein angeschweißtes Stück Wild so schnell wie möglich von Schmerzen zu erlösen. Unser Freund Robert hatte einen sauberen Schuss angetragen, aber wie es nun einmal so oft bei den harten Oryxantilopen ist, sie verenden nicht am Anschuss. Auch dieser Gemsbock nicht. Er tat sich nach einigen hundert Metern nieder. Berta führte uns hin und ich konnte einen sicheren Fangschuss anbringen.

Als Farmer, der sein Wild liebt, bist Du in diesen harten Dürrezeiten in einer Zwickmühle. Wer oder was hat Priorität? Deine Pferde und Rinder oder das Wild? Es ist nur zu deutlich, dass das Wild das letzte Gras schneller wegfrisst, als Pferde und Rinder hinterherkommen. Schießt Du einen Oryx rettest Du ein Pferd?! Diese Formel ist zu einfach. Ich kann nur hoffen, dass ich das richtige Maß gefunden habe. Und mit mir all die anderen Farmer, die in einer ähnlichen Situation sind wie wir.

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Sie wachsen langsamer

Die KleinfamilieEs kann ja sein, dass wir uns etwas vormachen. Aber es scheint so, als ob sie langsamer wachsen – die Fohlen Tatanka und Sharif und auch die  sechs Junghengste. Gerade Valentino – der jüngste von ihnen – könnte jetzt einen Eiweißschub gebrauchen. Auch die älteren, die bereits über drei Jahre alt sind, sind längst noch nicht ausgewachsen.

Immer neugierig

Unter den hiesigen harten Bedingungen kann es bis zu sieben Jahren dauern, bis ein Pferd seine endgültige Statur hat. In unserem Sinne ist es aber nicht vernünftig, sie jetzt mit Kraftfutter vollzustopfen. Du verspielst damit auf lange und mittelfristige Sicht ihre Fähigkeiten, gerade mit diesen Verhältnissen klar zu kommen.

Little Jo

Unser Zuchtziel ist es nach wie vor, nicht das schickste und eleganteste Sportpferd zu züchten, sondern ein widerstandsfähiges und zuverlässiges Arbeits- und Reitpferd, das in die namibische Landschaft passt.

Jupiter

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Sie leben vom Futterbusch

Noch ganz okSolange das Geld reichtRinder und Pferde haben sich in den letzten Wochen total umstellen müssen. Wir haben auf unseren über 9000 Hektar praktisch keinen Grashalm mehr. Die wenigen, die wir noch hatten, hat das Wild weggeputzt – allen voran die Oryx und Zebras, die wir sonst nie zu Gesicht bekommen. Im Moment leben wir nach wie vor von der Hoffnung auf Regen und unsere Rinder und Pferde vom Futterbusch. Eigentlich ist dieser Futterbusch bei den Farmern nicht sehr beliebt, weil er das Gras verdränge und ein Hinweis auf degradierte Weide sei. Das stimmt im Prinzip. Wenn Du aber kein Gras mehr hast, bist Du dankbar für den harten kleinen Busch, den alle Tiere erst annehmen, wenn es gar nichts mehr gibt. In den letzten zwei zurückliegenden Dürren haben unsere Tiere nur durch diesen Futterbusch, der auch Pferdebusch genannt wird, überlebt. Jetzt hoffen wir natürlich, dass sich das wiederholt. Im Moment sehen unsere Herden noch ganz manierlich aus.

Immer auf Futtersuche

Sollte bald Regen kommen, ist es auch der Futterbusch, der zuerst grün wird und wieder neue Energie liefert. Da dieser Busch aber  sehr taninhaltig ist, musst Du mit Speziallecke zufüttern, damit der Organismus mit dem Tanin besser umgehen kann. Denn zu viel ist schädlich. Auf den Busch alleine können wir uns aber nicht verlassen.

