Von der Sonne verwittert

Irgendwann schafft die Sonne alles und alle. Manchmal verwöhnt sie auch. Z.B. in diesem April die Weide. Da der Regen sehr spät kam, hätte es auch gewaltig schief gehen können. Ist es aber nicht. Das ist der Vorteil bei uns im Westen, die wir näher an der Wüste sind. Die warme Sonne lässt bei uns das Gras noch wachsen, wenn es in anderen Landesteilen dafür schon zu kalt ist. Aber zurück zum eigentlichen Thema! Die Sonne hat unser Einfahrtsschild, auf dem wir vor vielen Jahren stolz darauf hingewiesen haben, dass wir Namibias erste Westernriding Ranch sind, total zerfressen. Jetzt haben wir einen neuen Versuch unternommen und schauen mal, wie lange der der Sonne standhält. Auf den Schriftzug “Namibias erste Westernriding Ranch” haben wir in aller Bescheidenheit verzichtet, obwohl das nach wie vor stimmt. Wir sind aber nicht mehr die einzige. Und das ist gut so. Eines unserer Ziele war und ist es ja auch immer noch, das Westernreiten in Namibia populär zu machen.

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Ein besonderer März

Dieser März 2017 war schon etwas Besonderes. Während der ersten drei Wochen hat es immer mal wieder geregnet. Nicht besonders viel, aber gut verteilt – über die gesamte Farm und in den zeitlichen Abständen so, dass das Gras gerade im richtigen Moment wieder das nötige Nass bekam, um weiter wachsen zu können. Letztlich waren es “nur” 200 Millimeter Niederschlag – eigentlich unterdurchschnittlich.

Das zusätzlich Besondere war, dass fast alle unsere Riviere gelaufen sind – nicht heftig aber immerhin – und unsere Dämme wieder Zulauf bekamen. Das ist vor  allem für den Anstieg des Grundwasserpegels von Bedeutung.

So wird der Wasserstand unseres Brunnens am Tierposten voraussichtlich in den nächsten Wochen wieder so ansteigen, dass wir ihn über längere Zeit nutzen können. Wer Gross-Okandjou kennt, weiß sofort, was das für uns bedeutet. Auch der Kompaneno ist wieder einmal etwas gelaufen. Ob das allerdings reichen wird, um den Brunnen an Ostende wieder aufzufüllen, muss sich erst noch zeigen.

 

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Wie machen sie das?

Die schlimmsten Knochengerüste haben wir Euch in den letzten News vorsichtshalber nicht gezeigt. Besonders unsere älteren Pferde wie Cortez, Hotline und Jerome sahen wirklich furchterregend aus. Wir haben aber wieder etwas dazugelernt. Es hat keine zwei Wochen mit frischem Grün gedauert und sie gingen wieder auseinander. Ohne Koliken übrigens! Erst der Bauch, dann die Muskeln und dann glänzte auch das Fell wieder.

Da haben wir erst wirklich begriffen, welches Glück wir doch noch hatten. Und uns fielen die Wildpferde im Süden Namibias ein. Dort war die Dürre seit Langem zum ersten Mal so außergewöhnlich, dass sich Namibia ernsthafte Sorgen machen muss um das Überleben dieser einmaligen Tiere.

Wir haben in dieser harten Zeit sogar ein Überraschungsfohlen bekommen. Unser Nachwuchshengst Little Jo hatte sich irgendwann einmal durch einen Zaun gemogelt und Junias`Flamingo beglückt. Und daraus ist sogar ein besonders hübsches Stutfohlen entstanden.

Die Reitpferde der Herde haben sich termingerecht so schnell erholt, dass wir wieder genügend Zeit haben, um sie für den ersten Trail zu trainieren, der am 10. April beginnt.

