Grün so weit das Auge reicht

Und wir haben wieder Glück gehabt! Hat der späte Regen im März die Katastrophe schon abwenden können, so hat der Aprilregen für ein total grünes Gross-Okandjou gesorgt. Ende März hatten wir ja noch Zweifel, ob die Zeit reichen wird, um aus dem grünen Teppich auch noch eine ergiebige Weide zu machen. Sie hat gereicht auch dank üppiger Niederschläge bis Mitte April.

In gewisser Weise ist es sogar ein Rekordjahr. Nicht wegen der vielen Millimeter – es waren maximal 350 – aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass in den letzten 30 Jahren unsere Riviere häufiger gelaufen sind und unsere Dämme mehr Zulauf bekommen haben.

Sie waren früher schon immer mal wieder voll, aber so viel Nachschub hat es noch nie gegeben. Das hat endlich auch dazu geführt, dass unser fast trockene Brunnen am Tierposten wieder randvoll ist.

Jetzt gilt es nur noch abzuwarten, ob auch der trockene Brunnen an Ostende wiederbelebt wird. Der Kompaneno ist hier zwei- dreimal in voller Breite vorbeigekommen und der Okandjou weiter unten noch häufiger. In den vergangenen Jahren hatte es der Kompaneno nie so weit geschafft. Entgegen bisheriger Beobachtungen dauert es doch fast zwei Monate, bis man feststellen kann, ob der Grundwasserspiegel nachhaltig gestiegen ist. Wenn das auch an Ostende der Fall sein sollte, können wir den Windmotor dort wieder laufen lassen und die umliegenden Weidekamps nutzen, die vor Gras nur so strotzen.

Interessant aber auch gefährlich ist eine Beobachtung, die viele Farmer im Land auch wieder in diesem Jahr gemacht haben. Der Regen kommt nicht mehr flächendeckend und gewissermaßen „gerecht“ über das ganze Land oder zumindest große Flächen verteilt. Die Schauer kommen sehr punktuell. So kann es ein, dass Du tollen Regen hast und Dein Nachbar nicht – oder eben umgekehrt. Es geht sogar so weit, dass auf Deiner eigenen Farm Gebiete beinahe wegschwemmen, wohingegen es woanders furztrocken bleibt. Und es geht noch weiter – traditionell gute Regengebiete z.B. im Osten des Landes – Hochfeld, Okahandja, Gobabis – bleiben mitunter mager. Schadenfreude ist da unangebracht, auch wenn wir Farmer im Westen gelegentlich neidisch sind auf die Rinderbarone. Die Klimaentwicklung ist für uns alle gefährlich. Unberechenbare Niederschläge oder gar ausbleibende können uns alle treffen. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal  über Weide und Wasser für mindestens die nächsten zehn Monate.

Die vier von den fünf Pferdekamps, die wir vor dem Regen entbuscht haben, haben so dichte Weide wie noch nie. Das bestätigt einmal mehr die These, dass das  Gras sofort dort wieder zunimmt, wo der Busch gekappt wird.

Dieser Beitrag wurde unter News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*