So viel wie die Farmkasse hergibt, wird für Kraftfutter und Gras ausgegeben. Getrieben auch von der Sorge, dass es bald nichts mehr geben wird. Im Moment füttern wir die alten und mageren Tiere zu und natürlich die Stuten mit Fohlen. Wie lange werden wir durchhalten? Schlimmstenfalls kann es bis zum nächsten Regen noch drei Monate dauern. Er könnte auch ganz wegbleiben…

 

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Männerritual

Welches Deo benutzt Du?FriedenOb er uns wohl das Wasser reichen kann? Ist er größer, schöner, stärker? Das beschäftigt auch die Männerwelt unter den Pferden, wenn ein Neuer angekündigt wird. Diesmal ist es Valentino – der Sohn von Dolorit und JC – der zur Hengstherde kommt. Das ist übrigens schon im August geschehen wie die meisten News, die ich heute in den September gesetzt habe. Im August hat die Ankunft von Nieke alles überstrahlt und das sonst Wichtige auf Gross-Okandjou in den Hintergrund gedrängt. Das versteht Ihr doch?! Nieke geht es übrigens gut.

Zurück zu dem anderen Nachwuchs. Valentino ist also zur Hengstherde gekommen. Dort haben ihn Dolorit, Jupiter, Little Jo, Feuerstein, Torro und Nugget erwartet. Außer dem üblichen Imponiergehabe nichts Besonderes. Er wurde schnell akzeptiert.

Schau uns an!

Valentino links

Valentino vorneweg

 

 

 

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Tatanka und Sharif

Sharif und TatankaDer Eine kräftig, der Andere eher elegant. Das entspricht auch ihren Müttern – Cheyenne und Soraya. Tatanka ist allerdings auch einen Monat älter. Trotzdem ist der Typunterschied deutlich. In Sharif ist Araberblut und in Tatanka Quarterhorseblut. Zur Erinnerung: Der Vater ist ein sehr dunkler Boerepferdhengst. Im Moment hat man nicht den Eindruck, dass das Wachstum der Fohlen unter der Dürre leidet. Auch die Mütter stehen noch gut im Futter.

Familienleben

Sie bekommen auch ausnahmsweise Kraftfutter. Wie wichtig gerade in der Wachstumsphase nahrhaftes Futter ist, weiß jeder Pferdezüchter und – liebhaber. Es ist eine Zwickmühle. Einerseits sollen unsere Pferde an die hiesigen harten Bedingungen angepasst sein, anderseits möchten wir sie natürlich auch nicht kümmern lassen. Hoffentlich finden wir auch in diesem besonders harten Jahr das richtige Maß.

Abendspaziergang

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Wilderer geschnappt

SpurensucheDreister geht es eigentlich auch nicht mehr. Wir finden eine Schlinge im Grenzzaun, frisches Blut und frische Fußspuren, die direkt ins Lager von Straßenarbeitern führen, die seit Monaten an unserer Grenze campieren und schon oft unseren Verdacht hervorgerufen haben. Die Beute hängt fein säuberlich zerschnitten als zukünftiges Biltong am Lagerzaun. Und nicht nur dort.

Aufs Dach gestiegen

Besonders raffiniert: Auf dem Klodach und schließlich auf allen anderen Dächern auch. Glücklicherweise ist es Gunnar als Reservepolizist gelungen, auch mal die hauptamtliche Polizei von Omaruru zu mobilisieren. Mobilisieren – im doppelten Sinne. Der erste Versuch ging schief, weil sie angeblich kein Fahrzeug zur Verfügung hatten. Eine übrigens oft benutze Ausrede, um nicht tätig werden zu müssen. Gunnar bot ihnen schließlich an, sie mit seinem Fahrzeug an den Tatort zu führen. Das Ergebnis war ein müder Sergeant, der sich von einem  freiwilligen Reservepolizisten bereitwillig zeigen ließ, wie Polizeiarbeit geht.

Schlecht versteckt

Und plötzlich hatten wir auch Ergebnisse. Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft – allerdings auch wieder nach einigen Tagen raus auf Kaution von N$ 2.000.- pro Kopf, was außergewöhnlich viel ist, und der Prozess steht jetzt aus. Vorausgesetzt die auf Kaution Freigelassenen sind bis dahin nicht verschwunden.Wahrscheinlicher ist, dass sie als Wiederholungstäter wieder geschnappt werden. Der dritte Verdächtige – der Boss der Straßenarbeiter – war angeblich nicht da, als er vorläufig festgenommen werden sollte. Mir begegnet er seitdem regelmäßig – sogar in der Stadt in der Nähe der Polizeistation.