 

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Aus dem Vollen schöpfen

Wir hatten unsere Rinderherde vorsichtshalber in Erwartung der Dürre erheblich reduziert. Die Preise waren in der Notlage natürlich mies, sie reichten aber, um Futter kaufen zu können, das natürlich auch immer knapper und teurer wurde. Ich hatte es in den letzten News schon erwähnt, die Rinder haben eigentlich zum Überleben unserer Pferde beigetragen. Die Übriggebliebenen können jetzt aus dem Vollem schöpfen. Es sei ihnen gegönnt. Sie haben es sich verdient. Ob es die Pferde ihnen in irgendeiner Form danken? Soweit haben wir es noch nicht geschafft, in die Psyche unserer Tiere einzudringen. Wäre aber interessant. Vielleicht irgendwann einmal.

 

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Das Gras wachsen hören

Diese Höhen und Tiefen in diesem Land!! Dort wo es vor drei Wochen noch grau in grau war, trist und deprimierend, wurde es von Tag zu Tag grüner. Heute hast Du gedacht, toll wie es plötzlich aussieht und Du warst schon fast zufrieden. Aber es wuchs und wuchs und wächst immer noch. Du kannst zuschauen, du hörst es geradezu wachsen. Die letzte Woche im März gab es keinen Regen mehr, aber die 200 mm scheinen zu reichen. Regen im April wäre dann noch ein Geschenk des Himmels. Namibia ist ein verrücktes Land. Glück und Leid dicht beieinander. Wir zeigen jetzt nur das Glück. Nicht die ganze Farm sieht so prächtig aus. Es gibt auch viele kahle Stellen, auf denen noch im Vorjahr mehrjährige Gräser standen. Andere Bereiche sehen wunderbar grün von Ferne aus. Bei genauerem Hinsehen aber siehst du Unkraut und andere minderwertige Pflanzen. Das alles sind Folgen von Überweidung, die wir nicht haben verhindern können, weil Wild und Rinder aus der gesamten Nachbarschaft zu uns strömten. Da kannst du wunderschöne Pläne machen, wie viel Reserveweide du dir erhältst. In so einer Notlage sind unsere normalen Rinderzäune kein Hindernis mehr. Oder der eine oder andere freundliche Nachbar macht sie einfach platt. Wildwest!

 

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Das lange Warten hat ein Ende. Der Februar hatte es noch einmal spannend gemacht. Eigentlich der wichtigste Regenmonat. Fast das ganze Land freute sich über gute Niederschläge, nur bei uns sollte es nicht klappen. Dann aber brachten die ersten zehn Tage im März die Erlösung.

Etwa 100 Millimeter zeitlich und räumlich gut verteilt brachten vor allem das, womit in dieser Saison eigentlich auch zu rechnen war  – wenn es regnet.

 

Kein Gras hielt das Wasser auf. Also liefen die Riviere – bei uns der Okandjou und auch der Kompaneno – und unsere Dämme bekamen endlich wieder Zulauf. Vor allem der Tierpostendamm, der für den Brunnen verantwortlich ist, der zwei Posten bedienen muss. Sando genießt schon mal.

Der Grundwasserspiegel wird wieder steigen. Im ganzen Land sind übrigens wieder die Dämme voll gelaufen – auch die, die für die Wasserversorgung Windhoeks verantwortlich sind. Dort war es schon verdammt knapp. Trotzdem konnte man den Eindruck haben, dass kaum jemand den Ernst der Lage wirklich wahr haben wollte. Wird schon irgendwie… Wird es aber nicht. Die nächste Dürre kommt bestimmt und Windhoek und die Regierung müssen handeln.

Publiziert am von vogel | 1 Kommentar

Schön für´s Auge

Natürlich müssen wir dankbar sein, dass wir endlich Grün sehen. Es ist ein Genuss für`s Auge und auch für´s Herz. Aber im Moment ist es nur ein Flaum, ein Teppich aber auch ein Anfang. Die nächsten Wochen, ja Tage schon müssen zeigen, ob die Niederschläge schon reichen und ob das überbeanspruchte Gras nach so vielen harten, dürren Monaten noch die Kraft hat, Masse zu bringen.

