Ostereier aus den Wolken

Diese Regensaison ist so wundersam wie selten. Hatte uns der Wettergott den letzten großen Regen als Weihnachtsgeschenk präsentiert, fand er es nach langer Pause offensichtlich originell, uns kurz vor Ostern die Ostereier in Form von Regentropfen zu präsentieren. Wir sind natürlich für jeden Millimeter Niederschlag dankbar, aber unsere Nerven wurden diesmal auf eine wirklich harte Probe gestellt. Im Januar gab es noch einmal nennenswerten Niederschlag, ansonsten aber trockene tote Hose. Am Gründonnerstag hatten wir 40 Millimeter am Haus und wir hüpften vor Freude wie die Regentropfen selbst. So einen scheinbaren Unsinn macht man eben, wenn man so von den Launen der Natur abhängig ist. Da versteht man plötzlich auch besser, wie die Regentänze der Urahnen zustande gekommen sein könnten.

Ostereier vom Himmel

Zurück auf dem harten Boden der Tatsachen müssen wir feststellen, dass wir in dieser Saison wohl nicht viel mehr als 100 Millimeter Niederschlag haben werden. Das reicht hinten uns vorne nicht. Zumal im Moment auch zweifelhaft ist, ob der späte Regen jetzt noch reicht, um unsere Weide nachhaltig wachsen zu lassen. Da wir in der Vergangenheit bewusst sehr vorsichtig beweidet haben, weil uns klar war, dass nach den vielen guten Jahren ganz sicher auch wieder die Dürreperioden kommen – so ist dieses Land nun mal –  könnten wir bis zur nächsten Regensaison eventuell durchkommen. Viele namibische Farmer allerdings gehen trotz bitterer Erfahrungen in der Vergangenheit in die Vollen und geben sich völlig erstaunt, dass es ja ganz überraschend und unerwartet doch tatsächlich immer noch Dürrejahre gibt. Wohin dann mit den vielen Rindern, mit denen sie ihre Farmen überstockt haben? Verkaufen?! Die Preise sind bereits bis zu 50 Prozent gepurzelt. Weide suchen?! Da gibt es doch noch Farmer, die ein paar Grashalme mehr haben als man selber. Natürlich eine Frage der Solidarität, dass die teilen! Ist es das wirklich?  Unsere Position: Wir helfen, wenn jemand unverschuldet (!) in Not geraten ist und wenn wir helfen können. Das können wir aber nicht, weil wir auch heute schon an das nächste Jahr denken müssen. Wie oft kamen mindestens zwei Dürrejahre hintereinander. Und im Gegensatz zu den reinen Rinderfarmern können wir zwar unsere Rinder alle verkaufen – was wir auch täten – aber nicht unsere Pferde. Ohne sie und unsere Reitgäste wäre Gross-Okandjou wirtschaftlich nicht haltbar. Zudem – und das muss man wohl einem Pferdefreund nicht extra erklären – hängen wir an unseren Pferden.

 

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Eine Antwort auf Ostereier aus den Wolken

  1. Michael Hause sagt:

    Gott sei Dank. Wenigstens noch ein bischen Regen.Die neugeborenen Fohlen sind alle beachtlich. Herzlichen Glückwunsch und viele liebe Grüßenn1

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