Kaution ist zur Zeit das große Thema in Namibia. Die Gefängnisse sind überfüllt und Richter neigen u.a. deswegen dazu, Verdächtige gegen eine zum Teil lächerliche Kaution wieder auf freien Fuß zu setzen bis zur Gerichtsverhandlung, deren Termin irgendwann in weiter Ferne liegt. Gegen diese Praxis formiert sich öffentlicher Widerstand. Den letzten gab es in Omaruru, an dem auch wir uns beteiligt haben.

Der Anlass war eine Gerichtsverhandlung über den Kautionsantrag von Nashornwilderern. Bei Nashörnern und auch Elefanten ist die Öffentlichkeit mittlerweile besonders sensibel. Sicher zu Recht. Mir aber liegt daran, dass Wilderei grundsätzlich strenger bestraft wird. Der Schmerz eines Tieres in einer Schlinge ist nicht abhängig von seiner Größe oder Bedeutung. Die Entscheidung über den Kautionsantrag der Nashornwilderer ist übrigens vertagt worden. Das hat zumindest den einen Vorteil, dass die Verdächtigen in Untersuchungshaft bleiben. Als Wellnesshotels sind namibische Gefängnisse nicht bekannt. Allerdings auch nicht als ausbruchssicher.

 

 

 

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Schweinehirten

Hundefutter kein SchweinefutterDamit muss man in diesem Dürrejahr rechnen. Wild und wildlebende Tiere jeglicher Art trauen sich immer näher ans Farmhaus heran. Natürlich in der Hoffnung etwas zu fressen oder wenigstens zu saufen zu finden. Dieses Schwein aber war doch eine Ausnahme. Es hat zunächst den großen Hundefuttersack auf Alinas Terrasse entdeckt, dann die Sattelkammer inklusive Pferdefutter, hat sich einfach nicht vertreiben lassen und hatte plötzlich auch einen Namen – Hilda! Zu guter Letzt ließ Hilda sich auch noch streicheln. Zwischendurch hatte sie dann auch noch ihren Frischling mitgebracht. Emma – eine unserer beiden Rauhaarteckelhündinnen wurde es dann aber doch zu viel. Emma vom Zigeunerbusch – dieser stolze Hinweis auf meinen Zwinger sei gestattet – vertrieb sie eines Tages erfolgreich. Über Hilda gäbe es noch vieles zu erzählen, aber die Bilder sprechen eigentlich für sich.

Der Hüter der Säcke

Rausgelockt

Nicht wasserscheu

Pferde? Keine Gegner!

Kein Pardon mit Hilda

 

 

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Pferdehirten

Holger auf Welcome HopeKatrin auf AzoStartschwierigkeitenDas lieben unsere Reitgäste besonders – Rinder treiben wie echte Cowboys. Dabei geht es nicht nur um den Spaß sondern auch um den Test der Sattelfestigkeit. Nebenbei lernen sie auch noch eine ganze Menge – vor allem das intuitive Reiten. Sie merken plötzlich, wie sinnvoll leichte Hilfen sind, warum das einhändige Reiten nicht nur lässig sondern auch effektiv ist und warum der Spruch “Schau hin, wohin Du reiten möchtest” nicht nur der nervende Spruch eines Reitlehrers ist. Wer noch nicht wusste, was Cowsense ist, lernt es spätestens jetzt. Aber was, wenn die Rinder keine Rinder sind sondern Pferde?

Los geht´s!

Da wir für unsere Gäste keine Rindertracks inszenieren und jetzt kaum noch Rinder haben, wären diese vergnüglichen Lehrstunden ausgefallen, wenn wir nicht Pferde vom Haus an den Gemsbockposten hätten bringen müssen. Aber Pferde sind nun einmal keine Rinder. Kurz gesagt, es ist schwerer, sie zusammen zu halten und voran zu bringen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben das Katrin, Yvonne, Holger, Paul und Steffen bestens hinbekommen. Gelernt haben sie noch nebenbei, dass Pferde ohne Reiter eleganter durch den Dornenbusch kommen als jene mit Reiter.

Zwei von denen, die vorher auch fleißig trainiert haben, siehe ganz oben- Katrin auf Azo und Holger auf Welcome Hope.

 

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Trübe Aussichten?