Viele der so wichtigen mehrjährigen Gräser sind total verbrannt und werden wohl kaum noch nachwachsen. Was aber ist mit frisch aufgehenden Samen? Kommt der nächste Regen rechtzeitig, bevor das junge Gras wieder welk wird? Ob die Weide reichen wird, bis zur nächsten Regenzeit, ist im Moment überhaupt noch nicht vorauszusagen. Dennoch – das Schlimmste ist erst einmal vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kaum damit gerechnet

Es ist den Rindern gegenüber natürlich nicht fair, aber unsere größte Sorge galt nun einmal unseren Pferden. Wir kennen alle 62 beim Namen und hätten sie auch ohne Namen in unsere  Herzen geschlossen. Gerade bei den Alten wie etwa Cortez oder Hotline haben wir im Stillen mit Verlusten gerechnet. Umso größer ist die Freude und die Überraschung, dass sie alle überlebt haben. Das Risiko, das sie und wir eingegangen sind, war hoch. Aber was ist eine Westernriding Ranch ohne Pferde? Verkaufen? Etwa zum Schlachtpreis? Welcher Käufer fragt in so einer Situation, welche Mühe wir uns mit der Ausbildung unserer Pferde gemacht haben und noch machen? Jetzt sind wir einfach dankbar und glücklich. Ja, es stimmt, die Rinder haben dafür herhalten müssen. Den Verkaufserlös haben wir in Futter und neue Bohrlöcher gesteckt. Aber wir haben es geschafft – ohne EU-Subventionen! Die Pferde haben es geschafft. Darauf sind wir  stolz. Diese Erfahrung bestärkt uns darin, mit unserer Zucht des Namibischen Westernpferdes oder auch des Namibischen Mustangs so weiter zu machen. Ich glaube nicht, dass eines dieser hochgezüchteten amerikanischen oder europäischen Sportpferde die Härte der letzten Monate überstanden hätte.

Kaum gibt es ein bisschen Grün, tun sie schon so, als ob nichts gewesen wäre. Torro – einer unserer Junghengste – genießt mit feinen Lippen das frische grüne Gras und sieht jetzt schon wieder fast so aus, als ob nichts gewesen wäre – siehe Bild oben.

Die beiden Hengstfohlen Tatanka und Sharif wären sicher in besseren Zeiten etwas mehr gewachsen. Schlecht ausgesehen haben sie aber niemals. Und das frische Gras erinnert sie offensichtlich schon früh daran, dass sie eines Tages vielleicht ihren Job als Deckhengst machen müssen. Wenngleich sich speziell Tatanka noch besonders dämlich anstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Überlebenden

Zwischendurch sah es so aus, als ob die Rinder die Dürre besser durchstehen würden als die Pferde. Das war aber leider ein Trugschluss. Wir hatten schon den größten Teil der Herde rechtzeitig verkauft, aber die Verluste in den letzten Monaten waren dann doch erheblich. Es war aber nicht nur die Dürre. Es gab auch ungeklärte Todesfälle, die vermutlich auf den schwachen Gesamtzustand zurückzuführen sind. Auch der Leopard hat seine Chance genutzt. Jetzt hoffen wir einfach, dass die Zähesten und Gesündesten überlebt haben und unsere Herde langsam wieder wachsen kann. Die dafür wichtigen Bullen haben es übrigens geschafft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sieht nicht gut aus

Das Bild spricht eine andere Sprache? Eigentlich schon, aber in dieser Regensaison ist es wie verhext. Es regnet fast im ganzen Land, es regnet bei den Nachbarn – ich gönne es ihnen von Herzen – Riviere laufen und Dämme sind brechend voll, nur bei uns kommen nur ein paar Tropfen runter. Im gesamten Februar – dem eigentlich wichtigsten Regenmonat – gerade einmal 39 mm. Da fällt es schwer, sachlich und fair zu bleiben. Aber was hilft´s? So ist dieses Land. Man kann es eben nicht nur lieben, wenn es einem wohlgefällig ist. Und dann doch noch einmal sachlich und fair: In den vergangenen Jahren hatten wir mehr Glück als einige unserer Nachbarn. Viele von Ihnen können jetzt aufatmen. Wir vielleicht ja auch noch. Noch ist nichts verloren. Ein guter Märzregen kann bei uns im Westen immer noch gutes Gras bringen. Im Moment sieht es leider so aus – grüne Fusseln, die nicht wissen, ob sie wachsen sollen oder gleich wieder vertrocknen.

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