Die Geister der Nacht

Es ist schon merkwürdig. Tagsüber haben wir ein Problem, Beute zu machen, um unsere Arbeiter mit Fleisch versorgen zu können und nachts scheint fast die ganze namibische Tierwelt auf den Läufen zu sein. Wie reimt sich das zusammen? Eine Erklärung ist einfach. Viele der Tierarten, die wir unten zeigen, sind ohnehin fast ausschließlich nachts aktiv. Und die anderen – Oryx und Kudu z.B.? Da liegt die Vermutung nahe, dass sie durch die zunehmende Wilderei übervorsichtig geworden sind, obwohl ja eigentlich auch nachts gewildert wird. Zudem muss man natürlich berücksichtigen, dass die Bilder der Kamerafallen während mehrerer Wochen entstanden sind. So ist es vielleicht auch nur ein scheinbarer Unterschied zwischen Tag und Nacht. Ihr seht schon, so richtig plausibel sind meine Erklärungsversuche nicht. Eines ist auf jeden Fall sicher – der  zum Teil dichte Busch bei uns macht das Jagen nicht einfach. Für einen richtigen Jäger allerdings ist das eine willkommene Herausforderung.

Wie dem auch sei, erfreut Euch einfach an den Geistern der Nacht.

Reviermarkierung und Botschaften

Er hat die Dürre zum Glück überlebt

Wenn überhaupt, sind Eland bei uns nur nachts unterwegs.

Die Schoten der Anabäume sind ein Leckerbissen für alle Pflanzenfresser.

Duiker oder Ducker, weil sie sich bei Gefahr sofort ducken. Ein Grund, warum man sie tagsüber selten sieht.

Die Falbkatze – sie ist die Mutter der meisten domestizierten Hauskatzen.

Ginsterkatze – auffallend der kleine spitze Kopf und der sehr buschige Schwanz.

Der Honigdachs immer in Aktion. Er fürchtet keinen Gegner.

Der Rotluchs – entfernter kleinerer Verwandter des europäischen Luchses.

Löffelhunde – sehr, sehr vorsichtig, weil kaum wehrhaft.

Das Erdferkel kommt nachts aus seinem Loch, das er als genialer Buddler gebaut hat. Viele andere Erdbewohner nutzen seine Vorarbeit gerne.

Der Erdwolf – auch er nimmt das fertige Zuhause des Erdferkels gerne an. Auch er ist sehr vorsichtig und ängstlich. Trotz des martialischen Namens ist er kein Räuber. Das würde mit seinem schwachen Gebiss auch nicht klappen. Er lebt hauptsächlich von Termiten und anderen Insekten. Leider wird er immer wieder mit einem Schakal verwechselt und geschossen.

Die Falbkatze hingegen ist ein Räuber, wenn auch ein kleiner. Flink und wachsam.

Das Stachelschwein wäre ein leckerer Happen wenn, ja wenn da nicht diese Stacheln wären. Die haben so manches Stachelschwein schon vor einem Leoparden geschützt.

Ein Duiker muss auch nachts wachsam sein, wenn er nicht zur Beute werden will.

Auf diesen beiden Bildern kann man deutlich den Unterschied zwischen Gepard (oben) und Leopard (unten) erkennen. Nicht? Du siehst nur Katzen mit vielen Flecken. Schau genau hin! Der Gepard ist schlanker und hat einen kleineren Kopf und schärfer abgesetzte Punkte. Eigentlich ist er sehr häufig auch tagsüber unterwegs im Gegensatz zum Leoparden.

Ja, was ist diesen Tieren da unten schon alles Böses nachgesagt worden? Räuber, Killer, Aasfresser. Kurz – eine Gefahr für die Umwelt und die Farmtiere. Stimmt, aber schlimmer als andere Beutegreifer sind sie auch nicht. Gefährliche Einzelgänger und wahllose Killer ist eines der Vorurteile. Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass sie hingegen ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Im Gegensatz zu der größeren Tüpfelhyäne jagt die Braune Hyäne, die auch Strandwolf genannt wird, nicht im Rudel und vornehmlich nachts. Sie jagt aber auch nur, um sich und ihre „Familie“ zu ernähren. Wir Menschen tun das auch. Und sie sei ja so hässlich!!! Das ist ja nun wirklich Geschmackssache. Wenn dann höchstens hübschhässlich in  meinen Augen. Manchmal erinnert sie sogar an einen Hund. Bildet Euch einfach ein eigenes Urteil. Ihr seid unbefangen, weil sie Euch keine Kälber und Fohlen reißt.

Wenn Ihr mehr von diesen Verfemten  sehen wollt, dann schaut in den nächsten Tagen in unsere Galerie unter „Wildkamera“.

 

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