Nebel am Morgen...Nebel über Gross-Okandjou – im September. Du fängst an zu grübeln. Was bedeutet das? Wie war das in den Vorjahren? Vorzeichen einer guten oder einer schlechten Regenzeit? Alles dreht sich im Moment um diese Frage. Jeder Furz wird auf seine Tauglichkeit als Wetterprophet getestet. Die professionellen Propheten, die zwar besser geworden sind, in den letzten Jahren aber auch noch gewaltig daneben lagen, sprechen von einer unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen kleinen Regenzeit – Oktober bis Dezember – und einer durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen großen Regenzeit – Januar bis März/April. Was bedeutet das für uns? Auf jeden Fall nichts Genaues, denn in den letzten Dürrejahren hat es Gegenden in Namibia gegeben – z.B. dieses Jahr im Osten – die trotzdem reichlich beschenkt wurden und umgekehrt. Wir haben von diesen sehr lokalen Regenschauern auch schon profitiert. Das muss ja auch mal gesagt sein. Nachbarn jammerten und wir hatten Gras. Diesmal allerdings jammern wir im Großraum Omaruru alle – zu Recht. Da wir immer noch ein bisschen Nahrung mehr im Busch haben als Nachbarn – kaum messbar – wandert das Wild aus der Umgebung zu uns ein. In normalen Jahren würden wir uns freuen, diesmal aber müssen wir uns zusätzliche Sorgen um unsere Pferde und Rinder machen. Wie wird das ausgehen? Schwer voraus zu sagen, da alles vom nächsten Regen abhängt. Im Moment sehen unsere Tiere noch manierlich aus. Die Problemfälle und die Pferde, die arbeiten müssen, füttern wir zu mit Heu und Kraftfutter.

Regelmäßig Nachschub

Das Heu wird langsam knapp und teuer. Auf Dauer ist das ohnehin nicht zu bezahlen. Unsere Rinderherde ist bereits bis auf ein Minimum der Zuchttiere geschrumpft.

Zukunft im Nebel

Der Erlös wird in das Futter der Übriggebliebenen gesteckt. Wobei die Pferde Vorrang haben. Nicht ganz fair, dass die Rinder für das Überleben der Pferde herhalten müssen, aber so läuft es nun einmal auf einer Farm in einem Dürreland wie Namibia. Von den Einnahmen, die die Pferde mit Reitgästen erwirtschaften, profitieren dann auch wieder die Rinder.

Übrigens: Im August vorigen Jahres hatte es auf Gross-Okandjou überraschend geregnet. Die offizielle Regenzeit war eine Katastrophe. Im September 2014 hatten wir Frost. Die folgende Regenzeit war mies.

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Alle mal herhören…

…ich bin da!!!

Trinken und schlafen

Ich heiße Nieke und bin seit dem 10. August auf Eurer Welt. Ob sie mir gefällt, weiß ich noch nicht. Vorsichtshalber lasse ich mal die Augen zu. So konnte ich auch von Gross-Okandjou noch nicht viel sehen. Ich weiß aber, dass ich dort am 15. August – das sei der Geburtstag meines Großvaters – bereits eingetroffen bin. So einen kleinen Blick riskier ich schon mal.

Bin doch ganz still

Ihr wollt natürlich Details wissen. Da gibt es aber noch nicht viel zu berichten. 2,89 Kilo und 51 Zentimeter. Die Erwachsenen bemühen den Standardspruch “Mutter und Kind wohlauf”. Für mich trifft das auch zu. Für die Mutter kann ich nicht sprechen. Ihre Milch ist aber lecker. Angeblich quake ich ein bisschen viel.

Satt

Die Mutter Alina spricht: Ja, mir geht es gut. Die Geburt ist normal verlaufen. Nach zwei Tagen hat mich nichts mehr im Hospital gehalten. Und Nieke quakt tatsächlich auch nachts manchmal.

So sieht Glück aus

Der Vater Gunnar: Ja, mir geht es auch gut. Ich war bei der Geburt dabei. Ein tolles Erlebnis! Hatte beinahe das Gefühl, dass es für mich anstrengender war als für Alina.

Drei Generationen

Und die Großeltern auf Gross-Okandjou: Na ja, wir machen uns ganz schön wichtig. Tun so, als ob es für uns am anstrengendsten war. Aber ehrlich – so nervös und jetzt aber stolz waren wir schon lange nicht mehr – wenn überhaupt. Nachwuchs auf Gross-Okandjou! Mit Pferden, Rindern und Hunden haben wir ja schon reichlich Erfahrung, aber Nieke – das gibt`s nur einmal!

 

 

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